Asterix erobert Rom ist ein Sonderfall in der Asterix-Filmreihe: kein direktes Comic-Original, sondern ein eigenständiges Abenteuer, das von Goscinny und Uderzo eigens für die Leinwand konzipiert wurde. Der Film präsentiert sich als episodisches Roadmovie durch ein fiktives, völlig verrücktes Rom – voller Prüfungen, Absurditäten und beißender Satire. Noch heute gilt er als einer der witzigsten und kreativsten Asterix-Filme überhaupt.
Handlung
Als Caesar von den Galliern erneut gedemütigt wird, stellt er Asterix und Obelix eine unmögliche Aufgabe: Sie sollen 12 göttlich anmutende Prüfungen bestehen – inspiriert von den Heldentaten des Herkules. Von der Hypnose-Schlange über das Haus mit dem Wahnsinn bis hin zum Duell gegen einen deutschen Athleten: Die beiden Gallier müssen sich durch eine surreale Welt schlagen, in der jede Prüfung absurder ist als die vorherige.
Stärken
Die größte Stärke des Films liegt in seiner anarchischen Freiheit. Der Film verlässt die typische Asterix-Formel und erlaubt sich deutlich mehr Fantasie, Gesellschaftskritik und surrealen Humor. Die Episodenstruktur macht den Film kurzweilig, und jede Prüfung ist auf ihre eigene Art kreativ, witzig und pointiert inszeniert.
Unvergessen ist dabei die Szene mit dem „Haus, das Verrückte macht“ und dem legendären Passierschein A38. Asterix und Obelix sollen dort ein simples Formular besorgen – doch sie geraten in ein kafkaeskes Bürokratie-Labyrinth, in dem sie von Schalter zu Schalter geschickt werden, ohne je ans Ziel zu kommen. Der Gag ist bis heute einer der bekanntesten Momente der Filmreihe und eine brillante Satire auf bürokratischen Irrsinn – herrlich überdreht und zeitlos komisch.
Auch zeichnerisch wirkt der Film für seine Zeit dynamisch, mit ausdrucksstarken Figuren und stilisierten, fantasievollen Hintergründen. Die deutsche Synchronisation liefert mit viel Wortwitz und Spielfreude zusätzliche Lacher.
Schwächen
Wer eine klassische Handlung oder eine klare Dramaturgie sucht, wird hier enttäuscht. Die episodische Struktur macht den Film eher zu einer Sketchsammlung als zu einem durchgängigen Abenteuer. Manche Gags wirken heute etwas aus der Zeit gefallen oder ziehen sich etwas in die Länge. Obelix bleibt in einigen Szenen eher Stichwortgeber als handelnde Figur.
Fazit
Asterix erobert Rom ist ein origineller, frecher und herrlich überdrehter Film, der mutig mit Genre und Erwartungen spielt. Die Szene mit dem Passierschein A38 ist legendär und allein schon Grund genug, sich diesen Klassiker immer wieder anzusehen. Für viele Fans ist dieser Film bis heute der witzigste und kreativste der ganzen Reihe.