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Jenny V.
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3,5
Veröffentlicht am 19. August 2016
Diesmal ein Klassiker der bewertet werden muss. Das Problem dabei ist natürlich, dass es schon eine ganze Weile her ist, dass ich den Film geschaut habe und das er produziert wurde. Deshalb hab ich mich noch einmal hingesetzt und einer der bewegendsten Trickfilme angeschaut. Das erste was natürlich ist der ziemlich alt wirkende Zeichenstil, den ich aber besser finde als das neumodische Zeug oder auch das ständige animieren in 3D. Die Hintergründe sind toll gezeichnet und auch die Hasen, bei denen jeder einen eigenen Charakter aufweist und man so irgendwann vergisst, dass es Hasen sind. Der Film zeigt sehr schön die damals aktuellen und noch immer nicht gelösten Probleme mit der Zurückdrängung von Tieren aus ihren Lebensräumen, wodurch unter ihnen Stress entsteht. Außerdem hält es in einigen Situationen der Menschheit wunderbar einen Spiegel vor, z.B. als es um die Abreise der Hasen geht und die obersten überhaupt nicht mehr fähig sind, Entscheidungen zum Wohle der Allgemeinheit zu fällen weil sie sich schon lange aus ihr zurückgezogen haben, ähnlich den Politikern auch heute noch. Ein großer Pluspunkt ist natürlich auch die musikalische Untermalung, welchem leider der große Minuspunkt gegenübersteht mit den sehr schwachen Dialogen häufig. Zudem nervt der kleine Hase wirklich sehr und je länger der Film immer mehr... sein Charakter ist zwar ängstlich aber das ist zu überspitzt dargestellt. Die Tragik des Films ist natürlich auch nicht außer Acht zu lassen und auch häufig sehr gut ausgearbeitet. Alles in Allem ist Watership Down einer der besten Trickfilme für Erwachsene, welcher sich keinesfalls hinter den heutigen verstecken sollte.
Als ich den Film zum ersten Mal sah, war ich relativ erschreckt über die teilweise sehr blutigen Szenen. Bisher dachte ich immer, es gäbe nur gewaltfreie Zeichentrickfilme, weshalb mich das viele Blut etwas irritierte. Meiner Meinung nach ist der Film auf keinen Fall für sechsjährige Kinder geeignet, denn selbst ich war ja über die grausame Inszenierung und die manchmal schrecklich düstere und unheilvolle, bedrohliche Atmosphäre schockiert. Der Film ist nicht der typische Kinderfilm, sondern richtet sich eher an die erwachsenen Zuschauer. Immerhin richtet sich der Film sehr nach der Buchvorlage- die Dialoge sind meist fast identisch mit denen im Buch, nur gekürzt natürlich. Der fanatische General Woundwort wirkt in manchen Szenen doch etwas übertrieben rachsüchtig (erinnert an Kapitän Ahab aus "Moby Dick" auf der Jagd nach dem Wal) und gegen Ende des Filmes hat er sogar Schaum vorm Maul(Tollwut?). Insgesamt ein außergewöhnlich vielschichtiger und dramatischer Film, wie gesagt jedoch nicht für Kinder geeignet. Jedem Erwachsenen möchte ich jedoch zumindest das Buch ans Herz legen- es lohnt sich wirklich!
Hier schreiben alle, das ist kein Kinderfilm und die FSK6 ist gar nicht gerechtfertigt. Ich muss euch sagen, liebe Leute, das stimmt! „Watership Down“ ist wahrlich kein Kinderfilm, so wie es auch das DVD-Cover suggeriert, eine abenteuerliche Reise von ein paar Kaninchen... Das ist ein bitteres, tieftragisches und hochdramatisches Abenteuer, das einige wirklich beängstigende Szenen zu bieten hat. Ich erinnere mich noch, als ich den Film als Kind gesehen habe und extrem verstört war. Am schlimmsten fand ich die Szene, als das eine Kaninchen berichtet, was mit dem alten Bau passiert ist, wie die Menschen die Eingänge zugeschüttet haben und dann wurde die Luft so komisch und die eingeschlossenen Kaninchen haben alle rote Augen…. Whoa, da hatte ich auch heute, 45 Jahre später, noch Gänsehaut und ein wirklich unangenehmes Gefühl. Und solche Szenen gibt es mehrere, 6-jährigen würde ich das jedenfalls nicht zeigen.
Nichtsdestotrotz wartet „Watership Down“ mit einer ganz wunderbaren Geschichte auf, es geht zwar viel um Tod und Trauer und Gewalt, aber eben auch um Freundschaft und um die Suche nach Freiheit und Heimat, also ganz existenzielle Dinge. Die explizite Gewalt ist ein sehr effektives Stilmittel, um eine wirklich bedrohliche und unangenehme Atmosphäre zu erzeugen. Dazu kommt ein ganz fantastischer Song von Art Garfunkel, der speziell für diesen Film geschrieben und ertönt zu einer ebenso grausamen wie wunderbaren Szene. „How can the light that burned so brightly suddenly burn so pale?“ Großartig!
Ansonsten atmet der Film natürlich 70ies-Charme aus jeder Pore, die Bilder und die Art der Animation, so etwas sieht man heutzutage nicht mehr. Auch die Vertonung ist herrlich Retro, der großartige John Hurt spricht Hazel, Richard Briers spricht Fiver. Aber auch die deutsche Synchronisation ist außerordentlich gelungen und es gibt einige prominente Sprecher aus der Zeit: Norbert Gescher als Hazel, Stefan Krause als Fiver, Andreas Mannkopff, Lutz Riedel, Joachim Nottke als Erzähler und natürlich der wunderbare, leider schon verstorbene Wolfgang Völz als Kehaar. Fantastisch.
FAZIT: Ein ebenso wundervoller wie beängstigender Film um eine gruppe Kaninchen auf der Suche nach einer neuen Heimat. Es gibt sehr gruselige und vor allem gewalttätige Szenen, die ganze Atmosphäre ist sehr düster. Aber die Geschichte ist einfach großartig, ein ganz, ganz toller Film und zugleich ein Zeitdokument der late 70ies und einer der ganz großen Zeichentrick-Klassiker. Unbedingt sehenswert! (Aber nicht für Sechsjährige!)
Das weite Gras färbt sich in ein dunkles rot, schreie sind zu hören und das Ende des Lebens ist nah. Diese Vorahnung hat zumindest Fiver, der kleine Hasenbruder von Hazel. Schnell bringen sich viele der Hasen in Sicherheit, denn Fiver hat bei solchen Vorahnungen noch nie falsch gelegen. Doch die Suche nach einem neuen zu Hause gestaltet sich schwierig denn Ratten, Eulen, Füchse und der Mensch sind auf der Jagd nach Hazel und den anderen. Doch als sie endlich ihren neuen Bau finden, stellen sich ihnen andere Hasen entgegen. Sehr brutale und gnadenlose Rivalen, die solange kämpfen, bis das Gras sich rot färbt.
Dieser Film von 1978 geht ca. 92 Minuten und ist ab 6 Jahren freigegeben. Wir haben hier einen echten Klassiker den viele als Kind gesehen haben, zusammen mit einer Altersfreigabe wo man sich fragt, was habt ihr den geraucht. Der Zeichenstil sieht fantastisch aus, gerade aus heutiger Sicht wo nur noch Animationen vorherrschen, ist das mal toll wieder zu sehen. Die Story ist an sich nicht weiter wichtig, Hasen gehen von A nach B und erleben Abenteuer. Allerdings ist die Darstellung hier meisterhaft, denn zurückhaltend ist man hier nicht. Blut, Leid und Tod ist hier immer ein stetiger Begleiter und wird wie gesagt auch voll gezeigt. Das große Finale mit dem schwarzen Kaninchen rührt einen echt zu Tränen. Was mir nicht gefiel war zum einen die Möwe Kehaar, die nervt einfach nur und das in der mitte des Streifens eine kleine Länge entsteht. Am Ende bleibt ein wunderschönes und beeindruckendes Werk um das Tier was soviele Feinde hat, aber mit genügend Fähigkeiten ausgestattet wurde um sich bis heute zu behaupten.
Von mir bekommt der Film 8,5/10 Punkten. Der religiöse Aspekt, das Hasen an eine Art Gottheit glauben, ist nicht zu drüber und gut erzählt.