Ja, okay, man braucht am Anfang etwas Geduld, dieser hier kommt nur langsam in Fahrt. Aber was dem Anfang an Drive fehlt, wird zum Schluss hin mehr als wett gemacht, in den letzten 30 Minuten wird so derbe gesplattert, dass man kaum an die FSK16-Freigabe glauben kann...
Die Story beginnt als klassischer Heist-Moviem und lässt sich viel Zeit für die Einführung der Figuren inklusive ihrer Backstories. Diese ganzen Details wären weder notwendig gewesen noch bringen sie in irgendeiner Form die Story voran. Auch später kommt es immer wieder zu lahmen Charaklterexpositionen, die den Flow erheblich stören. Insgesamt lohnt sich das aber trotzdem, denn der weitere Verlauf ist so herrlich bitter-böse und blutig, dass es eine wahre Freude ist. Großes Highlight ist da natürlich die kleine Alisha Weir, die mit ihrer abstrus-skurrilen Mischung aus niedlichem Mädchen, superfiesem Super-Vampir und maximal stylishen Ballet-Moves in jeder Beziehung einfach den Film schlichtweg dominiert. Großartig!
Überhaupt sind die Vampire in diesem Film ziemlich cool angelegt. Ausgestattet mit den klassischen Eigenheiten, wie Angst vor Tageslicht, sind sie doch so viel fieser und blutrünstiger als in den meisten anderen Vampirfilmen. Som gibt es denn hier auch nicht nur zwei spitze Eckzähne, sondern irgendwie ein ganzes Gebiss aus messerscharfen Zähnen – cool! Und wie die Vampire dann am Ende sterben – holy cow! – das sei hier mal aus Spoilergründen nicht verraten.. aber macht euch auf was gefasst!
FAZIT: “Abigail” ist eine bitterböse Abrechnung mit den gängigen Vampirklischees, in dem einiges lässig übernommen wird, dafür aber auch genügend eigene Ideen vorhanden sind, dass es einfach Spaß macht. Ein toller Cast, allen voran eine unheimlich gute und unheimlich unheimliche Kinder-Vampirin, gepaart mit superheftigen Splatter-Einlagen trösten über einen lahmarschigen Start mehr als weg. Für Genre-Fans eine ganz klare Empfehlung!