Die französische Regisseurin Audrey Diwan („Emmanuelle“) durfte für „Das Ereignis“ zahlreiche Auszeichnungen entgegennehmen – darunter den renommierten Goldenen Löwen beim Filmfestival von Venedig. Trotz Ehrungen wie dieser blieb dem eindringlichen Abtreibungsdrama die Aufmerksamkeit verwehrt, die es eigentlich verdient. Doch das lässt sich heute Abend ändern!
Falls ihr „Das Ereignis“ noch nicht gesehen habt, bietet sich jetzt die perfekte Gelegenheit: Arte zeigt das eindrucksvolle Drama heute, am 5. März, um 20:15 Uhr als Free-TV-Premiere – wie gewohnt ohne Werbeunterbrechungen. Wer den Film nicht im Fernsehen verfolgen kann, findet ihn auch in der Arte-Mediathek zum Abruf.
Darum geht’s in "Das Ereignis"
Frankreich, 1963: Anne (Anamaria Vartolomei) ist das erste Mitglied ihrer Familie, das die Möglichkeit hat, das harte Landleben hinter sich zu lassen. Sie lebt bereits in einem Wohnheim für Studentinnen und bereitet sich dort auf die finalen Prüfungen vor, um ihr Literaturstudium anzutreten, schließlich will sie später Professorin werden. Abends verbringt sie ihre Zeit mit den Jungs aus dem benachbarten Wohnheim, doch mehr als gemeinsames Trinken und Tanzen ist nicht drin.
Die Mädchen wissen nämlich, dass ihr Traum von Studium vorbei ist, sollten sie schwanger werden. Als Anne trotzdem weiter als eigentlich gedacht geht und ihre Periode über drei Wochen überfällig ist, geht sie zum Arzt – und dieser bestätigt ihre schlimmste Befürchtung. Für Anne ist klar: Das Kind muss weg. Allerdings ist eine Abtreibung mit einer schweren Gefängnisstrafe verbunden. Die junge Frau muss einen Weg finden...
Ein Film, der unter die Haut geht
In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gab es für „Das Ereignis“ starke 4 von 5 mögliche Sterne. In seinem Fazit bezeichnet unser Autor Björn Becher das Drama als einen „von einer herausragenden Hauptdarstellerin angeführten, starken und eindringlichen Film“. Tatsächlich muss man sich aber darauf gefasst machen, einige wirklich unter die Haut gehenden Szene zu ertragen.
Regisseurin Diwan bemüht sich bei „Das Ereignis“ um ein hohes Maß an Authentizität, was gerade bei den Abtreibungsszenen für viele Zuschauer*innen sicherlich nur schwer zu ertragende Ausmaße annimmt. Bei den Vorführungen in Venedig haben nicht nur viele Menschen den Saal verlassen, eine Frau ist auch in Ohnmacht gefallen, wie FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen mit eigenen Augen erlebte. Ja, „Das Ereignis“ bleibt gnadenlos nah am Geschehen.
Neben der Zeitlosigkeit des Themas rund um Selbstbestimmung und gesellschaftliche Bevormundung, sollte man „Das Ereignis“ auch wegen Hauptdarstellerin Anamaria Vartolomei gesehen haben. Die junge Schauspielerin spielt gleichermaßen kraftvoll wie subtil auf und macht das emotionale wie körperliche Martyrium ihrer Figur in jeder Szene greifbar. Dass „Das Ereignis“ ein so großartiger Film geworden ist, liegt zu einem nicht unbeträchtlichen Teil an ihrer memorablen Performance.
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