Es gibt Schauspieler, die bleiben unvergessen. Einer von ihnen ist Leslie Nielsen, der sich insbesondere durch seine Auftritte in den Komödien von Jerry Zucker, Jim Abrahams & David Zucker (auch bekannt als ZAZ) in die Herzen des Publikums spielte. Vor allem die Rolle des schusseligen Detektivs Frank Drebin in der „Die nackte Kanone“-Reihe war für Nielsen wie maßgeschneidert. Seine Fähigkeit, selbst Momente größter Schwachsinnigkeit mit einer bierernsten Miene auszuspielen – und dabei ein perfektes Comedy-Timing zu wahren – sind bis heute unerreicht. Und obwohl er seine größten Erfolge mit komischen Stoffen erzielen sollte, war er lange Zeit in ganz anderen Genres unterwegs.
Bevor er in „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ im Jahre 1980 zum ersten Mal in einer ZAZ-Komödie vor die Kamera trat und sein humoristisches Talent unter Beweis stellen konnte, war er unter anderem in Sci-Fi-Filmen wie „Alarm im Weltall“, Abenteuerfilmen („Drei Fremdenlegionäre“) oder Thrillern („Ständig in Angst“) zu sehen. Sein Leinwand-Debüt gab er in dem Drama „Menschenraub“, das ab dem 24. Januar 1956 in den USA über die Leinwände flimmerte.
Hier seht ihr ein weiteres Bild des „Die nackte Kanone“-Stars in „Menschenraub“:
MGM
Und darum geht es in "Menschenraub"
Der wohlhabende Staubsaugerfabrikant David Stannard (Glenn Ford) durchlebt einen realen Albtraum: Sein achtjähriger Sohn Andy wurde entführt. Die Polizei setzt alle üblichen Maßnahmen in Gang, um den Fall geheim zu halten. Doch die Zeit läuft und David muss einer unangenehmen Möglichkeit ins Auge sehen: Ist Andy vielleicht sogar schon tot?
Leslie Nielsen gibt hier den Reporter Charlie Telfer, der Wind von dem Schicksal der Familie Stannard bekommt – und sich bald in einer moralischen Zwickmühle befindet. Soll er von den tragischen Vorkommnissen berichten oder erst einmal Stillschweigen bewahren?
Bereits im selben Jahr bekleidete Leslie Nielsen, der zuvor übrigens bereits in zahlreichen TV-Serien zu sehen war, auch eine der Hauptrollen im Sci-Fi-Klassiker „Alarm im Weltall“. An der Seite des Roboters „Robby“ macht er sich hier als Commander Addams an Bord des Raumkreuzers C-57D auf die Suche nach einer Gruppe Kolonisten, die vor 20 Jahren im Altair-System verschwunden sind. Bis heute gilt der Film als absoluter Kult und wird für seine fantastischen Effekte gefeiert.
Danach folgten Auftritte in Ronald Neames Katastrophenfilm „Die Höllenfahrt der Poseidon“ sowie bekannten Serien wie „Columbo“, „Bonanza“ oder „M*A*S*H“, bevor er dann 1977 erstmals in „Kentucky Fried Movie“ mit dem ZAZ-Trio zusammenarbeitete. Hier ist er zwar nur in einer Sprechrolle zu hören, dennoch markiert dieser Auftritt den Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit.
Neuer Erfolg als Comedy-Star
„Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ aus dem Jahre 1980 stellte dann eine Zäsur im Schaffen des Schauspielers dar, denn fortan sollte Leslie Nielsen in immer mehr Comedy-Filmen zu sehen sein. In den nächsten Jahren folgten Titel wie „Trottel im Weltall“, „Soul Man“ und schließlich dann 1988 „Die nackte Kanone“, mit der er endgültig seinen Status als Comedy-Schwergewicht untermauerte.
In seinen letzten Lebensjahren war Nielsen komplett auf das Genre der Blödel-Komödien festgefahren – wobei die meisten von eher bescheidener Qualität waren. Am 28. November 2010 starb der Komiker im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.
Aktuell wird an einem Reboot von „Die nackte Kanone“ gearbeitet – und die ersten Testvorführungen machen Lust auf mehr:
Ein fantastischer Liam Neeson & jede Menge Gags: Erste Testvorführungen von "Die nackte Kanone"-Reboot machen Lust auf mehr!