In den 1980er-Jahren hatte Bill Murray seine ganz große Zeit. Doch tatsächlich war er in ebendieser Dekade ganze vier Jahre lang kaum auf der Leinwand sehen. Nachdem er mit „Ghostbusters“ seinen großen internationalen Durchbruch feierte, verabschiedete sich Murray nämlich erst einmal vom Rampenlicht – der Druck, der mit seinem plötzlichen Ruhm einherging, fühlte sich für ihn damals einfach zu groß an. Nur zu einer Minirolle im Kultfilm „Der kleine Horrorladen“ (1986) ließ sich der heute 74-Jährige überreden, den Rest seiner Zeit verbrachte er u.a. mit einem Philosophiestudium in Paris sowie mit seiner Familie.
„Eigentlich dachte ich, dass ‚Ghostbusters‘ das Größte wäre, was mir je passieren würde“, erzählte der Schauspieler und Komiker im Gespräch mit Kritiker-Papst Roger Ebert (via SlashFilm). „Es war ein so großes Phänomen, dass ich mich ein bisschen radioaktiv fühlte. Also zog ich mich einfach eine Weile zurück.“
1988 wagte sich Murray dann an sein Comeback – mit einem Film, der ganz auf ihn als Star zugeschnitten war: „Die Geister, die ich rief“, eine moderne Version von Charles Dickens' „Weihnachtsgeschichte“, in der Murray in die Rolle des TV-Moguls Francis Xavier Cross schlüpfte, der sich wie einst Ebenezer Scrooge mithilfe dreier Geister vom zynischen Misanthropen zum guten Menschen wandelt. Heute gilt die Fantasy-Komödie als einer der beliebtesten Weihnachtsfilme, der Jahr für Jahr verlässlich zur Festtagszeit im Fernsehen ausgestrahlt wird. Doch Murray blickt alles andere als gern auf den Kultfilm zurück.
„Ich will nicht über ‚Die Geister, die ich rief‘ reden“, stellte der „Lost In Translation“-Star bereits 1989 in einem Interview mit Harold Conrad klar. „Es war hart, weil es beängstigend ist, in einem Film mitzuspielen, in dem so viel Geld auf dem Spiel steht.“
„Scrooged“ (so der Originaltitel) kostete 32 Millionen US-Dollar – zwei Millionen mehr als „Ghostbusters“. Da Murray für mehrere Jahre nicht im Kino zu sehen war, lastete auf dem Projekt also ein hoher Erfolgsdruck. Seine finanziellen Ängste erwiesen sich aber letztlich als unbegründet: Der von Richard Donner („Lethal Weapon“) inszenierte Film spülte weltweit über 100 Millionen Dollar in die Kinokassen, was immerhin für den 13. Platz der Kino-Jahrescharts reichte.
Doch versöhnlicher stimmte das Murray nicht. Denn während der Dreharbeiten soll es zwischen ihm und Regisseur Donner gewaltig gekracht haben, was schließlich dazu führte, dass der „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Darsteller mit dem Endprodukt unzufrieden war.
„Er sagte mir ständig, ich solle alles lauter, lauter, lauter machen“, beklagte sich Murray gegenüber Roger Ebert. „Ich glaube, er war taub.“ Im Interview mit Entertainment Weekly bekräftigte er seinen Unmut noch einmal: „Das ist ein schwieriges Thema, und mir fällt es immer noch schwer, darüber zu reden. Ich fand das Drehbuch außergewöhnlich, aber ich habe einen ganz anderen Film gesehen als der Regisseur.“
Auch Donner gab zu Protokoll, dass er die Zusammenarbeit mit dem in Illinois geborenen Schauspieler auf einer kreativen Ebene zwar geschätzt hätte, es aber auch „gelegentlich schwierig“ gewesen sei. Das passt zu den Äußerungen anderer Menschen, die mit Murray gedreht haben – zum Beispiel Schauspielerin Lucy Liu, die sich öffentlich darüber beschwerte, dass ihr Co-Star sie bei den Dreharbeiten zu „3 Engel für Charlie“ schikaniert haben soll. Die ganze Geschichte lest ihr im folgenden Artikel:
"Was zum Teufel machst du hier? Du kannst nicht schauspielern!": So heftig ist der Streit zwischen Bill Murray und Lucy Liu bei "3 Engel für Charlie" eskaliert*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.