1971 sollte Sean Connery in „James Bond 007 – Diamantenfieber“ zum allerletzten Mal seine Paraderolle des wohl berühmtesten Agenten der Kino- und Literaturgeschichte spielen. Doch dabei blieb es nicht: Zwölf Jahre später ließ sich der Schotte dazu überreden, erneut in den berühmten Smoking zu schlüpfen – für „Sag niemals nie“, ein Remake des 007-Klassikers „Feuerball“, das nicht zum offiziellen Bond-Kanon zählt.
Der Hintergrund war eine Urheberrechtsklage der Drehbuchautoren Kevin McClory und Jack Whittingham, die gemeinsam mit Bond-Schöpfer Ian Fleming die Romanvorlage zu „Feuerball“ geschrieben hatten – ohne aber als Mitautoren angegeben oder finanziell beteiligt zu werden. Die beiden gewannen den Prozess und wurden so nicht nur bei den weiteren Auflagen des Buches auf dem Cover genannt, sondern kamen auch in den Besitz der Verfilmungsrechte (Ian Fleming war bereits 1964 gestorben) – mit der Auflage, dass sie mindestens zehn Jahre lang keine weitere Verfilmung des Stoffes umsetzen durften.
1983 war es dann so weit, und mit „Sag niemals nie“ erschien die zweite Leinwand-Adaption der Geschichte – wieder mit Sean Connery (der mittlerweile 52 Jahre alt war) und zu einem Zeitpunkt, als sein Nachfolger Roger Moore schon längst im Amt war. Auf diese Weise kam es zu der bis heute einzigartigen Situation, dass gleich zwei 007-Abenteuer um die Vorherrschaft am Box Office kämpften. Denn etwa zeitgleich kam auch „Octopussy“ in die Kinos, der sechste (und vorletzte) Bond-Auftritt von Moore.
Sean Connery hat es gehasst, "Sag niemals nie" zu drehen
Beide Filme waren ähnlich erfolgreich: „Sag niemals nie“ spülte 160 Millionen US-Dollar in die weltweiten Kinokassen, während „Octopussy“ mit 187,5 Millionen die Nase leicht vorn hatte. Doch obwohl sein Bond-Comeback in kommerzieller Hinsicht kein Reinfall war, hat Connery später öffentlich bereut, sich auf das ungewöhnliche, von „Das Imperium schlägt zurück“-Regisseur Irvin Kershner inszenierte Blockbuster-Projekt eingelassen zu haben.
„Es gab so viel Inkompetenz, Unfähigkeit und Zwietracht während der Produktion von ‚Sag niemals nie‘, dass der Film fast auseinandergefallen wäre“, verriet die Hollywood-Legende in einem Interview (via Far Out Magazine). „Ich geriet zwischen jede Entscheidung. In Wirklichkeit haben ich und der Regieassistent den Film produziert.“
Dass Connery das Angebot überhaupt angenommen hat, lässt sich ohnehin nur mit einem fetten Gehaltsscheck erklären – schließlich haderte der 2020 verstorbene Schauspieler schon früh mit seiner Verpflichtung als Spion mit der Lizenz zum Töten. Mehr dazu lest ihr im folgenden Artikel:
"Ich würde ihn am liebsten umbringen": 007-Ikone Sean Connery hat James Bond gehasst