“Rowdy” Roddy Piper war schon ein bisschen mein Kindheitsheld und schon immer mein Lieblings-WWF-Wrestler. Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir dann diesen Film hier abgefeiert haben – nicht, weil er so gut ist, sondern einfach, weil Roddy Piper mitspielt. Witzig eigentlich, denn so gut ist der Film im engeren Sinne eigentlich nicht. Ja, okay, die Gesellschaftskritik ist zeitlos und immer aktuell, aber das wird hier doch schon ziemlich mit dem Vorschlaghammer präsentiert – subtil geht anders. Und jenseits der oberflächlichen, platten Kapitalismuskritik passiert auch nichts weiter. Das Thema wird weder irgendwie diskutiert noch sonstwie weiterverfolgt. Insofern ist das Alles weder originell noch intelligent.
Zudem ist der Film dramaturgisch – vor allem aus heutiger Sicht – freundlich gesagt sehr träge, es dauert schonmal mehr als eine halbe Stunde, bis überhaupt das erste Mal diese Brille auftaucht, dann kommt allerdings der mit Abstand beste Teil des Films, nämlich, wenn er mit dieser Wunderbrille auf der Nase die Welt entdeckt, wie sie wirklich ist. Das ist schon richtig cool und hier lässt der gute Carpenter dann auch mal wieder so richtig sein Talent spielen, dieser Teil ist beängstigend, schaurig, absurd und auch witzig – toll! Aber danach geht es genau so behäbig weiter, weitere 40 Minuten passiert relativ wenig, um dann in den letzten 20 Minuten plötzlich total hektisch durch den letzten Akt zu hetzen.
Und auch das Ende ist weder schlüssig noch kohärent oder gar intelligent konstruiert, sondern einfach nur total bescheuert (wieso kam denn bisher niemand auf die Idee, diese blöde Sendeschüssel zu zerstören????). Die Action ist selbst für 80er-Jahre-Verhältnisse lächerlich, die schauspielerischen Leistungen bestenfalls auf Telenovela-Niveau und der Plot, naja, genauso hanebüchen wie vorhersehbar. Dafür ist der Trashfaktor von Anfang an ziemlich hoch, man könnte fast meinen, John Carpenter hat den ganzen Quatsch von vornherein als Trashorgie angelegt. Bis zum völlig absurden Finale schlägt der Film nochmal zahlreiche Trash-Kapriolen, incl. einer Wartehalle für “Flüge” nach Andromeda ist alles dabei, das Drehbuch dreht in den letzten 10 Minuten nochmal kräftig durch.
FAZIT: Billige und platte Kapitalismuskritik, die lediglich als Vorwand herhält, um eine mittelmäßige und wenig originelle Science-Fiction-Story zu erzählen. Statt ausgefeiltem Drehbuch, starken Schauspielern und einer atmosphärischen Inszenierung gibt’s hauptsächlich Trash-As-Trash-Can. Die gerade noch gute Wertung gibt’s von mir allein wegen meiner Kindheitserinnerung an “Rowdy” Roddy Piper, der ein guter Wrestler, aber beileibe kein guter Schauspieler ist.