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Anonymer User
2,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Nachdem ich in letzter Zeit eher schwache Literaturverfilmungen vorgesetzt bekommen habe, waren auch die Erwartungen an diesen Film eher spärlich. Nachdem ich den Film nun gesehen habe muss ich sagen dass sie dennoch zu hoch angesetzt waren.
Neben der (auch im Buch vorhandenen) extrem an den Haaren herbeigezogenen Storywendung gegen Ende un der absurden Schlussszene, ist mir vorallem nicht ganz klar wie man mir den Hauptcharakter verkaufen möchte. Einerseits verdient er den Tod von Minute zu Minute immer mehr, andererseits wird einem der kranke Geruchsfreak als genial und nachvollziehbar handelnd vorgestellt, sodass sich weder Spannung breit machte, noch großes Mitleid mit den Opfern entsteht.
Zudem wirkt der Film künstlich in die Länge gezogen. In vielen Szenen macht sich so schon Langweile breit, wo man wohl dachte den Zuschauer durch gekonntest "Hinhalten", zu fesseln. Auch die Jagdt nach dem Perfekten Parfum, wo eine Frau nach der Anderen um die Ecke gebracht wird und die Verfolgung der Adligen ist einfach viel zu eintönig.
Mein "schwankendes" Urteil kommt nun so zu Stande, dass mir der Film in den ersten 45-60 Minuten besser gefallen hat als ich dachte. Der Hauptcharakter wird mir, sehr gut erzählt, vorgestellt. Die Skrupellosigkeit und das verrückte Genie in dem Protagonisten ließen mich auf einen doch sehr unterhaltsamen Film hoffen. Die oben beschriebenen Mängel haben mir diese Hoffnung jedoch zu nichte gemacht und mir eine weitere unterdurchschnittliche Buchverfilmung beschert.
Gleich eines vorneweg: das Buch habe ich leider nicht gelesen, kann daher auch keinen Bezug dazu nehmen. "Das Parfum" ist eine gute Verfilmung geworden, dessen Ende aber eine bessere Bewertung klar verhindert. Die Story selbst ist sehr originell und interessant und wird von Regisseur Tom Tykwer im Großen und Ganzen gut inszeniert. Die Atmosphäre des mittelalterlichen Paris ist wunderbar eingefangen und verleiht dem Film ein passendes Gewand. Einzig das Ende wirkt teils lächerlich und nimmt dem Film etwas die Seriösität, was wohl aber der Buchvorlage geschuldet ist. Schauspielerisch ist "Das Parfum" ebenfalls auf gutem Niveau, vor allem Hauptdarsteller Ben Whishaw kann in der Rolle des Mörders gefallen.
Alles in allem kann "Das Parfum" durchaus überzeugen, wenngleich das Ende nicht wirklich gelungen wirkt. Eine tolle Atmosphäre und eine gute Inszenierung lassen den Film für gute 2 Stunden Unterhaltung sorgen. Fans des Buches dürften eventuell eine andere Meinung dazu haben.
Es ist schon ein hoher Anspruch, wenn man versucht, einen Duft optisch so umzusetzen, dass er vom Publikum wahrgenommen werden kann. Und dass gelingt Tykwer gleich in den ersten zehn Minuten. Die Bilder vom stinkensten Ort der Erde, dem Pariser Fischmarkt, bringen den Ekel zum Zuschauer. Und man reagiert, wie man auch sieht, durch Brechreiz.
Umso erstaunter verfolgt man den langen Herstellungsprozess eines so wundervollbringenden Parfums, bei dem so viele Mädels ihr Leben verlieren. Der Gesang von einer engelhaften Stimme schwebt fast immer dann über den Bildern, wenn die rothaarige Laura (Rachel Hurd-Wood) zu sehen ist und bietet erste Interpretationsmöglichkeiten für den Schluss: dieses Parfum bringt die Liebe in die Welt, alle Menschen werden sanftmütig und der Überbringer ist der Messias, den manche einen Engel nennen und dem sie huldigen. Dabei opfert er sich selbst – stets mit bitterer Leidensmiene: Ben Whishaw. Auch Märchen können grausam sein. Muss man gesehen haben.