Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada: Kritiken
Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada
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Christian Alexander Z.
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4,5
Veröffentlicht am 17. Juni 2023
Etwas lange dauert es schon, bis die Handlungslinien dieses Episodenfilms zueinander finden. Aber dann! Mit starken Anklängen an David Lynch unterhält das Werk auf sehr hohem Niveau. Starker Cast, hervorragend in Szene gesetzt, stimmige Überraschungen so ist der Film nur einen Tick weit vom Meisterwerk entfernt. Trotz des sozialkritischen Anspruchs: viel Vergnügen.
Mit "Three Burials" ist Tommy Lee Jones ein wirklich beachtliches und ansehnliches Regiedebut gelungen. Jones bringt dabei ein sehr anspruchsvolles und bewegendes Drama auf die Leinwand, das sowohl atmosphärisch als auch schauspielerisch überzeugen kann. Die Geschichte stammt aus der Feder von Guillermo Arriaga und wird anfangs in verschiedenen Zeitebenen erzählt, die sich nach und nach zu einem Ganzen zusammentun. Der Zuschauer bekommt somit die Geschichte aus mehreren Perspektiven gezeigt und kann sich so sein eigenes Bild von den Geschehnissen machen. Die Atmosphäre des Grenzgebietes zwischen Texas und Mexiko wurde wirklich wunderbar eingefangen und verleiht dem Film ein passende und stimmiges Gewand. Dabei zeigt Jones dem Zuschauer großartige Bilder der Weiten Texas und dem trostlos wirkenden Grenzgebiet. Schauspielerisch kann "Three Burials" ebenfalls überzeugen und so wissen vor allem Tommy Lee Jones und Barry Pepper durch ihr intensives Spiel besonders zu gefallen. Aber auch die anderen Darsteller wurden sorgfältig ausgewählt und reihen sich nahtlos an die Leistungen der beiden an. Einziges Manko des Films ist dagegen seine teilweise etwas zu lethargische Erzählweise. Trotz der gelungenen Story hat man den Eindruck, als ob nicht wirklich viel zu passieren scheint und der Film plätschert vor allem im mittleren Teil etwas vor sich hin.
Aber alles in allem ist "Three Burials" ein wirklich ordentliches Drama geworden, das sich aufgrund seiner tollen Atmosphäre und einer interessanten Geschichte positiv vom üblichen Genrebrei abheben kann. Wer Lust auf einen etwas anderen Film hat und dabei viel Wert auf Story und Charaktere legt, wird sicherlich seinen Gefallen daran finden. Wer dagegen mehr auf Action oder Tempo steht, dürfte hiermit wohl etwas enttäuscht werden.
Da lohnt sich schon aufgrund des Regisseurs und Hauptdarstellers ein Blick: Altstar Tommy Lee Jones wagt sich im hohen Alter erstmals auf den Regiestuhl. Dabei hat er sich sorgsam ein ruhiges, sensibles Filmchen ausgesucht daß einen wohldosierten Mix aus Drama und Western liefert, wenngleich in einzelnen Szenen schonmal geschmunzelt werden darf. Dabei liegt das Hauptgewicht auf den zwei Hauptdarstellern: als alter vom Leben gezeichneter Westernheld mit Bart und stehts knallhartem Spruch auf den Lippen ist Tommy Lee Jones hier in Bestform – daneben kann man kaum in Worte fassen was für einen Widerling Barry Pepper spielt, feige, heimtückisch – und definitiv mit der scheußlichsten Sexszene dies seit Jahren in einem Film gab (was aber nicht die Schuld seiner brillianten Partnerin January Jones liegt). Der Streifen ist ruhig, staubig, verkopft und war wie auch der Umsatz zeigt: nix für die breite Masse. Nein, dies ist feinfühliges, intellektuelles Genußkino was ich im Fernsehen auf ZDF montags ab 22:15 Uhr erwarten würde. Wers ein wenig anspruchsvoller mag wird hierbei einen wahren Glücksgriff tun können.
Fazti Tommy Lee Jones inszeniert sich selbst in einem staubigen Mix aus Drama und Western – nicht gerade Mainstream, aber emotional und fein!
"Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada" hat mich sehr positiv überrascht da die Story sehr anspruchsvoll ist und sehr erfrischend ist. Es geht um ein Versprechen das unter allen Umständen eingehalten werden soll und für reichlich Abwechslung sorgt. Die Szenarien und die Kameraführung sind sehr beeindruckend und überzeugend. Die Schauspieler sind auch sehr gut besetzt. Leider war der Anfang recht verwirrend und das Ende hat sich ziemlich gezogen und war leider nicht so ganz das Gelbe vom Ei. Fazit: Bildgewaltige Kulissen, erdrückende Stimmung und ein überragender Tomy Lee Jones machen diesen Film zu etwas einmaligem, dass jedoch durch das abrupte Ende etwas an Glanz verliert.
also mir hat der film ausnehmend gut gefallen. hätt ich nicht gedacht. die ersten 40 minuten sind leicht verwirrend, der film kommt dann jedoch in die gänge. die atmosphäre und das überzeugende spiel von jones ist sehr einnehmend. teilweise groteske und unfreiwillig komische szenen wechseln sich mit sehr intensiven und sensiblen szenen ab, so dass am ende ein wirklich gut film enstanden ist, der mich überzeugt hat. 2 punkte abzug dennoch, weil die story an sich nicht so ganz schlüssig und nachvollziehbar ist. 8/10 punkten.
Was für ein wunderbarer Film! Und ein taghell leuchtendes Beispiel dafür, dass die Regel “gute Schauspieler sind schlechte Regisseure” eben doch nicht stimmt. Tommy Lee Jones mag ich schon als Schauspieler unheimlich gerne, aber jetzt mag ich ihn als Regisseur fast noch mehr. In “Three Burials” nimmt er uns mit in das texanisch-mexikanische Grenzgebiet und erzählt eine fast schon epische Geschichte von Schuld und Vergebung im Gewand eines etwas skurrilen Roadtrips der anderen Art.
Gebunden an ein Versprechen, das er seinem Freund gegeben hat, begibt er sich auf die Reise in dessen Heimatstadt in Mexiko, im Gepäck seinen Mörder, den er gezwungen hat, die Leiche wieder auszugraben und ja, eben die Leiche selbst. Bei der Konstellation “Roadtrip mit verwesender Leiche” musste ich unfreiwillig an “Swiss Army Man” denken, auch wenn die beiden Filme nichts miteinander zu tun haben. Aber dennoch sorgt diese Figurenaufstellung doch ein ums andere Mal für skurrile und irgendwie auch komische Situationen (. als er die Ameisen mit Feuer vertreibt). Und es ist dem starken Drehbuch und der grandiosen Inszenierung zu verdanken, dass solche Szenen niemals ins Lächerliche abdriften, sondern immer auf dem Boden der Tatsachen verankert bleiben.
Eindrucksvoll gelungen ist die Entwicklung der Figur des Mike Norton, der vor allem zu Beginn einen sicheren Kandidaten für den Preis “Größtes Arschloch des Jahres” abgibt und im Laufe der Reise doch eine ziemliche, ja fast schon kathartische Wandlung durchmacht. Wunderbar dargestellt ist, wie sich die Beziehung der beiden Männer im Laufe der Zeit immer mehr verändert, am Ende können die beiden gar so etwas wie Wertschätzung oder Respekt gegenüber einander empfinden. Und auch hier ist es eine nicht triviale Leistung, dass das alles stets glaubhaft und geerdet bleibt, ohne jemals pathetisch oder abgehoben zu sein. Ebenso grandios wie Barry Pepper und stets über jeden Zweifel erhaben ist natürlich Tommy Lee Jones, der mir hier auch schauspielerisch hervorragend gefällt.
FAZIT: Ein Roadmovie der etwas anderen Art und gleichzeitig ein epischer Film über Freundschaft, über Schuld, über Vergebung und Rache. Grandios inszeniert, fantastische Schauspieler, eine bewegende Story mit sehr berührenden, aber auch tragischen und sogar komischen Momenten. Ein Meisterwerk, unbedingt anschauen!!