The Da Vinci Code - Sakrileg
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3,0
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Sunny1974
Sunny1974

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3,0
Veröffentlicht am 28. Februar 2012
Den Film wollte ich schon so lange sehen und naja was soll ich sagen, so toll fand ich den nicht. Er ist nett gemacht und hatte auch Spannung. Schauspieler sind Top gewesen. Mein Mann kennt sogar das Buch und er ist genauso enttäuscht gewesen, daher nur 3 Sterne.
Kino:
Anonymer User
0,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Das Thema eines jeden Thrillers die Angst, und Ängste ändern sich.

In den Fünfzigern hatte man Angst vor grünen Männchen, Ende der Sechziger beschwor man die bösen Geister der Technik und in den Neunzigern wetterte man auf die Gespenster der Ökonomie...





Dass in diesem Film Fiktion und "Wirklichkeit"  verknüpft werden ist blanker Unsinn, wohl eher ein schönes Beispiel paranoider Pseudowissenschaft. Man beruft sich hier auf falsche Quellen und irgnoriert sämtliche Fakten, die der hier verbreiteten Idee zuwiderlaufen würden.





So ist es beispielsweise im Spätmittelalter und in der Frührenaissance üblich gewesen, Johannes den Jünger besonders kindlich-feminin darzustellen. Ein kleiner Blick in die Kunstgeschichte reicht aus um dutzende Werke dieser Art zu sehen. Den Grund findet man in der Bibel, die ja nun eine der wichtigsten Inspirationsquellen war. Dort steht sogar, dass Johannes der Jünger, den Jesus am meisten liebte!

Verfügten etwa all die Künstler dieser Zeit über "Geheimwissen"?

In diesen populistischen pseudo-historischen Verfilmungen tauchen solche Fakten natürlich nicht auf. 





Noch ein Irrtum: Wenn man die Schale mit dem Heiligen Gral gleichsetzt, hätte da Vinci keinen Grund gehabt, diese Schale beim letzten Abendmahl darzustellen, da sie zur Kreuzigung gehört. So einen Fehler hätte sich solch ein brillanter Geist nicht erlaubt.



Noch ein Fehler: Die Göttlichkeit Jesu wird bereits im Neuen Testament mehrfach angesprochen und wurde nie in Frage gestellt. Das erste Konzil von Nicäa entschied nicht darüber, ob Jesus als Gott oder als Mensch anzusehen sei, sondern stellte fest, dass er mit Gott-Vater wesensgleich und nicht, nur „wesensähnlich“ sei. Die These, Jesus sei nur als Mensch anzusehen, stand nicht zur Debatte. Hier wird angegeben ,die Abstimmung auf diesem Konzil sei äußerst knapp ausgefallen – in Wahrheit gab es nur drei Gegenstimmen zum Konzilsentscheid, während der Rest der anwesenden Bischöfe zustimmte.



Hätte jetzt noch einen Haufen solch Brownschen Unsinn aufzählen können - erspare es mir aber an dieser Stelle.





Ich habe nichts gegen Fiktionen, ganz im Gegenteil. Den Anschein zu erwecken, es handle sich um "fundiertes Wissen" ist Volksverdummung aller erster Güte.



Viele Leser Leute glauben inzwischen, der Verfasser der Romanvorlage sei Historiker.





Vielleicht - und das hoffe ich - kommt ihr auch dahinter,  dass hier Geheimnisse offenbart werden, die keine sind.



Und die filmische Umsetzung ist doch eher durchschnittlich, oder?



Natürlich kann ich in die Bibliothek gehen, wenn ich Fakten will, das ist richtig. Um mich geht es mir aber nicht. Es geht um die breite Masse und darum was sie glaubt. Es geht darum, dass Pseudowissenschaften immer populärer werden, weil sie einfacher sind und schnellere (aber falsche) "Erklärungen" liefern. Es geht darum, dass die Leichtgläubigkeit der breiten Masse durch solchen Unsinn gefördert wird.



Übrigens: Es gibt so viele geniale, fiktive Filme vor historischem Hintergrund. Gute Beispiele sind Master and Commander, Lawrence von Arabien, Barry Lyndon, Braveheart etc... Auch hier kann man nach historischen Fehlern suchen, wäre aber unsinnig weil hier keine dämlichen "Theorien" aufgestellt werden. Außerdem merkt man den Filmen an, dass es den Machern um die Sache ging und nicht um Erfolg.





P.S. In einem Interview zu seinem Roman sagte Mr. Brown: „Ich begann als Skeptiker. Als ich mit den Recherchen für den Da Vinci Code begann, dachte ich, dass ich eine Menge von dieser Theorie über Maria Magdalena und das Heilige Blut und diese ganzen Sachen widerlegen würde. Aber ich wurde ein gläubiger Mensch.“







Lamya
Lamya

1.384 Follower 801 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Ich fand den Film leider nur Mittelmäßig. An den Schauspielern und deren Leistung gibts es nichts zu bemängeln. Der Film an sich war irgendwie etwas langweilig und nur relativ selten spannend. Die Geschichte muss einen auch vlt. etwas mehr interessieren. An sich nett gemacht, aber mein Fall war es irgendwie nicht. Urteilt selbst...



5/10
udo43
udo43

10 Follower 46 Kritiken User folgen

0,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Allgemeine Dan Brown-Kritik:



Das Thema eines jeden Thrillers die Angst, und Ängste ändern sich.

In den Fünzigern hatte man Angst vor grünen (oder den Roten?) Männchen.

Ende der Sechziger beschwor Michael Crichton die bösen Geister der Technik und in den Neunzigern wetterte John Grisham auf die Gespenster der Ökonomie.



Die Liste ist lang.



Nun kommt die Vergangenheit. Und natürlich müssen unheimliche - weil unverstandene - Religionen herhalten.



Dass in Browns Romanen Fiktion und "Wirklichkeit" verknüpft werden ist blanker Unsinn. Wohl eher ein schönes Beispiel paranoider Geschichts-"Wissenschaft". Er beruft sich auf falsche Quellen und irgnoriert sämtliche Fakten, die seiner "These" zuwiderlaufen würden. Wohl aus diesem Grund.



So ist es beispielsweise im Spätmittelalter und in der Frührenaissance üblich gewesen, Johannes den Jünger besonders kindlich-feminin darzustellen. Ein kleiner Blick in die Kunstgeschichte reicht aus, um dutzende Werke dieser Art zu sehen. Den Grund findet man in der Bibel (vielleicht mal lesen!), die ja nun eine der wichtigsten Inspirationsquellen war. Dort steht sogar, dass Johannes der Jünger der Mann war, den Jesus am meisten liebte! War Jesus schwul? Daraus ließe sich wieder eine noch neuere "These" schmieden.



Verfügten etwa all die Künstler dieser Zeit über brownsches "Geheimwissen"? Mysteriös! In Browns populistischen pseudo-historischen Romanen tauchen solche Fakten natürlich nicht auf. Warum auch - die Kasse muss klingeln! Bravo.





Noch ein Irrtum: Die Gralslegende ist erst im Mittelalter entstanden und der einzige Bezug zum biblischen Text ist der von Josef von Arimathäa, der das Blut Jesu in einer Schale aufgefangen haben soll. Selbst wenn man die Schale mit dem Heiligen Gral gleichsetzt, hätte da Vinci

keinen Grund gehabt, diese Schale beim letzten Abendmahl darzustellen, da sie zur Kreuzigungsszene gehört.



Solch einen dumpfbackigen Fehler hätte sich solch ein brillanter Geist nicht erlaubt.





Noch mehr Unsinn: Die Göttlichkeit Jesu wird bereits im Neuen Testament mehrfach angesprochen und wurde in der kirchlichen Orthodoxie nie in Frage gestellt. Das erste Konzil von Nicäa entschied nicht darüber, ob Jesus als Gott oder als Mensch anzusehen sei, sondern stellte fest, dass er mit Gott-Vater „wesensgleich“ und nicht, wie die Arianer behaupteten, nur „wesensähnlich“ sei. Die These, Jesus sei nur als Mensch anzusehen, stand nicht zur Debatte. Brown gibt fälschlich an, die Abstimmung auf diesem Konzil sei äußerst knapp ausgefallen – in Wahrheit gab es nur drei Gegenstimmen zum Konzilsentscheid, während der Rest der anwesenden Bischöfe zustimmte.







Nun zu Illuminati und der bösen Antimaterie:



Im Roman wird ein Viertelgramm Antimaterie hergestellt, die beim Kontakt mit Materie alles im Umkreis von rund einem Kilometer vernichten soll. Hier beginnt das Reich der Fiktion: Ein Viertelgramm Antimaterie in einer Flasche! Zum Glück kann (und wird) so etwas niemand bauen.



Stattdessen produzieren die Physiker im CERN sehr kleine Mengen, die völlig ungefährlich sind. Während eines Jahres produzieren am CERN winzige Mengen von ca. 1 Nanogramm Antimaterie, für die im Film erzeugten Viertelgramm würden wir also ca. 250 Millionen Jahre benötigen. Zudem bleibt die Antimaterie nicht erhalten und verschwindet wieder, weil sie zu Energie wird. So viel dazu.



Zudem hat sich Brown verrechnet: Egal - die Kasse muss klingeln. Um die Sprengkraft von Antimaterie zu berechnen, setzt man E=mc2 ein. Allerdings muss man diese Formel „richtig“ anwenden. In der Tat scheint Brown die Sprengkraft der Bombe um einen Faktor 2 zu klein berechnet zu haben. Sie entspricht in Wirklichkeit ca. 10 Kilotonnen des Sprengstoffs TNT, damit könnte man allerdings ganz Rom und Umgebung pulverisieren. Hinzu kommt, dass Antimaterie als Energie der Zukunft – grundsätzlich (!) unmöglich ist. (Wir sind heute-im Gegendsatz zu "früher" -in der Lage solche grundsätzlichen Erkenntisse zu erhalten.) Da es in unserer Galaxie keine natürliche Vorkommen von Antimaterie gibt (das ist gesichert), muss jedes Antiteilchen mit ungeheuer viel Energie herstellt werden. Und zwar mit viel mehr Energie, als man dann aus der Materie-Antimaterie Vernichtung wieder gewinnen könnte. Übrigens ist CERN kein militärisches Projekt, sondern ein ziviles. Dort arbeiten (und arbeiteten) mehrere tausend Menschen aus vielen Ländern der Welt. Sie gehören natürlich alle einem Geheimbund an, oder die meisten sind nur Handlanger ohne es zu wissen. Na klar, hatte ich vergessen.





Hätte jetzt noch einen Haufen brownschen Unsinn aufzählen können - erspare es mir aber an dieser Stelle.





Ich habe nichts gegen Fiktionen, ganz im Gegenteil, aber den Anschein zu erwecken, es handle sich um "fundiertes Wissen" ist Volksverdummung aller erster Güte. Viele Leute glauben inzwischen, Dan Brown sei Historiker! Danke.



Ein Zusatz wie: "Alle Überlegungen und Thesen sind frei erfunden, nicht fundiert und dienen ausschließlich zu Unterhaltungszwecken" hätte ich vernünftig gefunden.



Wie sagte einst Kant: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen...





In diesem Sinne: Habt Mut und denkt nach - die wirkliche Historie ist übrigens viel spannender!



Vielleicht - und das hoffe ich - kommen einige Leute mal dahinter, dass Dan Brown Geheimnisse offenbart, die keine sind.



Über die filmischen Umsetzungen brauche ich hier nicht zu schreiben, sie haben höchstens Serienformat.
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Also wenn ich sehe, dass ein Film wie z.B. Saw die gleiche Wertung bekommt, wie The Da Vinci Code, dann halte ich das für doch sehr lächerlich... Der Film ist ok und die Wertung der Redaktion durch und durch nicht passend.
skykiller
skykiller

4 Follower 25 Kritiken User folgen

1,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Also das Buch war ja nun Genial oder ? Ich freute mich den Film endlich mal sehen zu können,und wurde enttäuscht.Die Spannung des Buches bringt der film nur Gebremst rüber und Tom Hanks darstellung des Robert Langdon wirkt irgendwie zu Hölzern.Manche Texte des films wurden 1:1 vom Buch übernommen,als ob dem Drehbuchautor Akiva Goldsman keine eigenen eingefallen wären.Schade eigentlich.
omaha83
omaha83

79 Follower 202 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Der Film ist schon von der Machart ganz nett, aber das Problem ist, er ist nicht spannend. Vielleicht liegt es daran das ich das Buch schon kenne, vielleicht aber auch daran, das das Rätselraten in dem Film nicht so gut dargestellt wurde. Schauspielerisch kann man eigentlich nur bei Audrey Tautou Abstriche machen, da sie (leider) nur Stichwort-Geber für ihre Gegenüber war. Aber trotzdem ein Film für einen unterhaltsamen Filmabend.
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Gleich eines vorneweg: ich habe das Buch "Sakrileg" leider nicht gelesen und kann daher auch keinen Vergleich dazu ziehen! Insgesamt muss ich aber sagen, dass mir "The Da Vinci Code" wirklich gut gefallen hat und bis zum Schluss mit seinen immer neuen Wendungen meine Aufmerksamkeit stets hoch halten konnte. Auch wenn Tom Hanks anfangs etwas ungewöhnlich in der Rolle des unfreiwilligen Abenteurers wirkt, spielt er die Rolle doch recht ordentlich, wenngleich eine bessere Besetzung durchaus möglich gewesen wäre. Einizges Manko sind die vielen kirchlichen Hintergründe und Zusammenhänge, die aufgrund ihrer Vielzahl dem Publikum nicht immer ganz transparent gemacht werden können.

Aber alles in allem ist "The Da Vinci Code" tolles und spannendes Abenteuer-Kino geworden, das trotz der etwas längeren Laufzeit von knapp 2,5 Stunden durchgehend unterhalten kann. Wie allerdings Kenner des Buches zu dem Film stehen, kann ich wie schon erwähnt leider nicht beurteilen.
Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Übersetzt in 44 Sprachen, über 80 Millionen verkaufte Exemplare, die Filmadaption allein in Deutschland mit über 5,6 Millionen Besuchern: „The Da Vinci Code“ ist eine Erfolgsgeschichte sondergleichen, der protestierende Nonnen und aufbrausende Kirchenvorstände nichts entgegensetzen konnten. Dan Browns für erzkonservative Vertreter skandalöse Mischung aus Fakten und Fiktion rund um die Möglichkeit, das Jesus Christus Maria Magdalena nicht nur geehelicht, sondern zudem geschwängert haben könnte und damit ein Nachfahre des Gottessohnes unter uns wandelt, erhitzte die Gemüter, wurde schärfer für Browns Thesen, denn für seinen simplen Schreibstil kritisiert. Abseits aller Skandalträchtigkeit bleibt am Ende ein recht spannender Schmöker, der sich bei kaum sechs Seiten pro Kapitel flott runter lesen lässt, seine rätsellastige Schnitzeljagd zumindest geschickt und mit eingem Mitfieber-Potenzial erzählt. Ron Howards unvermeidliche filmische Adaption fällt in ihrer stoisch-uninspirierten Vorlagentreue dagegen ab, kann Kennern des Romans eigentlich gar nichts bieten, bleibt aber auch für Unkundige hinter der Spannung und Raffinesse zurück, die der Stoff beinhaltet. Was bleibt, ist flaches Unterhaltungskino, aber immerhin mit Starbesetzung und nicht zu verachtenden Schauwerten.

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Der Harvard-Symbologe Robert Langdon wird nach einem Vortrag in Paris zum Tatort eines rätselhaften Verbrechens gerufen: der Chefkurator des Louvre, Jacques Saunière, wurde ermordet, konnte allerdings vor seinem Tod eine mysteriöse Botschaft auf dem Boden und am eigenen Körper hinterlassen. Schnell erkennt Langdon die Verweise Saunières auf den Künstler Leonardo Da Vinci, bis die Kryptologin Sophie Neveu eintrifft und ihn vor dem ermittelnden Kommissar Fache warnt, für den Langdon der Hauptverdächtige ist. Neveu stellt sich als Enkelin des Toten heraus und gemeinsam mit Langdon begibt sie sich auf die Flucht und gleichzeitig auf die Suche nach einem Jahrhunderte alten Geheimnis, das die Grundfesten des chrstlichen Glaubens erschüttern könnte und dessen Hüter Saunière gewesen zu sein scheint...

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Ähnlich wie die ersten beiden „Harry Potter“-Adaptionen unter der Regie von Chris Columbus erweist sich auch Howards „The Da Vinci Code“ als sich so eng an die Vorlage anschmiegend, dass sich die Frage der Notwendigkeit nach einer filmischen Umsetzung einer bei Lesern und Zuschauern derart präsenten Vorlage (Buch 2003 erschienen, Film von 2006) quasi unentwegt stellt. Beantworten lässt sie sich am Ende nur mit der kommerziellen Kalkulierbarkeit des Projektes, für das man locker 125 Millionen ausgeben kann, wenn mit über 750 Millionen an Einspiel zu rechnen ist. Mit der Einfallsarmut, die Akiva Goldsmans Buch und Howards Inszenierung für die Kundigen offenbaren, stößt die Trivialität der Umsetzung die Unkundigen vor den Kopf. Die Geschichte stellt ihren Protagonisten Robert Langdon wie Schulunterricht vor eine schwierige Aufgabe nach der anderen und während der gewissenhafte Buch-Langdon sich einige Flüchtigkeitsfehler erlaubt, am Ende aber saubere und nachvollziehbare Rechenwege und Lösungen präsentiert, liegt auf dem Schoß des Film-Langdon das Lösungsbuch und er kann rechthaberisch einfach die Ergebnisse in den Raum brüllen. Das wirkt im Handlungsverlauf mehr als einmal willkürlich und schlicht behauptet, es wird zwar viel drumherum erklärt, die entscheidenden Lösungen fallen Langdon aber viel zu simpel zu. Wenn er und seine Begleiterin Sophie zum Beispiel zum Öffnen eines Bankschließfaches einen zehnstelligen Zahlencode eingeben müssen und sich zwischen einer bewusst falsch geordneten und der richtigen Fibonacci-Folge entscheiden müssen geht dieses im Roman mit einem mehrseitigen Dialog einher, der verdeutlicht, warum nur eine der beiden Zahlenfolgen korrekt sein kann. Im Film ist sich Langdon sofort sicher, wodurch hier und an vielen weiteren Stellen die Dimension des Stoffes kaum wahrnehmbar ist und die Rätsel mit ein bißchen Kreuzworterfahrung lösbar scheinen. Damit erklärt der Film genug für die Durchschaubarkeit, aber zu wenig für Plausibilität und die Tricks eines Autoren, selbst die abstruseste Geschichte noch glaubhaft verkaufen zu können, gehen im Film überwiegend nicht auf.

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Die Schauspielgarde in „The Da Vinci Code“ profitiert indes in der Mehrheit von einfachen Tatsachen: ihren Namen und der augenscheinlichen Passgenauigkeit. Tom Hanks ist Tom Hanks, ein Grundsatzsympath, den man immer gerne sieht, der alles spielen kann und auch wenn Dan Brown im Zusammenhang mit Langdon von Harrison Ford spricht, ist er natürlich auch mit dem Symbologen alles andere als überfordert oder deplatziert. Zu den Glanzlichtern in Hanks‘ Karriere zählt seine Performance trotzdem bei weitem nicht, dafür wird ihm viel zu wenig abverlangt und oft kommt hier auch ein Darsteller seine Güte nicht über die bloße Aufsagefunk tion der vom Buch vorgegebenen Dialog hnaus. Die schnuckelige Audrey Tautou und die Allzweckwaffe für die Besetzung eines grimmigen Frazosen Jean Reno, liegen als Besetzung von Sophie und Polizeijadghund Bézu Fache quasi auf der Hand und beide machen nichts grundlegend falsch, aber auch nichts bemerkenswert richtig. Von der Gleichberechtigung des Buches, in dem Sophies kryptologisches Wissen Langdons symbologisches ergänzt, größtenteils entbunden, fehlt es Tautou ein wenig an Zugriff auf ihre Rolle und meist stellt sie einfach nur mit großen Augen die typsichen Watson-Fragen, um Sherlock-Langdon seine schlauen Erklärungen zu ermöglichen. Jean Reno indes schaut grimmig drein und meistert diese Anforderung gewohnt routinert. Alfred Molina als Bischof Aringarosa bekommt nur wenige Szenen ohne bleibenden Eindruck, ebenso die deutsche Importware Jürgen Prochnow. Highlight in der Besetzung und auch schauspielerisch ist zweifelsfrei Sir Ian McKellen. Der Brite, der im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts beeindruckende BoxOffice-Zahlen vorweisen kann (vor allem dank der „Der Herr der Ringe“- und „X-Men“-Trilogien) legt als Gralsexperte Leigh Teabing einen energiegeladenen Auftritt hin und würzt das ansonsten sehr ernste Spektakel mit feinem Humor. Der bekennende Atheist Paul Bettany wäre für die Rolle des Opus Dei-Mönches Silas wohl nicht jedermans erste Wahl gewesen, verleiht dem bleichen Hünen (mit leichter optischer Abwandlung zum Buch) jedoch eine schön schaurige Aura und in den Szenen der rituellen Selbstgeiselung eine verstörende Faszination. Wie schon in der Vorlage ist Silas auch im Film einer der interessanteren Charaktere, wenn auch einiges an Hintegrund außen vor bleibt und der Killermönch im Zuge einer Storyschwäche in der zweiten Hälfte völlig verschenkt wird.

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Ausgezeichnet funktionieren in „The Da Vinci Code“ Ausstattung und Sets. Die Originalschauplätze, wie der Louvre, beziehungsweise nachgestellte und –gebildete Drehorte, die etwa als Ersatz für Westminster Abbey oder Saint-Sulpice dienen, werden durchweg schön und touristentauglich in Szene gesetzt und werden für einige sehr atmosphärische Momente passend eingesetzt. Dadurch ist dem Film ein gewisser Unterhaltungswert nicht abzusprechen, der mehr räumliche Tiefe, als der Zelluloidstreifen, auf den er gebannt ist, eben nicht hergibt. Ohne wirklich Spannung aufzubauen geht das Geschehen doch mit Zug voran, der Erklärungsmarathon, den Langdon und später Teabing abspulen, wird mit netten, gut umgesetzten und einigermaßen abwechslungsrechen Passagen visuell aufgelockert, woran der Kostenaufwand der Produktion ersichtlich wird. Aufglimmende Buchstaben und Symbole beim Enträtseln der Hinweise entsprechen der in Howards „A Beautiful Mind“ eingeführten und viel zitierten und parodierten Codeknackerverdeutlichungsroutine und wie Zitat und teils (unfreiwillige) Parodie wirken sie dann auch hier. Eben wie Howards gesamte Regie irgendwie funktionabel, aber trotzdem austauschbar und einfallslos. Wie sehr seine Qualitäten, um voll zur Geltung zu kommen, von einem außergewöhnlich guten Drebuch abhängen (wie aktuell im Falle des erstklassigen „Frost/Nixon“) macht „The Da Vinci Code“ überdeutlich klar.

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In seiner Mischung aus tumber Vorlagentreue, fehlender Tiefe und des unspektakulären Fehlens jeglicher Dimension auf der einen, aber auch seiner optischen Werte, dem wohligen Gefühl, das einem die vielen bekannten Gesichter in ihren Rollen bereiten und einem gelungenen, weil zurückhaltenden, gut temperierten Score von Hans Zimmer auf der anderen Seite ist „The Da Vinci Code“ letztlich ein höchst durchschnitlicher Film. Gegen Ende, da der Hauptantagonist reichlich früh entlarvt und weitere Gegner und Verfolger Langdons und Sophies selbst zu Betrugsopfern degradiert werden, geht zudem viel an Zug verloren und das große Geheimnis, dessen Ausmaß kaum Bedeutung zukommt, aber immerhin ein theoretisch interessantes Gedankenspiel ist, plätschert seiner Auflösung entgegen. Ohne die immense Popularität der Vorlage wäre die brisante Story so, wie sie hier umgesetzt wurde, sicher als Thriller von der Stange in der Versenkung verschwunden, denn abseits der sichtlich kostspieligen und aufwendigen Produktionswerte bliebe rein dramaturgisch kaum mehr, als ordentliches TV-Niveau. In einer ganz simplen Wertigkeitsformel zusammengefasst ist der Film zu gut, um schlecht zu sein, aber Mittelmaß ist manchmal eben noch unnötiger.

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komplette Review siehe: http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=418824324&blogId=516465878
Kino:
Anonymer User
0,5
Veröffentlicht am 19. März 2010
Das Thema eines jeden Thrillers die Angst, und Ängste ändern sich.

Ende der Sechziger beschwor man die bösen Geister der Technik, in den Neunzigern wetterte man auf die Gespenster der Ökonomie...





Dass in diesen Romanverfilmungen Fiktion und "Wirklichkeit"  verknüpft werden ist blanker Unsinn, wohl eher ein schönes Beispiel paranoider Pseudowissenschaft. Man beruft sich hier auf falsche Quellen und irgnoriert sämtliche Fakten, die der hier verbreiteten Idee zuwiderlaufen würden.



Es ist doch so: Sobald ich mir aussuche, welche Fakten ich beachte und welche ich ignoriere, kann ich alles "erklären" oder "beweisen".



So ist es beispielsweise im Spätmittelalter und in der Frührenaissance üblich gewesen, Johannes den Jünger besonders kindlich-feminin darzustellen. Ein kleiner Blick in die Kunstgeschichte reicht aus um dutzende Werke dieser Art zu sehen. Den Grund findet man in der Bibel (vielleicht mal lesen!), die ja nun eine der wichtigsten Inspirationsquellen war. Dort steht sogar, dass Johannes der Jünger, den Jesus am meisten liebte! War Jesus schwul? Daraus ließe sich wieder eine noch neuere "These" schmieden. Oder verfügten etwa all die Künstler dieser Zeit über "Geheimwissen"? Mysteriös! In Browns populistischen pseudo-historischen Romanen tauchen solche Fakten natürlich nicht auf. Warum auch - die Kasse muss klingeln! Bravo. 





Noch ein Irrtum: Die Gralslegende ist erst im Mittelalter entstanden und der einzige Bezug zum biblischen Text ist der von Josef von Arimthäa der das Blut Jesu in einer Schale aufgefangen haben soll. Selbst wenn man die Schale mit dem Heiligen Gral gleichsetzt, hätte da Vinci keinen Grund gehabt, diese Schale beim letzten Abendmahl darzustellen, da sie zur Kreuzigung gehöre. Solch einen dumpfbackigen Fehler hätte sich solch ein brillanter Geist nicht erlaubt.



Noch ein Fehler: Die Göttlichkeit Jesu wird bereits im Neuen Testament mehrfach angesprochen und wurde nie in Frage gestellt. Das erste Konzil von Nicäa entschied nicht darüber, ob Jesus als Gott oder als Mensch anzusehen sei, sondern stellte fest, dass er mit Gott-Vater wesensgleich und nicht, nur „wesensähnlich“ sei. Die These, Jesus sei nur als Mensch anzusehen, stand nicht zur Debatte. Hier wird angegeben , die Abstimmung auf diesem Konzil sei äußerst knapp ausgefallen – in Wahrheit gab es nur drei Gegenstimmen zum Konzilsentscheid, während der Rest der anwesenden Bischöfe zustimmte.



Hätte jetzt noch einen Haufen solch Brownschen Unsinn aufzählen können - erspare es mir aber an dieser Stelle. Mehr dazu unter Sakrileg.





Ich habe nichts gegen Fiktionen, ganz im Gegenteil. Den Anschein zu erwecken, es handle sich um "fundiertes Wissen" ist Volksverdummung aller erster Güte. Viele Leser Leute glauben inzwischen, der Verfasser der Romanvorlage sei Historiker! Danke.





Vielleicht - und das hoffe ich - kommt ihr auch dahinter,  dass hier Geheimnisse offenbart werden, die keine sind.



Und die filmische Umsetzung ist 08/15.



Nun kann ich ich natürlich in die Bibliothek gehen, wenn ich Fakten will, das ist richtig. Es geht um die breite Masse und darum was sie glaubt. Es geht darum das Pseudowissenschaften immer populärer werden, weil sie einfacher sind und schnellere (aber falsche) "Erklärungen" liefern. Es geht darum, dass die Leichtgläubigkeit der breiten Masse durch solchen Unsinn gefördert wird.



Übrigens: Es gibt so viele geniale, fiktive Filme vor historischem Hintergrund. Gute Beispiele sind Master and Commander, Lawrence von Arabien, Barry Lyndon, Braveheart etc... Auch hier kann man nach historischen Fehlern suchen, wäre aber unsinnig weil hier keine dämlichen "Theorien" aufgestellt werden.





P.S. In einem Interview zu seinem Roman sagte Mr. Brown: „Ich begann als Skeptiker. Als ich mit den Recherchen für den Da Vinci Code begann, dachte ich, dass ich eine Menge von dieser Theorie über Maria Magdalena und das Heilige Blut und diese ganzen Sachen widerlegen würde. Aber ich wurde ein gläubiger Mensch.“







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