Na ok, seien wir ehrlich: Shakespeare ist eigentlich nichts was man mal so eben nebenbei laufen läßt oder guckt während man spült oder die Wäsche bügelt - was wohl einer der Hauptgründe ist warum ich keinen Einstieg in diesen Film gefunden habe weil ich ihm nicht die volle Aufmerksamkeit gewidmet habe. Ok, bleibt mir der tiefere Sinn verborgen, aber auch in der Schule war jedes Shakespeare Werk eigentlich ohne Reclambegleitheft nicht sonderlich zugänglich. Na gut, ungeachtet der Dinge die man nicht versteht gibt's aber auch ne Menge zu sehen: eine ganze Handvoll Stars wie Al Pacino, Joseph Fiennes oder Jeremy Irons die das Werk wohl ziemlich getreu der Vorlage wiedergeben und das alles in einer gigantischen, prunkvollen Ausstattung. Aber auch wenn mir die eigentlichen Kernpunkte verborgen geblieben sind, die halbe Stunde die die Gerichtsverhandlung dauert ist außerordentlich spannend.
Fazit: Starbesetztes Kostümdrama voller prunkvoller Ausstattung - inhaltlich nur etwas schwer zugänglich!
erst einmal muss ich sagen ein top film mit einer top umsetzung eines so schweren stoffs, der film ist selbst für nicht "kenner" verständlich und bringt enorme ausdruckskraft durch beihanhe wörtliche dialoge mit sich
“The Merchant of Venice” war nie eines meiner Lieblings-Shakespeare-Stücke, um so überraschter war ich, endlich nach langer Zeit mal auf eine Shakespeare-Verfilmung gestoßen zu sein, die zumindest nicht total mies ist. Tatsächlich ist dieser Film hier ziemlich gut gelungen, was überwiegend Al Pacino zu verdanken ist. Er ist die perfekte Besetzung für den Shylock und spielt seine Rolle mit Leib und Seele und jederzeit überzeugend. Auch Joseph Fiennes und Jeremy Irons haben mir gut gefallen, Lynn Collins sieht überwiegend gut aus, als Schakespeare-Schauspielerin würde ich sie jedoch nicht besetzen.
Da die Handlung ja hinlänglich bekannt ist (und wer, wenn nicht Shakespeare-Fan schaut sich so etwas überhaupt an?), gibt es naturgemäß wenig Überraschungen, sondern man erfreut sich am famosen Schauspiel (Al Pacino!!!!) und an den wirklich sehr beeindruckenden Sets. Diese sind sehr liebevoll und detailliert gestaltet, es wurde an Originalschauplätzen gedreht und der Film atmet wirklich Venedig aus jeder Pore. Dennoch bleibt es natürlich ein eher schwer zugänglicher Stoff, man muss sich schon sehr auf diese 16. Jahrhundert-Sprache einlassen können und auch in der richtigen Stimmung für so ein 131-Minuten-Koloss sein. Überflüssig, zu erwähnen, dass sich die wunderbare Sprache von William Shakespeare natürlich nur in der Originalversion erschließt, die deutsche Synchronisation ist indes kaum zu etragen.