Holla, die Waldfee! Da bekommt der Ausdruck “Monumentalfilm” gleich eine andere Bedeutung! Das ist unfassbar, was hier so an Menschen, Kostümen, Setpieces und schlicht Bombast aufgefahren wird. Statisten haben hier mitgewirkt, unglaublich! Und alles “echte” Menschen, kein CGI, sowas sieht man ja heutzutage gar nicht mehr, das ist schon enorm beeindruckend.
Historisch ist das Ganze natürlich nicht wo wirklich korrekt, aber: Who cares? Der Film orientiert sich halt ein bisschen am Leben von Pharao Cheops und wenn man da nicht so genau drüber nachdenkt, sondern den Film einfach wirken lässt, stört das auch gar nicht. Allerdings merkt man natürlich auch, dass der Film von 1955 ist, da hatten die Schauspieler noch ein anderes Verständnis von ihrer Kunst. Mit heutigen Augen ist das alles nicht so wirklich überzeugend, vor allem Jack Hawkins als Cheops scheint eine echte Fehlbesetzung. Joan Collins hingegen, damals zarte 22 Jahre alt, ist zwar tatsächlich heiß wie Frittenfett, hat aber jenseits ihres Sex Appeals auch relativ wenig zu zeigen. Etwas skurril ist ihre offensichtlich auf vermeintlich klassisch zypriotisch geschminktes Gesicht, in manchen Einstellungen sieht das eher albern aus, aber naja, so hat man das damals gemacht...
Und auch die Dramaturgie ist etwas altbacken, das Pacing ist nicht so ganz stimmig, das Drehbuch wirkt etwas inkohärent, manche Szenen passen irgendwie nicht ins Gesamtkonzept. Und der Film ist vielleicht auch ein bisschen zu lang geraten, es gibt schon einige Längen, eine Straffung um 20 Minuten hätte den Film in die oberste Liga geschossen, so bleibt er dann vor allem am Ende etwas auf der Strecke.
FAZIT: Unfassbar monumentaler und epischer Film, der im alten Ägypten angesiedelt ist. Aus heutiger Sicht können nicht alle Aspekte wirklich überzeugen, was den Film aber auf jeden Fall sehenswert macht ist das enorme Aufgebot an Statisten und Kostümen in der ersten halben Stunde, das ist schon der Hammer. So oder so ein großer Klassiker des sogenannten Monumentalfilms.