Die hilfreichsten KritikenNeueste KritikenUser mit den meisten KritikenUser mit den meisten Followern
Filtern nach:
Alle
Sebastian Schlicht7
11 Follower
412 Kritiken
User folgen
4,5
Veröffentlicht am 10. Juli 2026
"I'm Just Gonna Go Chill In My Mansion Or Whateva."
Regisseur Sean Baker dreht bereits seit über 20 Jahren Werke, die die Filmlandschaft beeinflussen (darunter auch „The Florida Project“). 2024 gewann er mit seinem Film „Anora“ sahnte bei den Oscars ordentlich ab und gewann fünf Trophäen, darunter sogar den Academy Award für den Bester Film. Genau deswegen hatte ich Interesse an dieser untypischen Komödie, aber auch, weil ich noch nie einen an Baker-Film gesehen hatte. „Anora“ jedoch als Komödie zu bezeichnen, ist schon gewagt. Sicher, es gibt einige wirklich witzige und absurde Momente, aber für mich ist Bakers Film so viel mehr als das. Wir erleben hier eine wilde, erotische, aber vor allem düstere Geschichte über… Geld.
Anora (sie selbst nennt sich Ani) ist eine Stripperin in Brooklyn. Ihr Leben ist nicht perfekt, aber sie versucht das Beste draus zu machen, Jedoch ändert sich alles für sie als sie eines Tages auf den jungen und sehr reichen Russen Ivan trifft. Zwischen beiden entsteht eine Art Beziehung voller Spaß, Partys und Sex. Zudem wird Ani gut von Ivan bezahlt. Als Ivan aus einer Laune heraus Ani schließlich in Las Vegas einen Heiratsantrag macht, schaltet sich die reiche Familie aus Russland ein…
Die erste halbe Stunde des Films war zugegebenermaßen etwas anstrengend anzusehen, was aber natürlich auch gewollt ist: Ani und Ivan leben ohne Rücksicht auf Verluste vom endlosen Reichtum, feiern wilde Partys und leben absolut ungehemmt. Sie schlafen miteinander, wann es ihnen passt und haben Personal, das alles für sie erledigt. Und dennoch zeigt Baker hier sehr eindrucksvoll, wie falsch diese „Freiheit“ ist. Denn es herrscht eine kapitalistische (und auch patriarchale) Hierarchie, die alles bestimmt. Das Geld bestimmt das Liebesleben der beiden jungen Menschen, denn Ani verliebt sich in Ivans Geld und die Aussicht auf ein besseres Leben. Ivan hingegen verliebt sich in das Gefühl eine schöne junge Frau kaufen und besitzen zu können.
Der Film nimmt dann richtig Fahrt auf, wenn der Druck von Ivans Eltern kommt. Es werden Handlanger geschickt, um die Ehe zu annullieren, denn Gott bewahre, dass eine arme Prostituierte einen reichen Sohn heiratet. Das Geld, das Kapital bestimmt den Weg. Und so sehr Ani sich wehrt, der Kampf scheint aussichtslos.
Und so beginnt ein wahrlich wilder und extrem unterhaltsamer Trip, der gekonnt zwischen Komik und Schockmomenten wechselt. Und spätestens ab hier war ich wirklich gefesselt und fand es großartig, was für ein Twist uns hier geboten wird: Was als typische „Pretty Woman“-Situation startet, entpuppt sich als messerscharfe Kapitalismuskritik!
Weiterhin tragen die fantastischen Darsteller*innen den Film, allen voran Mikey Madison, die ihren Oscar als beste Hauptdarstellerin vollkommen zurecht verdient hat. Vor allem ihre Figur der Ani ist wunderbar kämpferisch, lässt sich nichts gefallen und hat trotzdem eine tief verborgene Verletzlichkeit. Insgesamt wirkt der Film durch die schauspielerische Glanzleistung des Casts unfassbar realistisch.
Der Film ist toll gefilmt (Kamera: Drew Daniels), hat durch den rasanten Schnitt (Sean Baker himself) eine Wahnsinns-Energie und der Remix von „Greatest Day“ (im Original von Take That) passte so gut zum Geschehen!
Fazit: „Anora“ ist nicht unbedingt ein Wohlfühlfilm, auch wenn er stellenweise so vermarktet wurde. Zudem wird der derbe Ton sicherlich nicht jedem gefallen. Doch der wilde, erotische Trip bietet so viel mehr als eine tragische Romanze und ist eine wirklich starke Kritik am Kapitalismus. „Anora“ zeigt uns, was Geld aus Menschen machen und wozu es bringen kann. Einer der besten Filme des Jahres mit grandiosen Darsteller*innen und hypnotischem Look.
Ani ist eine Sexarbeiterin die eines Tages Iwan kennenlernt, einem reichen russischen Bübchen der sich instant in sie verliebt. Ani lässt sich ihre Zeit mit Iwan gut bezahlen, erst recht als er will das sie seine Freundin wird. In Vegas heiraten beide, was zu sehr großem Unmut bei Iwans Eltern führt und als die Ehe annulliert werden soll beginnt das Chaos, denn Ani besteht drauf das Iwan sie liebt.
Anora geht ca. 139 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier eine Rom-Com und den Oscargewinner von 2024, mit Mikey Madison in der Hauptrolle, in dem es viel Sex, Drugs und nackte Haut gibt. Ich mochte nahezu alles hieran, angefangen bei den Figuren die durchweg unterhaltsam sind, bis hin zum fantastischen Comedy Aspekt das auf die Spitze getrieben wird durch die beiden Russen die Ani festsetzen sollen, sich aber nicht trauen da Ani sich überzeugend zu wehren weiss. Was hab ich mich schlapp gelacht über die ganze Situationskomik die auch teils im Hintergrund passiert. Die Story hat einen leichten Touch von Pretty Woman und ist dennoch anders. Denn statt smarten Geldgeber haben wir hier ein typisches Richkid denn ich nur mäßig anstrengend fand, anders ist es bei Ani. Die hat nen freches Mundwerk, lässt sich nix gefallen und ist sexy. Wirklich hervorstechen tun aber die "Bösis" die unfassbar komisch sind weil sie mit Ani nicht wissen umzugehen, aber gerade der Schläger Igor begeistert und ist interessanter als es der erste Eindruck uns glauben machen möchte. Das Finale ist gegensätzlich zum Rest des Films und eher ruhig wo Ani ihre Gefühle nach allem Brimborium einfach mal rauslassen darf. Am Ende bleibt ein Werk das durchweg unterhält da die erste Stunde eine einzige sexy wilde Party ist, in der zweiten geht es sehr lustig zu, dank Ani und den Russen. Schauspielerisch richtig klasse, Story technisch einfach aber wirksam und seit langem hab ich wieder herzhaft gelacht.
Von mir bekommt der Film 9/10 Punkten. Bester Film und beste Schauspielerin des Jahres? Schwierig, aber aufjedenfall sorgte Mikey Madison für vollen Körpereinsatz und der überzeugt.
Geschockt... der Film hat einen Oscar bekomme ??? Er ist einfach nur flach, die Story ist unfassbar langweilig und nimmt keine überraschende Wendung bis zum Ende.. die Schauspieler sind extrem schlecht besonders Ivan. Man entwickelt keine Beziehung zu irgendeinem Charakter, man wartet eigentlich nur das irgendwas spannendes unerwartetes passiert. Dazu ist er super vulgär und es wird super viel rumgeschrien
Eindringliches, intensives und ja, auch ein bisschen zu langes Drama um eine junge Frau, die auf bittere Art und Weise einige Wahrheiten des Lebens lernen muss. Hier wird ja oft der Vergleich mit "Pretty Woman" gezogen, ein Stück weit ist das auch gar nicht so verkehrt, letztlich geht der Film dann aber in eine völlig andere Richtung.
Die erste Hälfte wird dominiert von ausschweifenden Partys mit Alkohol, Drogen und Sex, es gibt nichts anderes in dem Leben von Wanja, naja, vielleicht noch die Playstation, aber mehr dann auch nicht. Er ist der Prototyp eines verwöhnten kindischen Bengels, der nie etwas anderes als dieses dekadente Luxusleben erlebt hat. Und na klar, dann gehtÄs mit ihm durch, erst kauft er sich eine Freundin für eine Woche (wobei sie am Ende ja kaum mehr als eine Sexgespielin ist) und heiratet sie dann, ja klar. Diese erste Hälfte ist aber zu lang geraten. Insgesamt geht der Film ja über zwei Stunden, es wird zwar ziemlich gut der Spirit dieses maximal dekadenten überbordenden, ausschweifenden Exzess-Party-Lebens, als ob es kein morgen gäbe, eingefangen, das stimmt schon, man bekommt ein gutes Gefühl für die Lebenswelt von Wanja. Aber eine Straffung um vielleicht 20 Minuten hätte dem Film am Ende eher geholfen.
Wier auch immer, Anora geht da anfänglich auch ziemlich naiv ran, ihre Lektion lernt sie erst im Verlauf der letzten 30 Minuten des Films und alles kulminiert in einer sehr eindringlichen und emotional sehr heftigen Schlussszene. Wo zu Beginn ein ständig wummernder Soundtrack dominiert, kommt das letzte Kapitel des Films vollständig ohne Musik aus, was dem ganzen dann natürlich nochmal eine sehr tragische, emotionale Komponente einbringt.
Sprechen müssen wir auf jeden Fall über die Performance von Mikey Madison. Ich kannte sie ehrlich gesagt vorher gar nicht, bin aber sehr beeindruckt von ihrer Leistung. Wie sie zunächst das kleine, naive, ja "Pretty Woman"-Mädchen spielt, die sich voller Überschwang in diese abartige Welt von Konsum und Party wirft und komplett ihren gesunden Menschenverstand ausschaltet, sich nur dem Rausch hingibt, ist schon stark. Ihre Wandlung dann (oder vielleicht ihre wahre Seite) zur BadAss-Arschtritt-Frau kommt zwar relativ plötzlich, ist aber so glaubhaft und toll gespielt, dass einem das gar nicht auffällt, dass dieser Turn auch vom Drehbuch kaum vorbereitet wurde. Aber es ist schon stark, wie sie fluchend und schreiend (wie oft benutzt sie den Ausdruck "Motherfucker"?) sich gegen diese rücksichtslosen Unterdrücker zur Wehr setzt, sprichwörtlich mit Händen und Füßen, ist schon eindrucksvoll. Und dann am Ende doch umsonst, als sie die Wahrheit erkennt, dass Rausch und Machtmissbrauch mit Liebe verwechselt wurde.
FAZIT: Eindringlich und emotional berührendes Drama mit einer tollen Schauspielerin, die unter die Räder in einer rücksichtslosen, perfide dekadenten Parallelwelt gerät und so auf bittere Weise etwas über das Leben erfährt. Opulente bebildert, aber in der Laufzeit am Ende zu lang. Dennoch absolut sehenswert!
Der Oscargewinner von 2025, ist eigentlich ein 2 geteilter Film. Die erste hälfte geht es um eine Bezeigung einer Prostituierte und einem russischen Milliardärs-Sohn. in der zweiten hälfte, kippt sie Stimmung und es wird zu einem Mafiafilm gespickt mit einem Familiendrama. Er ist eigentlich sehr ernst, hat aber auch viele absurd witzige Momente. Könnte eigentlich, auch fast ein Remake von Pretty Woman sein. Die erste Hälfte, ist mir ein bisschen zu lang, aber gegen hinten raus, gewinnt er dafür an Tempo. Aktueller könnte durch den Konflikt mit Russland, der Streifen nicht sein. Deshalb hat er wohl bei den Oscars so abgeräumt. Diese Preisverleihung, ist halt immer auch sehr politisch, kann man gut oder schlecht finden, genau so, wie dieser Film natürlich.
Ich habe diesen Film sehr verspätet gesehen,nachdem die Oscarverleihung und alle anderen Lobeshymnen drüber weggezogen sind. Somit hatte ich keine Chance, um mich unvorbelastet darauf einzulassen, ich wollte nur wissen ob ich sehen und verstehen kann, was die Begeisterung auslöst. Und wie in vielen vergleichbaren Fällen hat mich die Euphorie nicht selbst erfasst, aber ich kann verstehen wo die Begeisterung herkommt. Insbesondere Mikey Madsion ist wirklich ein Highligt, die ihre fordernde Rolle faszinierend ausspielt. Obendrein begibt sich der Film nach knapp einer Stunde auf unbekanntes Terrain und ich habe selten einen Film gesehen, in dem ich so wenig absehen konnte, was wohl als nächstes passiert. Damit verfolgte ich diese stressige Tortur die in der Tat Freizügigkeit, Witz und Gewalt vereint.
Fazit: Unkoventioneller Film mit allen denkbaren Emotionen
Die offensichtliche Kritik über Machtverhältnisse im Kapitalismus wird sehr gut dargestellt und findet besonders im letzten Drittel seinen wirkungsvollen Höhepunkt. Dort sind es auch die Charakterdarstellungen die nochmals einen draufsetzen und jeden Satz der Dialoge Bedeutung verleihen und die (traurige) Realität wiedergeben.
Wohingegen das letzte Drittel unterhält, steht der Mittelteil und seine Verfolgungsjagd in einem weniger guten Licht dar. Es wird versucht durch Dialoge und scheinbar außergewöhnliche Charaktere eine Stimmung wie die eines Tarantino Films entstehen zu lassen. Anwendung einer Menge Fucks, Motherfuckers etc. inklusive. Was in einem Tarantino oder vergleichbaren Werken wegen einer einzigartigen Erzählweise und skurrilen Charakteren funktioniert, wird bei „Anora“ nicht entfacht und langweilt dementsprechend etwas. Die lange Laufzeit verstärkt das Problem leider.
Aufgrund der starken Darstellung des emotionalen Horrors den der Klassenkampf mit sich bringt sehenswert. Ist es für mich verständlich dass der Film so viel Oscar Hype erhalten hat? Eher nicht.
Der Film war schrecklich höchst ordinär und das über 2 Stunden lang. Warum der prämiert wurde ist mir ein Rätsel, vermutlich hat die Hauptdarstellerin mit allen Jury Migliedern rumgefickt, fuck fuck fick, geil und Scheiße und ähnliches waren 90 % des Dialogs
Da müssen Oscars her, damit man sich diesem Film aufmerksam zuwendet und dann stellt man fest, dass er wirklich richtig toll ist und das verkörpert, was Kino eben ausmacht.