François Ozon gehört zu den Regisseuren, deren Filme ich eigentlich immer mit großer Vorfreude sehe. Doch auch Genies patzen manchmal – und mit Wenn der Herbst naht ist ihm leider ein solcher Fehlgriff passiert.
Zweifellos: Der Film bietet schöne Bilder, sorgfältig komponiert, getragen von einer starken Besetzung. Die Schauspielerinnen und Schauspieler leisten solide Arbeit, ohne Frage. Aber all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Werk bemüht, fast krampfhaft tiefgründig wirken möchte und dabei doch erschreckend an der Oberfläche bleibt. Statt echter emotionaler Tiefe gibt es wiederkehrende Bilder – allen voran die Protagonistin, die in die Ferne starrt – als sei das reine Geste schon ein Versprechen auf Sinn. Doch es berührt nicht, zumindest mich nicht.
Was besonders schmerzt: Dem Film fehlt jeglicher Rhythmus. Szenen fließen zäh, ohne klare Linie, als ob Ozon selbst nicht wüsste, welches Ziel er verfolgt. Bleibt am Ende wirklich nur die Botschaft, dass Mütter ihre Söhne lieben, Söhne ihre Mütter – und das Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern per se schwierig bleibt? Eine Erkenntnis, die weder neu noch originell ist.
Als ob das nicht genug wäre, wird das Ganze mit überzogenen symbolischen Bildern überladen. Wenn schließlich die tote Tochter aus dem Jenseits auftaucht, die Mutter zu sich holt und damit womöglich Vergebung oder Versöhnung angedeutet werden soll, kippt das Ganze vollends ins unfreiwillig Komische. Dieses bedeutungsschwangere Finale lässt einen konsterniert im Kinosessel zurück – und vor allem enttäuscht.
Am Ende bleibt das Gefühl einer verpassten Chance und ärgerlich verschwendeter Kinozeit.