SO GEHT SATIRE
John schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und entdeckt dank einer Sonnenbrille, dass die Welt von Außerirdischen manipuliert wird in Politik, Werbung und sogar in Form des netten Nachbarn von nebenan. Da ihm das natürlich niemand glaubt, begibt er sich selbst auf eine schießwütige Mission, um die Welt zu befreien und plötzlich wirken die verrückten Aluhutträger gar nicht mehr so verrückt.
Sie leben (1988) läuft etwa 85 Minuten, ist ab 18 Jahren freigegeben und liefert eine Sci-Fi-Satire von John Carpenter mit Roddy Piper in der Hauptrolle. Der Film macht sich herrlich über alles lustig, was unsere Gesellschaft ausmacht und lässt kaum ein Thema aus.
Die Idee, dass eine Sonnenbrille zeigt, wie die Welt wirklich ist, ist grandios. Hinter Computerwerbung verbirgt sich der Befehl „Gehorche“, und wenn eine Frau im Bikini gezeigt wird, steckt dahinter die Aufforderung, sich zu vermehren. Mein Highlight war das schlichte Schild „Sale“, das übersetzt nichts anderes heißt als „Konsumiere“.
John, gespielt von Roddy Piper, ist ein normaler Typ, der selbst erst einmal realisieren muss, was er da sieht und was er da aufgedeckt hat, das macht ihn sympathisch. Schauspielerisch ist das zwar keine A-Klasse, aber dank der typischen 80er-Synchro hat alles diesen gewissen Witz. Die Effekte sind nicht die besten und definitiv nicht gut gealtert und dass jemand einen Sturz aus großer Höhe ohne Verletzungen überlebt, ist natürlich unlogisch, aber hey, Sci-Fi.
Das Finale überzeugt mit einem Ballerfestival, mit der Wahrheit über die Welt und mit der wohltuenden Erkenntnis, dass nicht jeder Film eine Lovestory braucht.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das noch heute amüsiert, auch wenn einiges in die Jahre gekommen ist. Die Satire und die Gesellschaftskritik funktionieren hervorragend, und das wahllose Geballer lockert nicht nur die Knochen der Feinde neu, sondern auch die Stimmung.
7 von 10 Punkten.
Die Abschaffung der Mittelschicht durch die Reichen, damit diese noch reicher werden, das ist doch nur im Film und würde niemals passieren… oder?