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3,5
Veröffentlicht am 12. Januar 2026
“Die Feuerspringer von Montana” ist einer jener Filme, die ich als Kind/Jugendlicher gesehen habe und die mich nachhaltig fasziniert und beeindruckt haben. Lange Jahre habe ich versucht, diesen Film auf DVD zu bekommen, erst 2015 wurde er in Deutschland von Pidax veröffentlicht. Daher war es jetzt dringend Zeit für ein erneutes Anschauen. Und wie so oft – die meisten von euch kennen das wohl – hatte ich den Film wesentlich aufregender und wesentlich spannender in Erinnerung, als er denn jetzt tatsächlich war. Ich hatte mich an lange, abenteuerliche Szenen im Herzen des Waldbrandes erinnert, nun liefert der Film aber eigentlich nur zwei echte Szenarien inmitten eines Waldbrandes, die jetzt, nach guten 40 Jahren auch lange nicht so intensiv und aufregend sind, wie ich sie in Erinnerung hatte.
Stattdessen verwendet der Film viel Zeit auf die Darstellung der Zerrissenheit des Protagonisten Cliff Mason und die Entwicklung des Konflikts zwischen ihm und dem jungen Ed, der Cliff vorwirft, seinen Vater im Stich gelassen und somit getötet zu haben. Das ist jetzt nur leidlich spannend und wirkt aus heutiger Sicht auch etwas unglaubwürdig und wenig nachvollziehbar. Insbesondere die Figur des Cliff Mason als Anführer der Truppe erscheint – auch durch das 50er Jahre-Overacting – eher unsympathisch und hat zumindest bei mir nicht dazu geführt, dass ich emotional da relaten konnte. Dennoch bietet der Film in den letzten 30 Minuten einige spannende und atmosphärisch sehr dicht inszenierte Momente, überhaupt ist die ganze Story um Brandbekämpfer, die mit dem Fallschirm in den Waldbrand hineinspringen, schon an sich ziemlich cool.
Wirklich interessant ist hingegen die Entstehungsgeschichte, denn es wurde (wie man sich ja denken kann) kein echter Waldbrand gefilmt, sondern man hat 450 (!) riesige Kiefern und Zedern mit Lastwagen nach Hollywood gekarrt, außerdem noch (!!) Büsche, Sträucher, Moos und Unterholz sowie zahllose Blumen und andere Pflanzen. Damit hat man über einen Zeitraum von sieben Wochen die größte Walddekoration in der Geschichte des Films im Atelier aufgebaut, anschließend wurden 200 (!) Techniker engagiert, um diesen künstlich geschaffenen Wald fachgerecht und filmisch aufregend wieder abzubrennen. Dazu benötigte man Liter (!) einer leicht brennbaren Petroleum-Spezialmischung, Kilogramm Dynamit und Schwarzpulver, Rauchbomben und Zünder, 842 Bündel Holzkohle sowie 24 gigantische Ventilatoren um das Feuer anzufachen. 24 Feuerwehrmänner waren rund um die Uhr im Einsatz, um für die Sicherheit von Darstellern und Filmcrew zu sorgen. Das ist schon ein wahnsinniger Aufwand für einen Film aus dem Jahr 1952.
Und das ist dann auch das, was man am Ende sieht: Die Waldbrandszenen sehen auch heute immer noch atemberaubend aus und sind wirklich toll, inszeniert. Die Action im letzten Drittel des Films bildet dann auch den Höhepunkt und ist dann schon ziemlich cool. Leider kann der restliche Film, da nicht mithalten, gerade im Mittelteil gibt es deutliche Längen. Nichtsdestotrotz bleibt der Film ein aufregender 50ies-Abenteurfilm, der vor allem für Freunde des nostalgischen 50er Jahre-Kinos eine klare Empfehlung ist. Für alle anderen ist der Film selbst vielleicht nicht so spannend, aber der gewaltige Waldbrand am Ende des Films ist – vor allem in Anbetracht der Entstehungsgeschichte – nicht nur aus filmhistorischer Sicht sehr aufregend.