Die Schwestern des Bösen
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2,0
Veröffentlicht am 1. September 2025
Ich mag Brian DePalma und ich mag Alfred Hitchcock, aber dieser Film funktioniert heutzutage (2025) meiner Meinung nach gar nicht mehr. Der finale Twist, auf den der Film zusteuert, war mir schon in den ersten 10 Minuten klar (die Szene, als der Typ ein Gespräch zwischen Danielle und ihrer Schwester mithört). Ohne dass ich den Film vorher kannte, war für mich sofort klar, wie der Hase läuft. 1976 mag das ein echter Schocker gewesen sein, aus heutiger Sicht ist das lediglich ein im Thrillergenre nur allzu bekanntes Motiv.

Dazu kommen in den letzten 20 Minuten hanebüchene Antipsychiatrie-Tropes, die in den 1970ern gut zum Zeitgeist passten, heute aber nur noch lächerlich wirken: Psychisch Kranke in einer WG zu betreuen, unter Hypnose eingeflößte Suggestionen, Zwangsbehandlung gegen den Willen des Patienten, Durchgeknallte Irre machen durchgeknallte irre Sachen, usw. Zudem ist das Thema mit den siamesischen Zwillingen einfach nur hanebüchen und absurd, zudem vollkommen unglaubwürdig. Insgesamt wird dem Zuschauer dann doch einfach zuviel Schwachsinn aufgetischt, als dass es noch gut funktionieren kann. Tja, und dann das typische 70er Jahre-Blut: knallrot und zäh wie Ketchup... Achja und was soll bitte die Schlusszene, in der der Privatdetektiv wie hypnotisiert auf diese Couch starrt...????

Dennoch macht der Film auch einiges richtig: das typische Hitchcock-Feeling wird dank des Scores von Hitchcocks Stammkomponist Bernard Herrmann und einigen archetypischen Kameraeinstellungen ziemlich heftig induziert. Die schauspielerischen Leistungen sind auch (für die 70ies) durchaus gut, die Charaktere passend besetzt. Wenn man mal die letzten 20 Minuten außer acht lässt, die einfach nur bekloppt sind, ist der Film auch einigermaßen spannend. Selbst wenn die Auflösung schon von Anfang an klar ist, wird man doch ganz gut unterhalten.

FAZIT: Schöner 70ies-Psychothriller, dessen finaler Twist jedoch dem geneigten Zuschauer schon viel zu früh bekannt ist. Dadurch funktioniert der Film heutztage nicht mehr wirklich gut, man würde sagen, er ist außerordentlich schlecht gealtert. Daher nur etwas für hartgesottene DePalma-Fans zu empfehlen. Alle anderen verpassen nichts.
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