John Rambo
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Kino:
Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Die Hard, Rocky, Indiana Jones, Rambo… Wenn den Filmproduzenten nichts mehr einfällt, holen sie die 80er wieder hoch. Nachdem er Rocky Balboa wieder in den Ring geschickt hat, setzt Sylvester Stallone mit John Rambo noch einen drauf. Wir haben uns die deutsche Regionalcode 2 DVD besorgt. Uncut, versteht sich, denn so hart sind wir drauf.

Rambo (Sly) lebt mittlerweile in Frieden im Norden Thailands, zurückgezogen… wieder mal. Er verdient sich ein bisschen Geld mit dem Verkauf von Schlangen und verbringt den Rest des Tages damit, seinen grimmigen Blick zu üben. Seine Ruhe wird jäh gestört, als eine Gruppe Fanatik… ähm, Missionare ihn bittet, sie über den See zu einem Dorf zu bringen, wo sie aushelfen und den grausamen Bürgerkrieg beenden wollen. Nachdem Rambo den guten Dr. Michael (Paul Schulze, bekannt als Ryan Chappelle aus der TV Serie 24) freundlich, aber bestimmt zum Herrn mit den Hörnern geschickt hat, flirtet ihn die blonde Sarah (Julie Benz, bekannt als Darla aus der TV Serie Angel) ein bisschen an und schon geht es auf die Reise. Natürlich werden die Naivlinge allesamt von der barbarischen Armee gefangen genommen und Rambo macht sich zusammen mit einer sehr fragwürdigen Söldnertruppe, die selbst als ihre eigene Karikatur noch lächerlich wäre, auf den Weg, die Missionare zu befreien.



Das ist auch schon die gesamte Story des Films, mehr passiert nicht. Hier ist Rambo, da dumme Missionare, dort böse Milizen. Was soll da nur bei rauskommen? Zack sind die armen Missionare gefangen, bumms holt Rambo sie raus, tada ist der Film zu Ende. Keine anderthalb Stunden dauert der Streifen und alles, was nicht mit dem Töten von Menschen zu tun hat, wurde konsequent wegrationalisiert. So bleibt vor allem fraglich, wieso sich Rambo wieder in den Kampf stürzt. Nur weil ihn Darla anlächelt? Er versucht ja nicht mal, was klar zu machen.

Der Film beginnt damit uns zu zeigen, dass es in Burma keine Menschen gibt, sondern nur Monster und Opfer. Der Bösewicht des Films lässt Adolf Hitler wie einen Heiligen und Osama Bin Laden wie einen Helden aussehen. Es handelt sich um die Sorte Mensch, die sich ihre Zigarette an den verkohlten Leichen seiner eigenen Kinder anzündet. Die Sorte, die in der Hölle erstmal die Heizung aufdreht. Die Sorte, die Darth Vader von der Friendslist gestrichen hat, weil sie zu brutal sind. Kurzum: Ein Hasssymbol und Feindobjekt aller erster Klasse. Seine sämtlichen Gefolgsleute kommen unmittelbar nach ihm. Da wird ausnahmslos alles vergewaltigt, was schwanger werden kann, geradezu als sei es olympische Disziplin. Der Jubel des umstehenden Volkes ist dabei gewiss.



Grandios ist auch der Anführer der Söldnertruppe Lewis (Graham McTavish). Wenn Flüche tödlich wären, könnte dieser Typ beim morgendlichen Scheißen allein den nahen Osten ausrotten. Als ihm zwangsläufig in der Mitte des Films einmal der Mund zugehalten werden muss, sind dies die einzigen Minuten, in der man die Finger aus den Ohren nehmen kann.

Rambo selbst ist ein wenig alt geworden. Eins vorneweg: Wir halten Sylvester Stallone durchaus für einen guten Schauspieler. Er ist vielleicht nicht auf dem Niveau eines Tom Hanks, das mag wohl sein. Aber allein die Schlussszene des ersten Rambofilms First Blood zeigt, dass er durchaus was drauf hat, wenn er denn motiviert ist. In John Rambo zeigt er genau ein Gesicht, nämlich das, welches sich auch auf der Packung der DVD befindet. Auch seine übrige Beweglichkeit lässt zu wünschen übrig. So besteht das Finale des Films ungelogen daraus, dass Mr. J. J. Rambo eine geschlagene halbe Stunde an einem stationären Maschinengewehr hockt und grob geschätzte 800 bis 900 Soldaten nicht lediglich erschießt, sondern regelrecht zu Klumpen ballert. In bester Saw-Manier wird das möglichst brutale Töten von Menschen zelebriert. Gut, hier sind es natürlich hauptsächlich die Monster, als die die Miliz im Vorspann des Films ja eingeführt worden sind. Da kann man schon mal das eine oder andere Körperteil von Projektilen zersplittern lassen., die einen Meteoriden aufhalten würden, Unmittelbar nachdem der letzte Asiate tot ist, dauert der Film vielleicht noch 60 Sekunden. Warum die Zeit des Zuschauers verschwenden, wenn nichts mehr zu töten da ist?



Die Handlung des Films geht gegen Null, die Schauspieler haben wenig bis gar nichts zu tun und von den 80 Minuten Laufzeit bestehen fast 70 aus einer reinen Splatter- und Blutorgie wie man sie diesseits der B-Movie Horror Abteilung seiner Lieblingsvideothek noch nicht gesehen hat. Ist es nun ein schlechter Film? Nun ja, wer Action und Geballer auf dem Bildschirm mag, der wird kaum enttäuscht sein. Wer irgend etwas anderes erwartet, vielleicht sogar ein wenig mehr Tief im Charakter des John J. Rambo, ähnlich wie im grandiosen First Blood, wer unter Story mehr versteht als "Hier-sind-die-Bösen-knallt-alle-ab" und wem ein Bodycount von 20 bpm (bodies per minute) und zwei Ozeane voll Blut nicht ausreichen, um den Kaufpreis zu rechtfertigen, der wird sich bei John Rambo ein wenig verloren vorkommen.

Am Ende ist es ein Film, den man durchaus ansehen kann. Wirklich notwendig war er wohl nicht.



Zur Ausstattung der DVD lässt sich sagen, dass an Extras lediglich ein Trailer und ein kurzes TV Special vorhanden sind. Nicht einmal englische Untertitel zum Originalton werden angeboten. So muss man sich selber durch Stallones Genuschel durchfinden. Sammler der alten Rambotrilogie können Teil IV trotz allem ins Regal stellen. Der einzig richtig gute Film der Reihe aber bleibt First Blood… it's a loooooooooooong road…….



Kino:
Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 4. Februar 2014
Ich bin froh auf die ungeschnittene DVD Fassung gewartet zu haben.



John Rambo ist definitiv der härteste Rambo Teil.

Flache, unausgereifte Story dafür (erschreckend) gut dargestellte Lage in Burma (Birma).

Authentisch, hart, grausam, brutal - so ist es leider jeden Tag dort. Die meisten können sich das nicht vorstellen und stempeln Rambo als übertrieben oder kriegsverherrlichend ab.

Sorry, aber dem kann ich absolut nicht zustimmen.



Selbstverständlich sind Rambo Filme eigentlich eher simpel und sinnfrei angesetzt, doch meiner Meinung nach, zeigt John Rambo ohne Gnade die knallharte Realität und soll (angeblich) auch auf eben diese aufmerksam machen. Ob Birma nun zufällig dazu dient, dem Film eine Story zu liefern oder wirklich tiefgründig gewählt wurde, bleibt offen.

Nichts desto trotz kommen Rambo Fans auf ihre Kosten.



Ich fand den Film gelungen da er mich bewegt hat und unsere kaputte Welt aufzeigt.

Die Grausamkeit ist wirklich unfassbar (z.B. Verhalten gegenüber Frauen, "Minenspiele").



Zum Thema "viel zu blutig":

Der Blutfaktor ist an die heutige Zeit angepasst. Die Leuten scheinen drauf zu stehen, sonst würde es nicht immer blutigere Filme geben. Saw, Hostel & Co überbieten sich stests mehr. Desweiteern waren alle Rambo Teile bisher nicht zimperlich.

Also bitte nicht plötzlich beschweren.



Lob an (den aufgedunsenen) Sylvester Stallone: Er ist über 60 - dafür macht er durchaus eine starke Figur. Auch seine Arbeit am Film selbst gefiel mir.

Schade, dass sie noch einen weiteren Film drehen wollen.

Für mich war das Ende sehr gelungen.
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