Schwächster Teil, aber mit einigen tollen Momenten
Alles begann mit einem tollen ersten Teil, ging weiter mit einer fantastischen Fortsetzung und war nun bei einem dritten Part angelangt, der die ersten richtigen Schwächen zeigte. Regie führte diesmal Chris Miller, der bis dato als Regisseur wenige bis keine Erfahrungen hatte, aber er arbeitete an den beiden Vorgängern mit und war an der Story beteiligt. Später sollte er auch den ersten Teil der beiden „Gestiefelten Kater“-Filme drehen. „Shrek 3“ hingegen ist leider etwas… unterwältigend. Der Streifen kriegt von Fans eh schon seit Release viel Kritik ab und gilt als schlechtester Teil der Reihe. Das sehe ich auch so, dennoch ist der Film keine Katastrophe.
Shrek und Fiona sollen das Königreich Weit Weit Weg übernehmen, als der König stirbt. Doch Shrek will lieber zurück in seinen Sumpf. Und als wäre das nicht genug, fängt Fiona plötzlich mit einem Kind an… Zu viel für den Oger!
Was „Shrek 3“ leider fehlt, ist die nötige Substanz. Teil 2 war eine phänomenale Weiterführung der ersten Geschichte und machte alles noch etwas dramatischer und wichtiger. Teil 3 fühlt sich wie ein Rückschritt an, bei dem man einen Bösewicht brauchte und ihn plötzlich als super gefährlich hinstellt. Und Prinz Charming ist als Antagonist auch gut und witzig, doch er wirkt hier viel zu aufgesetzt an manchen Stellen. Auch der Humor und einige Storyelemente sind nicht mehr so ausgefeilt, wie Teil 2. Es ist schwer zu sagen, woran das liegt… Zum Beispiel bedient sich der Film wieder etwas mehr bekannten Klischees, statt mit ihnen zu spielen und auch der neue Charakter von Arthus (oder auch Artie) hätte etwas mehr Persönlichkeit vertragen können.
Doch dafür überzeugt der Film mit cleveren Ideen, wie dem Märchencampus oder das Finale, in dem es diesmal nicht die Männer sind, die den Tag retten müssen. Richtig ausgeschöpft werden diese Ideen aber leider nur spärlich...
Shrek ist dafür wie immer sehr liebenswert in seiner fiesen Oger-Art, Fiona ist ebenfalls wieder gut und auch viele Nebenfiguren haben ihre Momente.
Optisch ist „Shrek der Dritte“ noch etwas besser, als die vorherigen Teile, nur die Musik hat nicht mehr den Erkennungswert, wie früher. Die Songauswahl ist ok, wirkt aber noch belangloser, als in den vorherigen Teilen und Harry Gregson-Williams´ Score bietet ebenfalls wenig Glanzmomente…
Ein weiterer Wehrmutstropfen ist die Synchronisation von Esel: Hier wurde er nicht mehr vom großartigen Randolf Kronberg gesprochen, weil dieser nämlich 2007 verstarb. Deswegen musste Dennis Schmidt-Foß ran, der seine Sache zwar gut macht, aber ich vermisse halt Kronberg…
Fazit: Ein solider, spaßiger dritter Teil, der aber nicht mehr an die Qualität seiner Vorgänger heranreicht. Trotzdem noch sehenswert, wie ich finde.