Das Mädchen mit dem Perlenohrring
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Josi1957
Josi1957

172 Follower 828 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 19. Juli 2022
Sehr stimmungsvolles, in ungewöhnlich künstlerischen Bildern gefilmtes Historiendrama. Packende, virtuose und feinfühlige Hommage an die Kunst! Atmosphärisch dichtes, dreifach oscarnominiertes Drama.
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 12. März 2010
Das Bild existiert wirklich und das, das in Verlauf des Films titelmäßig entsteht, sieht fast genauso aus (siehe Schlusseinstellung). Ob die Entstehungsgeschichte kunsthistorisch verbürgt ist, interessiert überhaupt nicht. Es hätte aber so gewesen sein können: ein niederländischer Meister des17. Jahrhunderts, wohnhaft in Delft, bekommt von einem altersgeilen Mäzen den Auftrag Griet, die Dienstmagd zu malen. Scarlett Johansson ist in der Titelrolle umwerfend gut: unbekümmert aber zerbrechlich reift sie heran. Man merkt sehr bald, dass sie Ahnung hat von Farben und Lichtverhältnissen, sodass sie von der Waschfrau zur Gehilfin des Meisters emporsteigt. Neben ihr muss aber noch die schauspielerische Leistung von Essie Davis als ständig kinderkriegende Ehefrau lobend erwähnt werden. Ihr gelingt es als ältere, weniger hübsche und weniger kluge Nebenbuhlerin zu Griet sich als Herrin des Hauses zu behaupten.

Von der ersten Minute bis zur Schlusssequenz ist alles in sich stimmig: Farbkombination, Bildaufbau und Beleuchtung sind genau wie bei den alten niederländischen Meistern dieser Zeit nachempfunden: Kerzen als Lichtquelle ebenso wie der Lichtkegel durch einen Türspalt. Die farbenprächtige Ausstattung ist ein optischer Leckerbissen. So kann man Interesse für die Kunst wecken, die aus einem prallen Leben heraus entsteht.

BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

11.853 Follower 5.015 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 2. September 2017
Manchmal macht es Stars wohl Spaß sich in die Kostüme zu hüllen - hier sind es Leute wie "Ganz oder gar nicht" Stripper Tom Wilkinson, "Lost in Translation" Star Scarlett Johansson oder "Bridget Jones" Lebensgefährte Colin Firth die sich maskieren. In diesem Outfit und Ambiente spielt sich dann aber ein in meinen Augen völlig belangloses und verzichtbares Drama ab: die tapfere Griet wird von allen angefeindet, bleibt aber stur in ihrer stocksteifen Art, wird von ihrem Arbeitgeber gemalt, alle regen sich auf und dann läuft auch schon der Abspann. Ich geb zu, da bin ich wohl ein Banause oder so aber mehr als anderthalb schnell vorbeifliegende Stunden hat mir der Streifen nicht gegeben, jedwedes Gefühl oder tiefere Botschaft ist mir wohl entgangen. Schade. Ordentlich gemacht und gut gespielt ist er allerdings - also rate ich niemandem davon ab mal einen Blick zu riskieren.

Fazit: Stocksteifes und eigentlich sehr ereignisfreies Drama mit guten Schauspielern - mir hats nichts gegeben, aber vielleicht wird ja ein anderer daraus schlau!
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 19. März 2010
Sehr nahegehend. Interessante, aber verstaendliche Geschichte. Tolles Ambiente. Ich mag den Film sehr!
No Use For A Name
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14 Follower 1.213 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 1. März 2026
Definitiv kein Film für die breite Masse, sondern ein Film für Kunstliebhaber. Man kann hier natürlich eine Sozial- oder Milieustudie zu den Niederlanden im 17. Jahrhundert sehen, aber da ist das Bild wohl wenig realistisch (alles ist so sauber!) und vor allem wird das dem Film nicht gerecht. Die Art und Weise, wie hier mit Perspektiven, Farben und Licht und Schatten gearbeitet wird, ist absolut meisterhaft. Jede einzelne Einstellung wirkt für sich wie ein Gemälde von Jan Vermeer, Jan Steen oder Pieter de Hooch. Die Farbpalette wirkt manchmal eher einfarbig und gelbstichig, dann blinkt aber plötzlich ein leuchtendes Grün durch oder andere plötzlich sehr intensive Farben. Die Perspektiven und Blickwinkel, durch ein Fenster oder durch einen Durchgang hindurch, das ist so wunderschön gefilmt, man könnte das Standbild abfotografieren und einrahmen! Mir fehlen die Worte...

Und Scarlett Johannsson sieht dann tatsächlich auch noch aus, wie das Mädchen auf dem titelgebenden Gemälde, holy cow! Für mich als Kunstliebhaber und vor allem Fan der barocken flämischen Malerei ist dieser Film eine Offenbarung. Da verschwinden der eigentliche Film und seine Handlung schnell in den Hintergrund. Naja, auf der Plotebene passiert eigentlich fast nichts, das ist ja kaum der Rede wert. Schauspielerisch ist hier aber dann doch einiges los: Scarlett Johannsson ist nach “Lost in Translation” die perfekte Besetzung für das Mädchen mit dem Perlenohrring, ihre Beziehung zu Vermeer ist voller knisternder Erotik, aber ohne, dass das wirklich konkret thematisiert wird oder dass irgendetwas passiert – außer, dass Vermeers Frau ausrastet. Colin Firth habe ich mit langer Mähne fast nicht erkannt, die Chemie zwischen ihm und Johannsson ist fantastisch.

Tom Wilkonson spielt einen unheimlich ekligen und lüsternen Typen, ist aber als Sponsor für Vermeer wichtig. Und auch alle anderen passen so wunderbar ins Bild, da sticht nur Cilian Murphy irgendwie heraus, seine Rolle ist für die Handlung komplett überflüssig und mit seiner wilden Langhaarfrisur wirkt er auch eher wie ein Fremdkörper in dem Film.

FAZIT: Eine Offenbarung für Kunstfreunde und Ästheten, ein Film wie eine Aneinanderreihung wunderschöner Gemälde. Wunderbar, im wahrsten Sinne des Wortes wunderbar!!!
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