TV-Premiere ohne Werbung: Ein grandioser Psycho- & Paranoia-Thriller aus Deutschland, der euch unwiderstehlich mitreißt
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kubes aktuelle Lieblingsfilme sind "Train Dreams", "Hamnet", "Song Sung Blue" und "Sentimental Value".

Sich zu keiner Zeit irgendwo sicher zu fühlen – das ist ein wahrer Albtraum. Dieses Szenario macht sich der intensive, am späten Abend zu sehende „Im toten Winkel“ zunutze, um eine spannende, emotional wie intellektuell fordernde Story zu erzählen.

„Im toten Winkel“ ist eine deutsche Produktion, spielt aber größtenteils im Nordosten Anatoliens. Geschrieben und inszeniert wurde das packende Thriller-Drama von der in Hamburg aufgewachsenen deutsch-kurdischen Filmemacherin Ayşe Polat („Luks Glück“).

Im toten Winkel“ erlebt am heutigen 24. September 2025 um 23.25 Uhr seine deutsche Free-TV-Premiere auf arte. Zudem steht der Film aktuell bereits als Gratis-Stream in der Mediathek des Senders zur Verfügung. Alternativ ist der FSK-16-Titel als kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:

Viel mehr als nur ein schnöder Thriller

Wie Rezensent Janick Nolting in der starke 4 von 5 möglichen Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik analysiert, ist „Im toten Winkel“ ein clever konstruierter, doppelbödiger Thriller. Die Story ist in drei Kapiteln erzählt, von denen das erste mit einem rabiaten Twist endet. Danach löst sich die chronologische Erzählweise auf, indem die verbleibenden Segmente immer wieder mittels Flashbacks zu vergangenen Ereignissen zurückkehren und diese aus neuen Perspektiven beleuchten. Nach und nach beginnen sich die einzelnen Bausteine des Puzzles miteinander zu verbinden und den Blick auf das große Ganze freizugeben.

Interessant ist, dass Regisseurin/Autorin Ayşe Polat uns dabei nicht nur einen politisch aufgeladenen Thriller, sondern auch einen Mix aus Psycho-Drama und Mystery-Reißer mit einer potenziell übernatürlichen Geistergeschichte präsentiert. Da mag die Gefahr einer Überfrachtung der Handlung bestehen, doch Polat macht das alles sehr geschickt und mit enormer formaler Präzision. Letztlich findet „Im toten Winkel“ hoch spannende Antworten auf die im Film selbst gestellten Fragen, indem die Mechanismen von allgegenwärtigem Misstrauen und Terror nur den Rahmen für eine Selbstreflexion bilden, die sich von konkreten politischen und historischen Verortungen löst.

Das alles mag ein wenig anstrengend klingen und in der Tat ist der Film keine sogenannte „leichte Kost“. Das Dranbleiben und vor allem das Mitdenken beziehungsweise Mitfühlen lohnt sich allerdings. Denn auf kluge Weise wird hier nicht nur eine packende, sehr authentisch anmutende Geschichte erzählt, sondern auch über das Medium Film und seine Rolle in unserer Zeit der Omnipräsenz digitaler Bilder und Kameras reflektiert.

Im toten Winkel
Im toten Winkel
Starttermin 4. Januar 2024 | 1 Std. 58 Min.
Von Ayşe Polat
Mit Katja Bürkle, Ahmet Varlı, Çağla Yurga
User-Wertung
3,5
Filmstarts
4,0

"Im toten Winkel": Das ist die Story

Dokumentarfilmerin Simone (Katja Bürkle) ist mit einer kleinen Crew in den Nordosten der Türkei gereist, um dort eine Doku über die Kurdin Hatice (Tudan Ürper) und das von ihr erschaffene „unsichtbare Denkmal“ für ihren Sohn zu drehen. Jede Woche kocht die verzweifelte Mutter eine Suppe, um sich mittels dieser an ihren vor 26 Jahren spurlos verschwundenen Sohn Baran zu erinnern. Die Frau ist sich sicher, dass er vom türkischen Geheimdienst verschleppt wurde.

Simone ist entschlossen, Hatice und mit ihr natürlich auch ihrem Werk zu helfen, indem sie versucht, Barans Schicksal aufzuklären – was in dem noch immer politisch umkämpften Gebiet als alles andere als ungefährlich ist. Das deutet bereits ihr Treffen mit dem Menschenrechtsanwalt Eyüp (Aziz Çapkurt) an, währenddessen sie von zwei bedrohlich aussehenden Kerlen in einem riesigen, gepanzerten Auto überwacht werden.

Wie sich herausstellt, ist der eine der beiden ein Mann namens Zafer (Ahmet Varli) – der Nachbar von Leyla (Aybi Era), der kurdischen Übersetzerin des Filmteams. Leyla ist zudem noch Kindermädchen und Nachhilfelehrerin von Zafers Tochter Melek (Çağla Yurga). Es dauert nicht lange und Simone und Leyla werden Zeuginnen, wie die Kleine offenbar von einer übernatürlichen Macht heimgesucht wird. „Was zum Teufel geht hier vor?“, fragt sich die Regisseurin.

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