Der Bucklige von Soho
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3,5
Veröffentlicht am 28. Juni 2026
„Der Bucklige von Soho“ ist der erste Edgar Wallace-Krimi in Farbe. Das mag damals eine Revolution gewesen sein, für mich geht da ein Großteil der klassischen und unverwechselbaren Atmosphäre verloren. Es ist halt einfach nicht mehr das Gleiche, wenngleich der Film schon außerordentlich atmosphärisch und trotz der expressionistischen Farbgebung charmant inszeniert ist. Die Story ist jetzt auch nicht direkt etwas Besonderes, unterhält aber wieder mal aufgrund der tollen Besetzung sehr gut.

Pinkas Braun ist ein herrlich schmieriges Arschloch, man muss ihn einfach von Beginn an hassen. Eddi Arent spielt wie immer den besonders schrulligen Sidekick, diesmal einen Reverend, der aber später überraschenderweise noch eine andere Seite zeigt. Souverän wie immer spielt Siegfried Schürenberg seinen tollpatschigen und immer etwas überforderten Sir John. Hinzu kommen diesmal noch in Nebenrollen Monika Peitsch, Gisela Uhlen die wunderbare Agnes Windeck. Einzig Günther Stoll kann als Inspektor nicht wirklich überzeugen, seine Figur bleibt auffällig blass und auch irgendwie unsympathisch.

Besonders erwähnenswert ist noch der fantastische Score von Peter Thomas: schrill, psychedelisch und berauschend, ein echter, klassischer Wallace-Soundteppich – stark!
Maddin
Maddin

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5,0
Veröffentlicht am 2. September 2026
Der Bucklige von Soho ist einer der unterhaltsamsten und zugleich ungewöhnlichsten Filme der Edgar-Wallace-Reihe. Regisseur Alfred Vohrer verbindet einen spannenden Kriminalfall mit düsteren Schauplätzen, geheimnisvollen Gestalten, schwarzem Humor und einer gehörigen Portion Grusel. Dabei merkt man dem Film an, dass sich die Wallace-Reihe zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich von ihren frühen Verfilmungen weiterentwickelt hatte.

Im Mittelpunkt steht ein geheimnisvoller Buckliger, der im Londoner Stadtteil Soho sein Unwesen treibt. Gleichzeitig geschehen mysteriöse Verbrechen, die Scotland Yard vor ein Rätsel stellen. Die Ermittlungen führen in ein undurchsichtiges Umfeld, in dem Erpressung, Prostitution, Mord und kriminelle Machenschaften miteinander verbunden sind. Je tiefer die Ermittler in den Fall eindringen, desto mehr Geheimnisse kommen ans Licht.

Besonders spannend ist die Frage, welche Rolle der titelgebende Bucklige tatsächlich spielt. Seine Erscheinung sorgt sofort für eine unheimliche Atmosphäre und macht ihn zu einer der einprägsamsten Figuren des Films. Gleichzeitig gibt es zahlreiche weitere verdächtige Personen, sodass der Zuschauer lange nicht weiß, wem er vertrauen kann.

Ein großer Pluspunkt ist die Atmosphäre. Soho wird als düsterer und zwielichtiger Ort dargestellt, der hervorragend zum Kriminalfall passt. Dunkle Straßen, geheimnisvolle Gebäude und finstere Innenräume schaffen eine wunderbar morbide Stimmung. Die Musik und die Kameraarbeit verstärken diesen Eindruck zusätzlich.

Auch die Besetzung ist hervorragend. Stewart Granger überzeugt als Ermittler mit seiner souveränen und charismatischen Art. Monika Peitsch sorgt für eine sympathische weibliche Hauptfigur. Besonders erwähnenswert ist Klaus Kinski, der mit seiner markanten Präsenz erneut hervorragend in die düstere Welt des Wallace-Kinos passt.

Wie bei den späteren Edgar-Wallace-Filmen spielt auch der schwarze Humor eine wichtige Rolle. Eddi Arent sorgt mit seinem trockenen Humor für einige herrlich skurrile Momente. Dadurch wird die teilweise düstere und makabre Handlung immer wieder aufgelockert.

Interessant ist außerdem, dass Der Bucklige von Soho bereits in Farbe gedreht wurde. Dadurch unterscheidet sich die Optik deutlich von den frühen Schwarz-Weiß-Klassikern. Die Farben verleihen dem Film zwar einen moderneren Eindruck, gleichzeitig bleibt die typische Wallace-Atmosphäre erhalten.

Der Film scheut sich auch nicht davor, einige härtere und ungewöhnlichere Themen anzusprechen. Dadurch wirkt er stellenweise deutlich erwachsener als manche früheren Beiträge der Reihe. Trotzdem bleibt der typische Wallace-Mix aus Krimi, Mystery, Grusel und Humor erhalten.

Natürlich ist die Geschichte aus heutiger Sicht nicht in allen Punkten vollkommen überraschend. Einige Wendungen sind für erfahrene Krimifans vorhersehbar und bestimmte Dialoge wirken sehr zeittypisch. Trotzdem macht gerade die eigenwillige Mischung den Reiz des Films aus.

Fazit:
Der Bucklige von Soho ist ein äußerst unterhaltsamer Edgar-Wallace-Klassiker, der mit einer spannenden Kriminalgeschichte, einer düsteren Atmosphäre und zahlreichen skurrilen Figuren überzeugt. Der geheimnisvolle Bucklige sorgt für den nötigen Gruselfaktor, während der schwarze Humor und die starke Besetzung für beste Unterhaltung sorgen.

Für mich gehört der Film zu den gelungensten späteren Wallace-Verfilmungen. Wer klassische Krimis mit Mystery, Grusel und einer ordentlichen Portion schwarzem Humor mag, sollte sich Der Bucklige von Soho unbedingt ansehen.
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