GELD IST GEDRUCKTE FREIHEIT
Juli 1990, die letzten Atemzüge der DDR. Jobs wackeln, Zukünfte sind ungewiss und das eigene Geld bald wertlos. Maren, Robert und ihre Nachbarschaft stehen vor diesen Problemen, bis sie Abermillionen Ost-Mark finden. Blöd nur, es bleiben drei Tage, um das Ganze irgendwie umzutauschen. Also wird geplant und improvisiert, um dem neuen Staat ein Schnippchen zu schlagen.
Zwei zu eins geht ca. 115 Minuten und ist ab 6 Jahren freigegeben. Mit Sandra Hüller in der Hauptrolle und basierend auf einer wahren Geschichte rund um die letzten Tage der DDR. Die Grundidee ist an sich wirklich stark. Ein System bricht zusammen und Menschen versuchen, aus dem Chaos noch das Beste rauszuholen. Moralisch irgendwo zwischen „clever“ und „naja, auch nicht ganz sauber“. Gerade der Gedanke, dass viele sich schlicht zurückholen wollen, was ihnen eh genommen wird, hat ordentlich Wucht.
Das große Problem jedoch, der Film macht daraus… einen halben Schlafkurs. Da liegt so viel Potenzial auf dem Tisch wie Zeitdruck, große Summen, moralische Grauzonen und der Film entscheidet sich konsequent für keine Spannung, kaum Tempo und null Dringlichkeit geschweige denn Konsequenzen.
Statt Nervenkitzel gibt’s das Gefühl, man schaut Leuten beim Wäscheaufhängen zu. Dann wird uns noch ein Liebesdreieck reingedrückt, das ungefähr so sinnvoll ist wie ein Regenschirm in der Badewanne. Bringt nichts für die Handlung, nervt eher und zieht das Tempo weiter runter. Die Dialoge machen’s nicht besser. Nuschelig, teilweise schwer verständlich, aber zwischendurch durch werden wieder Knaller rausgehauen wo man sich denkt, wieso nicht die ganze Zeit so? Genau das ist der größte Knackpunkt, alles, was hier erzählt wird, stimmt historisch ziemlich gut, aber es wird so leblos präsentiert, dass es nicht packt.
Unterm Strich ein Film mit starker Grundlage, der es aber schafft, sich selbst komplett die Luft rauszunehmen. Weder wirklich spannend noch emotional mitreißend oder interessant gestaltet.
4/10 Punkten. Das Beste ist tatsächlich der Abspann. Da werden echte Fakten auf den Tisch gelegt, die auch interessant sind.