Clint Eastwood ist der Inbegriff einer lebenden Hollywood-Legende: Vor mittlerweile sieben (!) Jahrzehnten legte der „Für eine Handvoll Dollar“-Star seinen ersten Leinwandauftritt hin – und es ist 54 Jahre her, dass er mit dem Psycho-Thriller „Sadistico“ sein Regiedebüt ins Kino brachte. In dieser langen Zeit hat sich ein extrem beeindruckendes Gesamtwerk angesammelt: Eastwood war in über 60 Filmen als Schauspieler zu sehen, während er unlängst seine 41. Regiearbeit in die deutschen Kinos brachte – den Justiz-Thriller „Juror #2“.
Zwei Mal wurde Eastwood mit einem Oscar als Bester Regisseur geehrt (für „Erbarmungslos“ und „Million Dollar Baby“), und viele seiner Filme haben große Spuren in der Kinogeschichte hinterlassen. Zugleich ist es bei einer derart umfangreichen Vita nur natürlich, dass nicht jeder Eintrag ein Meisterwerk oder Kassenschlager sein kann.
Im Jahr 1984 spielte er so in einer Action-Komödie mit, von der er später unumwunden zugab, dass sie nicht zu seinen Sternstunden zählt: Die Rede ist von „City Heat - Der Bulle und der Schnüffler“, in dem Eastwood an der Seite von Burt Reynolds auftrat.
Eastwood verkörpert in „City Heat“ den Polizei-Lieutenant Speer, der sich widerwillig mit seinem verhassten Ex-Kollegen Mike Murphy (Reynolds) zusammenraufen muss, als dessen Geschäftspartner ermordet aufgefunden wird. Das Drehbuch stammte aus der Feder von Blake Edwards – und eigentlich sollte der renommierte Filmemacher („Frühstück bei Tiffany“, „Der rosarote Panther“) auch auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Doch von Anfang an wurde das Projekt von Problemen überschattet.
Noch während der Vorproduktion wurde Edwards aufgrund von kreativen Differenzen durch den weniger erfahrenen Richard Benjamin ersetzt – und benutzte als Zeichen seiner Unzufriedenheit nicht nur in Vor- und Abspann das Pseudonym Sam O. Brown, sondern bezeichnete die Arbeit an dem Film später auch als „schreckliche Erfahrung“.
Burt Reynolds wäre fast gestorben!
Auch die Dreharbeiten selbst standen unter keinem guten Stern. So brach sich Burt Reynolds während einer Kampfszene den Kiefer – woraus sich eine Jahre andauernde Sucht nach Schmerzmitteln entwickelte, die ihm beinahe sein Leben kostete.
„Ich fiel für etwa acht oder neun Stunden ins Koma“, erinnerte sich Reynolds in einem Interview mit TV Guide. „Irgendwann, so erzählte man mir, brachten die Ärzte [meine Ehefrau Loni Anderson] herein, damit sie sich von mir verabschieden konnte. Und ich hatte eine Nahtoderfahrung. Ich hörte den Arzt sagen: ‚Wir verlieren ihn.‘ Ich war schon dabei zu gehen.“
Auch Clint Eastwood war mit dem Film unzufrieden
Kein Film dieser Welt wäre es wohl wert, in die Drogenabhängigkeit abzurutschen und in Lebensgefahr zu geraten – doch dass ihn gerade „City Heat“ in diese Situation brachte, dürfte bei Reynolds erst recht für Frustration gesorgt haben:
Schließlich erhielt er dafür eine Goldene-Himbeere-Nominierung als Schlechtester Schauspieler – und auch an den Kinokassen war der Film eine Enttäuschung. Obendrein zerriss ihn die Fachpresse in der Luft. Die US-amerikanische Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes zählt so gerade einmal 22 Prozent an überwiegend positiven Rezensionen!
Eastwood musste im Gegensatz zu Reynolds immerhin nur damit klarkommen, in einem Film mitgespielt zu haben, der bei Kritik und Publikum wenig Anklang fand. Im Gespräch mit California Conversations danach gefragt, wie er zu „City Heat“ stehe, antwortete er diplomatisch: „Er war okay. Es war nicht gerade die stärkste Geschichte der Welt. Er war einfach ziemlich belanglos.“
Auch ein anderer Clint-Eastwood-Film fiel im Kino durch – obwohl er ziemlich großartig ist! Mehr dazu erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Es war ein Desaster": Einer der besten Filme von Clint Eastwood fiel im Kino gnadenlos durch*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.