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Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
obiges Zitat von König Balduin aus dem Film beschreibt meiner Meinung nach die Thematik des Film am zutreffendsten.
Es geht um die moralische Entscheidungsfreiheit eines Jeden, mit der wir uns permanent in unserem Leben auseinandersetzen. Balian von Ibelins Figur zeigt, dass sich der Weg zum Glauben und zur moralischen Unabhängigkeit keineswegs widersprechen müssen, sondern Hand in Hand zu einer enormen Kraft im Leben antreiben können.
Den Gegepool dazu stellen die Charaktere von Guido von Lusignan und Rainald von Chatillon dar, die den potenziellen Wahnsinn einer religösen Hörigkeit, die zu Intoleranz, Volksverhetzung und Superioritätsdenken verleiten kann, aufzeigen.
Dass Orlando Blooms in so mancher Jornalie und allgemein in den Medien wegen seiner "kalten" Darstellung des Charakters Balian kritisiert wurde kann ich nich nachvollziehen, denn es ist die einzige Möglichkeit den Überhelden Balian menschlich wirken zu lassen.
Der Film hat mich nicht nur wegen der mitreißenden und philosphischen Thematik gefesselt, sondern auch der Unterhaltungswert ist wirklich hoch. Denn neben der atmospärischen Höhepunkten (z.B. Aufmarsch der Armeen) ist auch die Filmmusik und die schauspielerische Darstellung sehr ansprechend.
Wer neben der großen Geschichte noch mehr über die einzelnen Personen und deren Handlungshintergrund erfahren möchte, dem kann ich den "Director`s Cut" wärmstens ans Herz legen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: ein wirklich tiefgehendes und bombastisches Filmerlebnis!
Regisseur Scott wollte eigentlich eine 45 Minuten längere Fassung in die Kinos bringen. Dazu kam es aber nicht, weil die Produzenten bei den zusätzlichen Sequenzen und einem weiteren Handlungsstrang Angst hatten, ihnen könnten wegen dem erhöhten Anspruch die Zuschauer weglaufen. So kam ein vollkommen unstrukurierter Kingdom of Heaven auf den Markt. Ich habe mir den Director's Cut geholt und rate jedem, sich den unbedingt anzuschauen, wenn man die Chance dazu hat. Dieser Film ist einfach um längen besser. Die dramaturgischen und geschichtlichen Löcher, die in der Kinofassung durch das fehlen etlicher Szenen entstanden sind, werden hier gefüllt. Schade, das die Vollversion nie einen höheren bekanntheitsgrad erreichen wird, denn bei diesem Film handelt es sich eindeutig um ein episches, zeitloses Meisterwerk der klassischen Rittergeschichten.
Es ist wahnsinn wie sich diese Version in Sachen Tiefgang und Charakterentwicklung unterscheiden. Der Film wirkt endlich wie aus einem Guss und ist meiner Meinung nach ein Meisterwerk im Directors Cut. Müsste ich eine Bewertung abgeben so würde die Kinoversion 5 und der Directors Cut 9 Punkte erhalten. Jeder der die Chance hat sollte dem Film noch einmal die Möglichkeit geben den schlechten Eindruck aus dem Kino zu neutralisieren.
Mit "Königreich der Himmel" ist Altmeister Ridley Scott leider nur ein recht mittelmäßiges Historien-Drama gelungen, von dem man durchaus mehr hätte erwarten dürfen. Die Handlung selbst basiert lose auf der wahren Geschichte des Balian von Ibelin, doch leider wurde diese von Scott recht flach und spärlich umgesetzt, so dass eigentlich zu keinem Zeitpunkt so etwas Ähnliches wie Spannung aufgebaut werden kann. Alles ist typisch klischeehaft und der Verlauf der Geschichte kann sich jeder einzelne schon nach 5 Minuten selbst ausmalen. Gefallen kann "Königreich der Himmel" allerdings wiederum durch seine tollen und exotischen Bilder und durch wirklich ausgezeichnete Kämpfe und Schlachten. So weiß vor allem die Schlacht um Jerusalem am Ende des Films besonders zu gefallen. Schauspielerisch ist der Film auf mittelmäßigem Niveau, weder Orlando Bloom noch Eva Green können in ihren Rollen wirklich überzeugen. Die Nebenrollen sind dagegen unter anderem mit Liam Neeson und Jeremy Irons recht gut besetzt.
Alles in allem ist "Königreich der Himmel" ein etwas enttäuschendes und "nur" rein durchschnittliches Historien-Drama geworden, das zwar mit tollen Bildern und großartigen Kämpfen gefallen kann, dessen flache und vorhersehbare Geschichte und seine klischeehaften Aussagen ihm letztendlich aber das Genick brechen. Für generelle Fans von Historienfilmen und Orlando Bloom zwar dennoch durchaus zu empfehlen, Zuschauer etwas anspruchsvolleren Kost dürften hiermit allerdings wohl weniger glücklich werden!
Viel tiefer will ich mich hierzu gar nicht äussern. Ich habe vor ein paar Jahren die normale Kinoversion gesehen. Diese gefiel mir recht gut, aber blieb (bis auf den wohl würdevollsten Antagonisten der Filmgeschichte, Saladin) wenig im Gedächtnis.
Der Director´s Cut jedoch ist meiner Meinung nach locker auf einem Level mit Filmen wie der Herr der Ringe Trilogie, Braveheart oder Gladiator.
Deswegen bitte ich die Filmstarts Redaktion eine überarbeitete Review für den Director´s Cut zu veröffentlichen, da diese es verdient hat gesehn zu werden.
Ich bin mir fast sicher, dass, ähnlich wie bei Blade Runner, der Film im Nachhinein noch Kultstatus erlangt.