Zunächst möchte ich hervorheben, dass der Film weder Komödie noch Thriller ist.
Trotzdem fand ich ihn zum Teil dank des hauptdarstellers zum Schreien komisch und konnte, besonders bei den Bewerbungsgesprächen, kaum hinschauen.
Der Hyperrealsimus lässt einem manchmal glauben, das Ganze sei eine Doku statt eines Spielfilms.
Gnadenlos seziert der Regisseur die Welt des Jungen und wie er sich darin fühlt. In einigen Szenen kam mir das so bekannt vor, dass ich wirklich im Zimmer rumrannte. Der Hauptdarsteller (endlich mal ein frisches Gesicht anstatt der üblichen Verdächtigen um Daniel Brühl, August Diehl und Konsorten) ist ideal, er spielt die Rolle grandios.
Ein junger Mann, der keine Persönlichkeit entwickeln kann, seine unsichere Sexualität auf Autobahnklos beim Oralverkehr anbietet und endlich mit seinen Bekennerbriefen ein erstes eigenes Stück Leben entwickelt.
Seine inneren Wahrnehmungen trifft der Regisseur auf den Punkt. Auch wenn das manchmal sehr kühl und lamngatmig wirkt, schmerzt das letztlich nur umso mehr.
Das Leben ist für Armin nun mal die Hölle, und nicht nur ein gelangweilt sein.
"Falscher Bekenner" ist weit von "pseudo-intelektuell" entfernt. Besonders wohltuend ist das völlige Fehlen von Schuldzuweisung, Lösungsvorschlägen oder gar Sendungsbewusstsein, was deustchen Filmen so gerne anhaftet. Zieh selbst deine Schlüsse aus dem, was du gesehen hast!
Nach "Muxmäuschenstill" der beste deutsche Film der vergangenen Jahre.