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Waldmeister68
34 Kritiken
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4,0
Veröffentlicht am 22. November 2025
Ein Agenten Film der alten Schule. Da wird schön geradlinig erzählt, wie George vorgeht, um den Verräter zu schnappen. Die Bildsprache und der Sound ist dabei auch absolut hochwertig. Ein wenig hat es mich an Oceans eleven, erinnert oder sogar an gute deutsche Titel, die aufgrund des mangels Budgets auch sehr Dialog lastig sind. dazu noch hervorragende Schauspieler, die exakt dieses eiskalte Spionage Leben verkörpern. Das Problem dabei ist allerdings, dass man sich mit den Figuren gar nicht identifizieren kann, da sie alle so eiskalt rüberkommen. Vor allem mit Georg. Obwohl hervorragend gespielt, kann man gar nicht warm werden mit ihm. Man fiebert auch nicht mit ihm. Obwohl seine eigene Frau im Fokus steht, scheint es überhaupt keine Gefühlsregung bei ihm zu geben. Dennoch macht diese Verräter Suche viel Spaß und da hier jeder jeden betrügt und jeder jeden anlügt kommen die unglaublichsten Dialoge zu Stande. Mit Sicherheit hätte mehr Action den Film gut getan. Ich finde ihn trotzdem sehr stark, weil es ist mal etwas anderes als dieser ständigen, auf Action getrennte Hollywoodstreifen. Allerdings gibt es einen weiteren Kritikpunkt mit der Hauptstory, die wirklich nicht viel hergibt. Trotzdem, der Film ist unterhaltsam und ich kann ihn empfehlen.
Atmosphärisch dichte und stylishe, zum Thema passend etwas unterkühlt inszenierte Story über das Alltagsleben englischer Agenten irgendwo zwischen menschlichem Gefühlschaos und beruflichem Verfolgungswahn. Alles eingebettet in eine Verschwörungs-Story. Gute Schauspieler und warum wird Michael Fassbender eigentlich nicht der nächste James Bond? Kurzweilig und schön anzuschauen.
Wer sich auf einen Soderbergh-Film einlässt, muss bereit sein, seine durch Bruckheimers und Avengers vielleicht veränderten Sehgewohnheiten etwas anzupassen und sich 90 Minuten konzentrieren und auf Feinheiten achten. dann entsteht großer Filmgenuss.
Eine an sich schon schwierige Beziehung im Agentenmilieu wird durch einen Maulwurf-Verdacht aufs Spiel gesetzt. Vier weitere Personen mit unterschiedlichsten (Liebes-)Beziehungen mischen auch mit. Am Ende wird daraus eine Auseinandersetzung mit Lüge und Wahrheit: wer belügt wen? wer benutzt wen? Zu wem kann ich ehrlich sein? Kann ich meiner Ehe vertrauen?
Das ganze wird filmisch unglaublich elegant in Szene gesetzt, aber eben nicht durch 20 Schnitte in 15 Sekunden (Stichwort „Taken“), sondern durch gezielt eingesetzte Einstellungen und eine perfekte Montage, bei der immer das Bild (der Ausschnitt, die Kadrierung, das Staging) die Emotion der jeweiligen Charaktere unterstütz und verstärkt. Allein die Eingangssequenz, wo sich die vier anderen Agenten in einem Pub treffen, bevor sie zur Dinnereinladung gehen, ist mit wenigen Einstellungen so präzise inszeniert, dass man, wenn man sich darauf einlässt und darauf achtet, schon viel mehr über die vier Menschen weiß, als der Dialog selbst verrät.
Welcher McGuffin am Ende die Ursache war, ist egal, denn der anfänglich übergebene Zettel mit den fünf Namen (schon hier ist auch Fremdgehen Gesprächsthema) löst ganz klassische eine Sequenz von Reaktionen und Aktionen aus, das es eine Freude macht, hier zuzusehen. Koepp (der auch Jurassic Park geschrieben hat) ist hier dramaturgisch in Bestform. Alles fließt ineinander über, es gibt keine zwanghaft erzählte Exposition, das heißt aber auch, dass man von Anfang an zuhören und mitdenken muss.
Wenn ich in einer anderen Kritik lese, dass der Rezensent den Film auf Englisch gesehen und nur die Hälfte verstanden hat, muss ich mich nicht wundern, dass er ihm nicht gefiel.
Fazit: ein Film für Fans von „Thomas Crown Affair“ (Original), „Der Dialog“ oder vielleicht „der unsichtbare Dritte“.
Kein Film für Fans von „Transformers“, „Mission Impossible >2“, „Kingsmen“
Klassische Geheimagenten Ehepaar 'stolpern' auf das Ausspionieren einer Verräter, wo das Paar gegeneinander reingezogen werden. Von Stimmung und Drehform der Film, fantastische Spannung auf die Reise und eine enge Verbindung der Hauptfiguren.
Ein verwirrender Parforceritt durchs filmische Agententhriller-Milieu. Ohne ein wenig Vorbereitung wird man dem Geschehen nur schwer folgen können. Wer ist, wer war mit wem zusammen? Wer will was, warum? Es ist aber auch letztendlich nicht so wichtig, man kann sich auch einfach nur an der soliden Schaulspielkunst der Protagonisten erfreuen. Sehenswert für Menschen, die das Genre lieben und sich gelassen etwas verwirren lassen.
Die Besetzung war hochkarätig, aber das war auch schon das Beste am Film. Funken sprühten kaum, ironisch gesteltzte Dialoge, irgendwie blieb alles "flach" und hinterliess bei mir den Eindruck einer schlecht gemachten Persiflage auf das Genre "Agententhriller".
"Black Bag" ist einer der Filme, bei denen ich die herausragenden Kritiken nicht verstehe. Der Film hat kaum etwas von dem, was einen echten Thriller ausmacht, es gibt kaum Dramaturgie und auch die Spannungskurve ist recht flach. Die komplexe Handlung ist daran nicht schuld, sondern es liegt an der überraschend ambitionslosen und flachen Inszenierung. Mit "Unsane" hat Soderbergh mich positiv überrascht, hier ist es leider eher das Gegenteil. Was das Kinoerlebnis meines Erachtens hier halbwegs rettet und eine noch niedrigere Bewertung bei mir verhindert - ist die Tatsache, wie 'Black Bag' auf 'Nebenkriegsschauplätzen' punktet. Die stylische Optik hat mich beeindruckt und die bizarren und allzu oft sexistschen - aber orginiellen -Wortgeplänkel fand ich unterhaltsam.
Der Spionagethriller ist sehr dialoglastig und gefühlt passiert in den knapp 90 Minuten so gut wie gar nichts. Allein die großartigen Darsteller retten das Ganze ein wenig, genauso wie ein paar einzelne Pointen. Aber insgesamt ist das zu wenig, es fehlt auch einfach komplett die Spannung. Die Coolness und Genialität der früheren Werke von Steven Soderbergh, wie in Ocean's Eleven, lässt der Regisseur nur in wenigen amüsanten Momenten aufblitzen. Im Zentrum der Handlung stehen sechs britische Agenten, die einen Verräter in den eigenen Reihen suchen, dabei verläuft die Story sich aber immer wieder in den Affären der Protagonisten. Ein Film, den man vermutlich schnell wieder vergessen wird.