Ein wenig hat man schon das Gefühl, dass das Genre der romantischen Komödie heutzutage ein eher schlechtes Image genießt. Das liegt nicht nur an der schieren Masse an Filmen, die sich seit Beginn der 1990er-Jahre in großer Zahl diesem Sujet widmen. Vielmehr kranken viele Werke daran, dass sie sich als austauschbare Schmonzetten ohne Esprit, Tiefgang oder aufrichtige Emotionen entpuppen. Doch natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen – Filme, die sich aus der Masse hervorheben.
Zu den größten Klassikern des sogenannten RomCom-Genres zählen Filme wie „Pretty Woman“, „Notting Hill“, „Während du schliefst“ oder „Green Card“. Eine der besten romantische Komödien aller Zeiten stammt jedoch aus den 1980er-Jahren – und trägt den Titel „Harry und Sally“. Falls ihr diesen Film bislang verpasst habt, ergibt sich heute, am 22. Juni, ab 22.10 Uhr auf Sixx die perfekte Gelegenheit, das nachzuholen. Alternativ könnt ihr „Harry und Sally“ auch über den Amazon-Prime-Video-Channel MGM+ streamen, den ihr sieben Tage kostenlos testen könnt:
Darum geht’s in "Harry und Sally"
Harry (Billy Crystal) und Sally (Meg Ryan) haben gerade ihr Studium abgeschlossen, als sie sich 1977 das erste Mal begegnen. Eine gemeinsame Freundin vermittelt Sally als Mitfahrgelegenheit für Harry – von Chicago bis nach New York City. Eine lange Reise liegt vor ihnen, über 1.200 Kilometer, und schon bald wird beiden klar, dass sie eigentlich vollkommen unterschiedlich ticken.
In New York angekommen, trennen sich die Wege von Harry und Sally. Fünf Jahre später begegnen sie sich dann zufällig am Flughafen wieder. Beide sind inzwischen in glücklichen Beziehungen und so will auch diesmal der Funke nicht so recht überspringen. Erst weitere fünf Jahre später laufen sie sich in einer Buchhandlung erneut über den Weg. Dieses Mal entsteht langsam eine platonische Freundschaft – geprägt von gemeinsamen Gesprächen, Kinoabenden und der gegenseitigen Gewissheit, nicht verliebt zu sein. Doch als schließlich doch Sex ins Spiel kommt, wird es plötzlich kompliziert…
Nicht nur Meg Ryans Orgasmus ist legendär
„Harry und Sally“ mag auf den ersten Blick nach dem klassischen Muster romantischer Komödien ablaufen, doch um die wahre Bedeutung dieses Films zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf seinen historischen Kontext: Der Kultfilm von Rob Reiner („Stand By Me“) hat das Genre der RomCom entscheidend modernisiert und damit gewissermaßen die Blaupause geliefert für unzählige spätere Werke, die sich an seinen erzählerischen Motiven und dramaturgischen Strukturen orientieren.
Gleichzeitig ist „Harry und Sally“ nicht einfach nur stilbildend gewesen – der Film geht mit seinen Figuren und Themen auch auf eine Weise um, die konsequent Kitsch und falsche Sentimentalität vermeidet. Stattdessen gelingt es Reiner gemeinsam mit der oscarnominierten Drehbuchautorin Nora Ephron, ein feinfühliges und realitätsnahes Bild jener Beziehungswirren zu zeichnen, die uns allen irgendwie vertraut sind. Zwar steht der Humor stets im Vordergrund, doch dieser ist gespickt mit geistreicher Ehrlichkeit, liebevollen Beobachtungen und einer entwaffnenden Menschlichkeit.
Ein Paradebeispiel dafür ist jene ikonische Szene, in der Meg Ryans Figur Sally in einem New Yorker Diner einen Orgasmus vortäuscht – eine der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte. Doch statt diese peinliche Situation bloß als Gag zu nutzen oder sich auf Kosten der Figuren zu amüsieren, wird sie hier zum klugen dramaturgischen Mittel: Sie enthüllt viel über die Dynamik zwischen Harry und Sally. Und als Zuschauer*in wünscht man diesen beiden liebenswerten Charakteren einfach nur das Beste – nicht zuletzt, weil es in den 1980er-Jahren wohl kaum ein süßeres Leinwandpaar gab als Meg Ryan und Billy Crystal.
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