Fast ein halbes Jahrhundert hat „Der Adler ist gelandet“, der letzte Film des legendären „Die glorreichen Sieben“- und „Gesprengte Ketten“-Regisseurs John Sturges, mittlerweile auf dem Buckel. Trotzdem macht der Mix aus Kriegs-Action und Agenten-Thriller unverändert Spaß. Und das nicht nur aufgrund eines wirklich großartigen Casts, sondern auch, weil die im Zweiten Weltkrieg angesetzte Story einerseits ziemlich abgefahren, andererseits aber auf realen Ereignissen und Personen basierend daherkommt.
„Der Adler ist gelandet“ läuft am heutigen 15. September 2025 um 20.15 Uhr auf arte. Eine Wiederholung folgt am 17. September um 14.00 Uhr. Zudem steht der Film als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung.
3 Oscargewinner & eine Regie-Legende
Filme sind nicht an historische Fakten gebunden – selbst dann nicht, wenn sie in einem authentisch präsentierten Szenario wie dem Zweiten Weltkrieg angesiedelt sind. Der auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Jack Higgins basierende „Der Adler ist gelandet“ bringt eine fiktive, aber durchaus glaubhafte Handlung, mit der der Zweite Weltkrieg vielleicht anders hätte ausgehen können. Eine beängstigende Idee? Sicher, aber auch eine ziemlich faszinierende, wie ich finde. Lest euch einfach am Ende dieses Textes die kurze Inhaltsangabe durch.
Als ich den Film als Teenager zum ersten Mal in einem Programmkino sah, war ich zunächst überrascht davon, dass große britische und amerikanische Stars hier deutsche Soldaten spielten. Ebenso interessant war der Umstand, dass ihre Figuren nicht in typischer Hollywood-Manier als plumpe Bösewichte dargestellt wurden, sondern als Menschen aus Fleisch und Blut, mit Gefühlen und Gewissen. Das war ich bei Filmen dieses Genres bis dahin nicht gewohnt. Allerdings hatte ich damals noch nicht „Steiner - Das Eiserne Kreuz“ gesehen.
Apropos Steiner: Die Hauptfigur in „Der Adler ist gelandet“ heißt ebenfalls Steiner und wird von Michael Caine (Oscars für „Hannah und ihre Schwestern“ sowie „Gottes Werk und Teufels Beitrag“) verkörpert. Er ist ein sehr vielschichtiger, innerlich zerrissener Charakter, bei dem schnell klar wird, warum der „The Dark Knight“-Star ihn unbedingt spielen wollte. An Caines Seite seht ihr zudem „Der Pate“- und „Apocalypse Now“-Veteran Robert Duvall (Oscar für „Comeback der Liebe“) sowie Donald Sutherland („Wenn die Gondeln Trauer tragen“, erhielt 2018 einen Oscar für sein Lebenswerk), die ebenfalls deutsche beziehungsweise irische Feinde der Alliierten darstellen.
Die Regie übernahm John Sturges, der laut Caines Autobiografie allerdings nur „Dienst nach Vorschrift“ machte und wohl lediglich wegen seiner Gage dabei war. Die Nachproduktion fand dann auch komplett ohne den legendären Filmemacher statt, der lieber zum Fischen nach Mexiko reiste. So lag es allein an Cutterin Anne V. Coates („Der Elefantenmensch“, „In The Line Of Fire“), aus dem von Sturges gedrehten Material das zu machen, was es schließlich wurde: einen enorm spannenden, von großartigen Darsteller*innen überquellenden und mit einer außergewöhnlichen Prämisse versehenen Thriller, den jeder Suspense-Fan zumindest einmal gesehen haben sollte. Heute Abend habt ihr die Chance dazu. Ergreift ihr sie?
"Der Adler ist gelandet": Das ist die Story
1943: Nach der Niederlage der Deutschen in Stalingrad scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann Hitler seinen Krieg verliert. Selbst der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler (Donald Pleasence), glaubt nicht mehr so recht an den sogenannten „Endsieg“. Doch die nationalsozialistische Spitze ist fest entschlossen, zu einem letzten, das unvermeidlich erscheinende Schicksal vielleicht doch noch wendenden Schlag auszuholen: die Entführung des britischen Premierministers Winston Churchill (Leigh Dilley).
Admiral Canaris (Anthony Quayle), der Chef des militärischen Geheimdienstes der Wehrmacht, wird mit der Planung des wahnwitzig anmutenden Unterfangens beauftragt. Und das, obwohl er große Zweifel an dessen Durchführbarkeit anmeldet. Getarnt als polnische Fallschirmjäger landen Oberst Kurt Steiner (Michael Caine) und seine Truppe aus Elitesoldaten schließlich an der englischen Küste. Hier nehmen sie der mit ihnen verbündete irische Freiheitskämpfer Liam Devlin (Donald Sutherland) und die südafrikanische Doppelagentin Joanna Grey (Jean Marsh) in Empfang. Doch dann fliegt ihre Mission auf …
Derselbe Krieg, aber ein komplett anderes Szenario: Der im folgenden Artikel zu findende Streaming-Tipp ist laut der FILMSTARTS-Community der beste deutsche Film aller Zeiten:
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