Vital
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1,0
Veröffentlicht am 2. Januar 2026
Shinya Tsukamoto wurde ja mal als Japans David Cronenberg gehandelt... Solche Vergleiche sind ja per se immer etwas schwierig, aber selbst wenn das mal so gewesen ist und Tsukamoto doch den einen oder anderen guten Film gemacht hat, so ist davon hier nichts mehr übrig. “Vital” ist an Belanglosigkeit kaum zu übertreffen, die Message ist so platt und wird so schmalbrüstig präsentiert, dass selbst Zuschauer, die den halben Film verschlafen haben, sofort erfassen können, worum es geht. Wie so oft geht es um Tod, Schuld, Verantwortung und unbewältigte Trauer. Und ja, das war’s dann auch schon. Darüber hinaus hat uns der Film nichts zu bieten und auch absolut nichts zu sagen.

Tadanobu Asano wird oft als Frauenschwarm gehandelt und eigentlich ist er auch ein guter Schauspieler. Hier läuft er jedoch den ganzen (!) Film mit dem gleichen dämlichen Gesichtsausdruck durch die Gegend, der irgendwo zwischen genervt und gelangweilt liegt. Selbst in den emotionalen Szenen, die sehr unzweideutig an den knalligen Farben im Gegensatz zu der ansonsten tristen Welt zu erkennen sind, kommt kaum Mimik in sein Gesicht. Möglicherweise möchte er (respektive der Regisseur) uns damit etwas sagen, das bleibt aber irgendwie unklar.

Obendrauf kommt noch die ebenso dämliche wie unrealistische Darstellung des Anatomie- (Präparier-) Kurses. Die schmatzenden, knackenden Geräusche, die da ständig zu hören sind (unabhängig davon, was die Studenten gerade machen!) gibt es in der Realität gar nicht. Ganz im Gegenteil, die zu präparierenden Leichen werden in der Regel in Formaldehyd-Lösung gelagert und müssen vor der Präparation zumindest etwas getrocknet werden, ansonsten könnte man ja nicht richtig präparieren. Es ist offensichtlich, dass die Szenerie hier künstlich auf “eklig” getrimmt wurde. Und dafür dass es sich um einen Medizinstudium-Kurs handelt, hat der Dozent erschreckend wenig Ahnung. Ziemlich vage spricht er da von “Verwachsungen” und “Strukturen” und entdeckt erst nach genauem Hinschauen einen künstlichen Darmausgang (?), medizinisches Fachvokabular scheint er ebenfalls nicht zu kennen. Gleichzeitig verlangt er aber von den Studenten, dass die die Todesursache der Leichen feststellen können – was übrigens genauso bescheuert ist. Denn für den Präparierkurs wird man nur Leichen hernehmen, die eines natürlichen Todes gestorben sind – die Studenten sollen doch die “gesunden” Strukturen kennen lernen. Und schon gleich dreimal würde man keine Unfallopfer für so ein Praktikum hernehmen... ist es nicht seltsam, dass die Frau in einem offenbar schweren Verkehrsunfall gestorben sein soll, aber gleichzeitig weder äußere noch innere Verletzungen aufweist? Was für ein Quatsch!

FAZIT: Völlig belangloser und maximal uninspirierter Langeweile-Film, der seine Message so offenkundig vor sich her trägt und darüber hinaus so gar nichts zu bieten hat. Medizinischer Nonsens ist da der kostenlose Bonus. Tsukamotos gute Zeiten sind offenbar vorbei, das hier ist eine Nullnummer.
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