Inglourious Basterds
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Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Es war einmal, in einem von Nazis besetzten Frankreich: ein Trupp in Ungnade gefallener jüdischer US-Soldaten, genannt die Basterds, skalpiert sich durch die deutschen Besatzer. Währenddessen plant die Jüdin Shosanna ihre ganz persönliche Rache am diabolischen SS-Mann Hans Landa, der ihre Familie ermordet hat. Eine große Filmpremiere in ihrem Provinzkino, zu der sämtliche Oberhäupter des Nazi-Regimes erwartet werden, bietet ihr Gelegenheit zur Vergeltung. Doch auch die Basterds bekommen Wind von der Veranstaltung...

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Quentin Tarantino hat sich seit 1992 und seinem Debüt „Reservoir Dogs“ ein kurioses filmisches Universum an völliger Subjektivität zusammengezimmert, hat so viele Konventionen über den Haufen geworfen, dass nach Werken wie „Pulp Fiction“ (1994) oder „Kill Bill Vol. 1 & 2“ (2003/04) kein Stein mehr auf dem anderen lag. Tarantinos Bedeutung und Wichtigkeit für das Medium Film, für das Erlebnis Kino ist dabei immer auch messbar an der Bedeutungs’losigkeit‘ vieler seiner im Akkord filmenden Kollegen. Solchen, die ihre Drehbücher anhand von Ratgebern verfassen und Worte wie ‚Dramaturgie‘ und ‚Charakterentwicklung‘ erst in Wörterbüchern nachschlagen oder googeln müssen, um jene Ratgeber überhaupt entschlüsseln zu können. Solchen, die ihre Kamera stets genau dort positionieren, wo es ihnen unzählige Filme vor ihnen als ‚richtig‘ erklärt haben, solchen, die die Trends nicht setzen, sondern sie kopieren und der Massenverträglichkeit wegen ausschlachten. Tarantino ist in diesen Punkten anders, ungezogen, könnte man sagen. Zwar in all seiner Zitierfreude und Ehrerweisung an von ihm geschätzte Werke viel weniger innovativ, als es oft den Anschein hat, denn schließlich kann kaum jemand ausnahmslos alles gesehen haben, an das er sich anlehnt und jeden Wink verstehen. Doch letztlich ist Tarantino immer aufregend und in verdienter Weise diskussionswürdig, ob nun für Hardcorefans, die selbst aus einer Fliege, die im Hintergrund einen Schiss setzt noch eine geniale Remineszenz herauszulesen wissen, oder für jene Dauerbeschuss-Kritiker, die in Tarantino unbedingt einen krankgeistigen Perversen sehen wollen und sich schulterklopfend dazu beglückwunschen, kein Fan von so etwas zu sein.

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Tarantino macht indes unbeirrt weiter, sieht sich pro freiem Tag wohl mehr Filme an, als er selbst bisher gedreht hat und bringt nun nach jahrelanger Entwicklungs-, Schreib- und Umschreibphase die heiß ersehnte WWII-Schlachtplatte „Inglourious Basterds“ in die Kinos. Seine Version eines ‚men on a mission‘-Kriegsfilms in Anlehnung an US- und italienische Produktionen der 60er und 70er Jahre (wie „Das dreckige Dutzend“, 1967; oder der titelsgleiche „Inglorious Bastards“, 1978), gemischt mit Zutaten des Spaghetti-Westerns und deutscher Produktionen aus den 20er und 30er Jahren (wie etwa Fritz Langs Klassiker „Metropolis“, 1927), feierte in Cannes Premiere und wurde verhalten bis durchwachsen aufgenommen. Von massiven Kürzungen war im Anschluss die Rede, stattdessen ist die Kinoversion nun sogar um einige zusätzliche Minuten länger ausgefallen – und bietet wieder einmal allen Fraktionen reichlich Gesprächsstoff. Was nach allem Gebrüll über und von „Inglourious Basterds“ übrigbleibt ist in jedem Fall, so viel sei schon einmal verraten, ein sensationeller Film.

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Titelgebung und Propagandamaßnahmen (oder auch schlicht Marketing) führen einigermaßen in die Irre, denn weder steht der Werbefrontmann Brad Pitt im Zentrum, noch seine Basterds insgesamt. Die Story ist vielmehr in fünf Kapitel unterteilt, von denen das zweite den Titel des Films trägt. Aber beginnen tut alles ganz anders. Im ersten Kapitel ‚Once upon a time... in Nazi occupied France‘, sucht SS-Standartenführer Hans Landa den Hof des Milchbauern Lapadite auf, um eine Formalität zu erledigen. Und nach wenigen Minuten und einigen Sätzen ist klar, wem „Inglourious Basterds“ gehört: Christoph Waltz. Eine bessere Artikulation und Verkörperung seiner geschliffenen Dialoge hat Tarantino bisher nie präsentieren können. In seiner schneidigen Wort- und Sprachgewandtheit liefert Waltz eine Performance, die den Atem stocken lässt. Landa ist dabei meilenweit davon entfernt, ein stumpfer Schlächter zu sein, mit ihm ist Tarantino in Sachen Charakterisierung und Psychologisierung ein unumstößliches Bravourstück gelungen. Waltz bereitet mit seiner Höflichkeit, die er nur um Nuancen hin zur Bedrohlichkeit verschieben muss, ein so greifbares Unbehagen, dass die eigentlich ruhige und nur aus dem Gespräch des SS-Mannes und des Bauern bestehende Szene enorme Spannung aufbaut, die sich in Landas volle Grausamkeit entlädt. Kaum etwas hat Tarantino bisher besser geschrieben und inszeniert, als dieses erste Kapitel.

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Kapitel Zwei, ‚Inglourious Basterds‘, ist das brutalste des Films. Pitt schwört seine Truppe ein und diese kennt keine Gnade, skalpiert die feindlichen Soldaten, was in aller Deutlichkeit gezeigt wird, und verbreitet Angst und Schrecken unter den Nazis. Wie bei Tarantino üblich hält die Gewalt in diesem Abschnitt mit galligem Humor Händchen, dazu gesellt sich mit dem völlig überzogenen Auftritt von Martin Wuttke als Adolf Hitler ein beißender Schuss Satire. Als ob der Taten der Basterds zürnenden Derwisch zeigt er den Führer, dürfte damit wohl die umstrittenste Figur des Films werden, wenngleich dem Wahn(witz) des NS-Regimes ein anderer Zugang in die Parallelwelt von "Inglourious Basterds" möglicherweise gar nicht hätte gelingen können. Mit der Fiktion seiner Figuren legitimisiert Tarantino die Darstellung der realen Personen und geht mit diesem Ansatz vielleicht keinen zwangsläufig richtigen, aber einen möglichen Weg, um auch einer der größten Schattenseiten der Menschheitsgeschichte begegnen zu können.

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Die Basterds kommen in Sachen Feinzeichnung gegen Landa zwar nicht an, der harte Haufen macht aber einfach Laune, allein Pitts Unterhaltungswert liegt weit oben, als Baseballschläger schwingender Bärenjude macht „Hostel“-Fragwürdigkeit Eli Roth ebenfalls Eindruck und selbst Til Schweiger, dem sogar ein schmucker Freeze Frame samt Namenseinblendung und kurzer Flashback gegönnt wird, passt mit grimmigem Gesicht. Die kernigen Dialoge zielen in eine ganz andere Richtung, als der hintergründige Beginn, halten das Niveau aber dennoch hoch und „Inglourious Basterds“ gelingt ein toller Einstieg, der bereits reichhaltiger und erlebenswerter ist, als der gesamte bisherige Blockbuster-Sommer 2009 zusammen.

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Das dritte Kapitel nennt sich ‚German night in Paris‘ und macht einen Zeitsprung von drei Jahren. Shosanna, die einzige Überlebende des Bauernhof-Massakers, betreibt mittlerweile ein kleines Kino und lernt eines Abends den Deutschen Frederick Zoller kennen, der ihr charmant und leicht unbeholfen den Hof macht. Erst später erfährt Shosanna, dass Zoller ein Kriegsheld ist, der von einem Glockenturm aus in drei Tagen 300 amerikanische Soldaten getötet hat und nun von Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels zum Star des Kinofilms Stolz der Nation gemacht wurde. Aus (unerwiederter) Zuneigung zu Shosanna kann Zoller Goebbels überreden, die Premiere des Films in ihrem Kino stattfinden zu lassen. Zuständig für die Sicherheit der Veranstaltung: Hans Landa. Die erste Hälfte dieses Kapitels büßt zunächst einiges an Tempo ein, das Gebalze des von Daniel Brühl gespielten Zoller ist lapidar, doch mit Landas Auftauchen ist sofort wieder Zug im Geschehen. Mélanie Laurents Spiel, sie beim Unterdrücken von Hass und Wut und Abscheu zu beobachten, setzt einen perfekten Kontrast zu Waltz‘ zuvorkommender Freundlichkeit.

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‚Operation Kino‘, das vierte Kapitel, mutet zunächst wie das unspektakulärste an. Der britische Geheimdienst hat von der Kinopremiere erfahren und entsendet Archie Hicox zu den Basterds, mit deren deutschen Mitgliedern er sich mit der Schauspielerin und Geheimagentin Bridget von Hammersmark treffen soll. Doch der für sicher gehaltene Treffpunkt in einer Kellerbar offenbart ein Problem, denn er ist voll von deutschen Soldaten, die ihren freien Abend genießen. Die Nazis und von Hammersmark spielen zunächst ein Spiel, bei dem es die Person zu erraten gilt, die einem auf einen Zettel geschrieben vorm Kopf klebt. Die Runde ist ausgelassen, einer der Soldaten feiert sein Vaterglück und alle sind begeistert von dem Filmstar in ihrer Mitte. Dann tauchen Hicox und die Basterds auf. Was Tarantino aus dieser Situation konstruiert, ist eine der großartigsten Sequenzen von „Inglorious Basterds“. Von Hammersmark und ihre drei Komplizen wollen gerade den Plan besprechen, als der von August Diehl gespielte SS-Sturmbannführer Hellstrom auftaucht, sich zu ihnen setzt und sich über Hicox seltsame Aussprache wundert. Als er vorschlägt, das Spiel der Soldaten aufzugreifen, leitet Tarantino damit einen Suspense-Moment erster Güte ein, bei dem Diehl und der von Michael Fassbender gespielte Hicox einander auszustechen versuchen, was mit einigen auf Hoden gerichtete Waffen und schließlich in einem radikalen Blutbad endet, welches sämtliche dramaturgischen Regeln austanzt.

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Im fünften Kapitel, ‚Revenge of the giant Face‘, finden die Handlungsstränge um die Basterds und Shosanna zusammen. Hier zündet gleich zu Beginn der großartigste Gag des Films, wenn Aldo Raine und seine Männer sich als Italiner ausgeben, dem einwandtfrei auf Italienisch palierenden Landa vorgestellt werden und Pitt mit breitestem Südstaatenakzent nur einige Brocken zustande bringt. Der Schlussakt ist dann auch wahrlich der Höhepunkt von „Inglourious Basterds“. Wie Tarantino den Racheplot um Shosanna und jenen um den Auftrag der Basterds letztlich auflöst, wohin er seine Charaktere letztlich treibt, ist teils bitter, teils verblüffend und stellt die Historie endgültig auf den Kopf, wobei sich der Film ja ohnehin von Beginn an als pures ‚What if‘-Spektakel versteht und dementsprechend weit geht.

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Fünf Kapitel, ein Film. "Inglourious Basterds" ist in jedem seiner Teile und als Gesamtstück ein Meisterwerk. So simpel die Story zunächst anmutet, so vielschichtig setzt Tarantino sie besonders über die Charaktere um, auf verwinkelte Erzählmanöver verzichtet er gänzlich und hat sie dank der ausgefeilten Leistungen seines Ensembles auch nicht nötig. Christoph Waltz ragt zwar heraus mit seiner aufsehenerregenden Performance, auf der Stufe unter ihm tummelt sich aber ebenfalls geballte Klasse, aus der nicht mal die zuvor als potenzielle Störfaktoren ausgemachten Schweiger und Diane Kruger herausfallen. Bei letzterer kann man sich zwar nicht ganz sicher sein, was da schauspielerisch tatsächlich gewollt oder einfach nur nicht besser gekonnt ist, aber wirklich schlecht spielt sie nicht. Handwerklich ist der Film in allen Bereichen bestens gelungen, sei es die Ausstattung, Robert Richardsons mal beinahe intime, dann wieder elegante und schwungvolle Kameraführung, oder die standesgemäß passgenaue Songauswahl. „Inglourious Basterds“ ist ein Kino-Größtereignis, dem man so viel mehr abgewinnen kann, als pures Entertainement, obwohl Tarantino ihn näher daran positioniert, als man hätte vermuten können. Keine Minute zu lang, keine Szene zu viel und insgesamt ein Film, der sich vor vielem verbeugt und der selbst am Ende die tiefste Verbeugung verdient.

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komplette Review siehe http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=418824324&blogId=506501459
Kino:
Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Dass QT seit jeher in der Lage ist, Schauspieler zu führen, wird auch mit diesem Film wieder einmal unter Beweis gestellt. Talentierte Schauspieler blühen unter seiner Regie förmlich auf und an forderster Front steht in diesem Fall wie schon oft genug erwähnt Christoph Waltz mit seinem wunderbar gezeichneten und phantastisch gespielten Judenjäger. Dieser erhält schon mit der Eröffnungssequenz so viel Profil, dass man sich bald selbst dabei erwischt, jeden weiteren Auftritt des Ekels herbeizusehnen. Und man wird nicht enttäuscht! Wenn Hans Landa auftritt, sitzen die Dialoge und jede kleine Geste bringt das Diabloische dieses Charakters wunderbar zum Ausdruck.



Tja, der Abspann ist gerade erst über den Bildschirm geflimmert und ich ertappe mich schon dabei, dass außer besagtem Herr Waltz und dem zugegeben wieder mal ikonografischen Auftritt von Brad Pitt nicht viel hängen geblieben ist.



Das ist schade, denn die Grundgedanken des Films, der Cast und vor allem der Regisseur ließen auf ganz großes Kino hoffen. In diesm Fall ist es leider nicht gelungen. Es gibt sehrwohl einige, kleinere Überraschungen in der Szenenauflösung (Stichwort: Taverne), letzten Endes wirkt es aber zu konstruiert und sorgt somit eher für Brüche in der Erzählung, als das es die Geschichte spürbar bereichern würde. Eine gute Idee allein macht noch keinen guten Film, egal welcher Regisseur am Set sitzt. Und zwei bis drei gute bzw. herausragende Schauspieler tragen einen Film dieser Machart, der tatsächlich an ein Theaterstück erinnert, eben auch nicht.



Wer ein Faible für diabolische Charaktere hat, sollte (MUSS!) diesen Film dennoch sehen. Es ist lange her, dass "das Böse" so kultiviert, belesen, feingeistig und anziehend auf Zelluloid gebannt wurde.
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
"Inglourious Basterds" ist ein wirklich starker und wieder einmal typischer Tarantino-Film geworden. Mit einer genialen Story und den üblichen inszenatorischen Fertigkeiten schafft es Tarantino problemlos den Zuschauer an den Film zu binden. Trotz einiger brutalen Szenen legt er dennoch viel Wert auf die Story und seine Figuren. Nach etwas gemächlichem Beginn nimmt der Film richtig an Fahrt auf und hat einige überraschende Wendungen parat. Schauspielerisch ist der Film ebenfalls auf hohem Niveau und so kann nicht nur Brad Pitt sondern vor allem auch der deutsche Schauspieler Christoph Walzt überzeugen, der eine sensationelle Leistung abliefert.

Fazit: "Inglourious Basterds" ist ein typischer Tarantino-Film geworden, der alles hält was er verspricht: eine brillante Geschichte, tolle Charaktere und gekonnte Schnitte. Für einen unterhaltsamen Filmabend somit nur wärmstens zu empfehlen!
Blinder
Blinder

3 Follower 15 Kritiken User folgen

1,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Der Film hält nicht, was es verspricht. Was sollte das für eine langweilige Angangsszene? Wenn man die Werbung sieht, denkt man, es erwartet einen ein Actiongeladener Film. Dabei gibt es vielleicht 3 oder vier Kampfszenen.

Aber das schlimmste ist, was so ein Film aussagt: Man darf Menschen töten, die es verdienen. In diesem Film sind die Bösen die Guten. Wehmachtssoldaten waren nicht alle Nazis (Bin kein Deutscher sondern Türke). Warum wird dann ein deutscher Offizier der wegen Tapferkeitmedailler trägt brutal mit dem Baseballschläger getötet, nur weil er seine Kameraden nicht verrät?

Ein ganz gefährlicher Film. Jemand der so einen Film sieht könnte daraus vielleicht lernen, das die Bombardierungen von Afghanistan und Irak gerechtfertigt sind, weil die Menschen Terroristen sind und den Tot verdienen.



Tarantino verliert den Boden unter den Füßen.
Cesper
Cesper

6 Follower 22 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Als Tarrantino-Fan weiß man, dass er gerne einen etwas ausschweifenden Erzählstil pflegt. Manchmal können selbst banal erscheinende Themen minutenlang und bis ins kleinste Details erörtert werden. Unvergessen die geniale Anfangssequenz von Reservoir Dogs, in der fast 10 Minuten über Madonnas "Like a Virgin" debattiert wird oder die herrlich präzise Problemanalyse von Mister Wolf in Pulp Fiction. Sehr gespannt durfte man also auf Tarantinos speziellen Stil bei einem Film sein, der im von den Nazis besetzten Frankreich spielt. Kurz zur Handlung: Die Titelhelden des Films töten hinter den feindlichen Linien höchst effektvoll Nazis. Gegen Ende sterben sogar noch Hitler und Göbbels in einem Pariser Kino. Das klingt in der Kurzfassung ja noch ganz amüsant, spätestens nach einer halben Stunde im Kino fängt man sich jedoch schon einmal zu fragen an, worauf das Ganze eigentlich hinauslaufen soll. Die ernüchternde Antwort nach fast 3 Stunden lautet allerdings: Auf Nichts! Das war's! Das einzige echte Highlight in diesem Film ist Christoph Walz, der den "Judenjäger" wirklich dermaßen überzeugend spielt, dass einem die Nackenhaare zu Berge stehen. Gut auch Martin Wuttke als Hitler. Ansonsten: ein enttäuschender Brad Pitt, der seiner sicherlich überzeichnet angelegten Figur leider überhaupt kein Profil verleiht; Diane Krueger passt für die Rolle der 30er Jahre Schauspielerin zwar optisch perfekt, schauspielerisch allerdings: Katastrophe!! Und Til Schweiger pflegt wieder einmal seinen fast ausdrucklosen Schauspielstil mit der speziellen Sprechtechnik in der er die Zähne beim Reden einfach zusammenlässt.



Insgesamt also ein enttäuschender Kinoabend. Wer den Film unbedingt sehen will: Holt euch die DVD, da gibt es wenigstens den schnellen Vorlauf an der Fernbedienung!
AmabaX
AmabaX

210 Follower 328 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Der Film ist zwar stark aber doch auch etwas enttäuschend. Die Dialoge sind manchmal einfach zu lang und man wünscht sich etwas action herbei. Die Schauspieler sind allerdings alle sehr gut und am Ende nimmt er nochmal die Fahr vom Anfan auf.
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Zunächst möchte ich gerne die Falschaussage des Vorposters SkorpheuS richtigstellen, welche sich, gerade im Hinblick auf seine doch recht vernichtende Kritik, als glatte Lüge entpuppt;

Brad Pitt erwähnt im Film KEIN EINZIGES MAL das Wort "Deutsche" im Bezug auf seine Passion! Ich meine sogar, dass er dieses Wort generell nicht benutzt und stets von "Nazis" redet. Zumal sich unter den "Basterds" zwei Deutsche befinden, Tarantino die Deutschen außerdem sehr mag und Verallgemeinerungen hier sowieso sehr gut umschifft werden.

Also bitte, wenn schon destruktive Kritik geübt wird, dann wollen wir auch bei der Wahrheit bleiben.



So...

Wo fange ich an?

Tarantino hat ein neues Meisterwerk geschaffen, welches so wohl niemand wirklich erwartet hat. Er schenkt uns mit diesem Film ein modernes Märchen, welches an Intensität, Spannung und dem Herbeisehnen, dass am Ende auch ja alles gut wird, kaum zu überbieten ist.

Auch merkt man dem Film die 2 1/2 Stunden Laufzeit nie an - sprich, es gibt, meiner Meinung nach, einfach keine Langatmigkeiten oder dramaturgische Einbrüche, wie es z.B. auch der "Filmstarts"-Kritik zu entnehmen ist.

Klar ist der Film stellenweise sehr brutal, aber; Wer erwartet a) bei Tarantino und b) im Hin- bzw. Rückblick auf die Zeit des 2. Weltkrieges etwas anderes?

Der gute Quentin zeigt erneut und auf spektakuläre Art und Weise auf, welch großes Dialog-, Bild und Besetzungsgenie er doch ist. Jede Rolle ist, bis auf eine tatsächlich etwas hölzern wirkende, aber vielleicht genauso gewollte, Diane Kruger perfekt besetzt. Allen voran, und da schließe ich mich dem allgemeinen Tenor gern an: Christoph Waltz!

Er verleiht seinem Charakter eine solch ungemeine Intensität, dass es schier unvorstellbar scheint, diese Rolle wäre anders besetzt gewesen.

Man wartet förmlich darauf, wann er das nächste Mal wieder völlig unvorhergesehen auftaucht, die gesamte Szene völlig an sich reißt und jene auszufüllen weiß, dass es die reinste Freude ist. Wenn hier nicht mindestens der Oscar fällig ist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter...



Neben Herrn Waltz wussten mich zudem auch August Diehl als Major Dieter Hellstrom, natürlich Brad Pitt alias Lt. Aldo Raine, die sehr, sehr intensiv spielende Melanie Laurent (Shosana Dreyfus) und Monsieur Denis Menochet in der Rolle des Perrier LaPadite zu überzeugen und zu beeindrucken.

Vor allem Letzterer erzeugte im Zusammenspiel mit Christoph Walz eine sooo atemberaubende Dramatik und Dynamik, dass diese Szene bzw. das gesamte 1. Kapitel gar nicht in Worte zu fassen ist - es MUSS erlebt werden!

Bekomme immer noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke...



Weiterhin bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass den Kinobesucher, wie immer bei Tarantino, wundervoll eingefangene Bilder und Kameraführungen (z.B. das "Gespräch" Pitt/Roth/Möhring) erwarten, welche, unterlegt mit stets passender und toller Musik, das Gesamterlebnis dieses Meisterwerks vollends abrunden bzw. unterstreichen.



Halt, eines noch: Man sollte unbedingt auf die herrliche Hommage Tarantinos/Pitts an den "Paten" achten - wer sich Marlon Brando im weißen Anzug noch vor Augen führen kann, wird während der "Operation Kino" sofort erkennen, was ich meine.



Meine uneingeschränkte Empfehlung: Unbedingt anschauen!

Prädikat: Besonders wertvoll!

aliman91
aliman91

11 Follower 39 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 5. August 2012
Ich bin absolut kein Fan von Quentin Tarantino, weil seine Filme einfach nich das sind was mich anspricht. Genauso ist es eigentlich mit diesem Film, aber trotzdem bildet er irgendwie eine Ausnahme zu seinen sonstigen Werken.





7/10

Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
In meinen Augen ist es schon ein echt guter Film.



Teilweise fehlen mir einfach nur diese Tarantino-Dialoge, die seine Filme so einzigartig machen. (Like a Virgin-Diskussion/Trinkgeld oder nicht in Reservoir Dogs, oder Unterhaltungen über die komischen Europäer in Pulp Fiction - nur um 2-3 zu nennen, damit ihr wisst wovon ich spreche) Christoph Walz gibt kleine Ansätze von solchen Konversationen. Ich würde mir jedoch wünschen, dass solche aberwitzigen und auch zum Nachdenken anregende Konversationen wie in seinen vorigen Meisterwerken etwas mehr vorkommen würden in Inglourious Basterds.



Trotzdem sehenswert!
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
...und daher einmalig.



Ich bin mit gedämpften Erwartungen in diesen Film gegangen – doch mit dem, was einem hier schlussendlich dargeboten wird, hatte ich nicht gerechnet, im positiven Sinne.



Schön die Eröffnungssequenz (Kapitel 1) ist allein für sich betrachtet, den Eintritt wert gewesen. Was hier allein mit einem Dialog an Spannung erzeugt wird, ist bemerkenswert. Ich ertappte mich sogar dabei, wie meine Finger sich währenddessen in den Kinosessel krallten.



Auch wird im 1. Kapitel die Figur eingeführt, mit welcher der Film steht und fällt – Christoph Waltz. Die Vorstellung die er hier abliefert, gehört zu dem besten, was man in letzter Zeit auf der Kinoleinwand gesehen. Jede Szene, in der er einen Auftritt hat, knistert förmlich vor Spannung bzw. Komik (?) – einfach, weil man nicht weiß, wie sich seine Figur des Judenjägers im nächsten Moment verhalten wird oder welchen Spruch er als nächstes auf den Lippen hat. Wirklich – eine herausragende Vorstellung.



Auch die Einführung der Basterd ist sehr unterhaltsam – wobei einem dort zum ersten mal der Kontrast zwischen den teilweise herrlich komischen Dialogen und der ziemlich derben Gewaltdarstellung bewusst wird. Für mich persönlich, passt das aber sehr gut zusammen J



Die Mitte des Films fällt im Vergleich zum Anfang und Ende etwas ab – die Dialoge erreichen einfach nicht dieselbe Klasse, die Handlung – wenn man es so nennen kann – gerät ins Stocken. Mit der Planung von Operation Kino – und den Leinwandauftritten von Christoph Waltz - zieht es aber wieder deutlich an, bis zum furiosen Finale.



Der Rest der Besetzung spielt größtenteils solide – bis auf Diana Kruger. Bei deren Leistung fragt man sich, wie sie es nach Hollywood geschafft hat. Ihre Figur verkommt durch ihr mangelhaftes Talent beinahe zur Parodie. Oder war das etwa gewollt? Daniel Brühl gibt den Kriegshelden ziemlich bubihaft, aber doch symphatisch. Für Komik sorgt die Figur des Goebbels (und in Teilen auch Hitlers), die einfach nur herrlich überzogen dargestellt werden.



Musik wird nicht übermäßig viel eingesetzt, aber wenn, dann meiner Meinung nach passend und vor allen Dingen sehr wirkungsvoll als Stimmungsverstärker.



Zusammenfassend ist Inglorious Basterds wohl der Film, den man von Tarantino erwarten konnte – ein Film, der sich in keine Schublade stecken lässt. Ich kann ihn jedem ans Herz legen, der nicht mit der vorgefassten Meinung ins Kino geht, einen waschechten (Anti)Kriegsfilm à la James Ryan, Platoon,... sehen zu wollen.



P.S.: Etwas enttäuscht hat mich, dass die Film im Film-Szenen so kurz kommen. Aber das wohl eher aus dem Grund, weil ich dort Komparse war ;-)

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