„Afraid“ kam im August 2024 ohne jegliches Werbetamtam in die Kinos – eine eher verdächtige Marketingstrategie für einen Film, der nicht nur ein paar durchaus bekannte Stars im Cast, sondern auch noch ein aktuell relevantes Thema im Mittelpunkt der Story hat. Da liegt natürlich die Vermutung nahe, dass das Werk ein Reinfall sein könnte. Ob dem wirklich so ist, klären wir etwas weiter unten in diesem Artikel. Oder ihr schaut am späteren Abend einfach selbst mal rein, wenn der Psycho- und Technologie-Schocker erstmals im TV zu sehen ist – noch dazu ohne Werbung.
Das ZDF bringt am heutigen 3. November 2025 um 22.15 Uhr die deutsche Free-TV-Premiere von „Afraid“. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 4. auf den 5. November um 0.45 Uhr. Falls ihr beide Termine nicht schaffen solltet, ist der FSK-12-Titel für eine Handvoll Euro als Video-on-Demand bei Anbietern wie Apple TV, MagentaTV, Rakuten TV oder Amazon Prime Video zu haben:
Lohnt sich "Afraid"?
Nein, wirklich gut ist „Afraid“ nicht. Im Vergleich zur von der Prämisse her ähnlich gelagerten, aber deutlich einfallsreicher erzählten deutschen Netflix-Serie „Cassandra“ etwa wirkt der Plot unoriginell und eher eindimensional. Visuell und atmosphärisch ist das Ganze zwar nicht schlecht gemacht, aber in Sachen Timing und Spannungsaufbau gibt es echte Defizite. Fans von „Star Trek“-Sulu John Cho und/oder Katherine Waterston aus „Alien: Covenant“ kommen allerdings wenigstens bedingt auf ihre Kosten. Denn das Duo zeigt eine sehr glaubhafte Paar-Chemie und holt das Maximum aus seinen eher formelhaft geschriebenen Parts heraus. Zumindest teilweise lassen Cho und Waterston uns tatsächlich mit ihnen fühlen beziehungsweise bangen.
Der mit einem Budget von lediglich zwölf Millionen Dollar hergestellte Streifen kommt von der extrem erfolgreichen Horrorschmiede Blumhouse. Jason Blum und seine Produktionsfirma veröffentlichen jedes Jahr eine ganze Reihe von Gruselfilmen, die für relativ moderates Geld gemacht werden und von denen nur ein oder zwei richtig durchstarten müssen, um die Kosten für die restlichen Projekte wieder einzuspielen und doch noch einen dicken Profit zu machen. Eine clevere Geschäftsstrategie, die sich in der Vergangenheit mit Genre-Superhits wie „Get Out“, der „Paranormal Activity“-Reihe, „M3GAN“, „The Black Phone“ oder „Five Nights At Freddy’s“ mehr als ausgezahlt hat. Da war es wohl durchaus zu verschmerzen, dass „Afraid“ floppte und in den USA nicht einmal sieben Millionen Dollar am Box-Office einspielen konnte.
Das Überraschendste an dem mit unter anderem Hollywood-Veteran Keith Carradine („Die Duellisten“), Marvel- und DC-Star David Dastmalchian („Ant-Man 1-3“, „The Suicide Squad“) und Riki Lindhome („Knives Out“) auch in den Nebenrollen gut besetzten Film ist, wer ihn gemacht hat. Drehbuch und Inszenierung stammen nämlich von Chris Weitz, dem oscarnominierten Regisseur der Wohlfühlkomödie „About A Boy“ sowie solcher Blockbuster-Projekte wie „American Pie“, „The Twilight Saga: New Moon“ und „Cinderella“. Zudem schrieb der New Yorker zusammen mit Gareth Edwards das Drehbuch zum vielleicht besten „Star Wars“-Film des 21. Jahrhunderts: „Rogue One“.
Weitz gelingt es in der ersten Hälfte seines Films nur sehr sparsam und schwerfällig, etwas Spannung aufzubauen. Zu klischeehaft und gesichtslos beziehungsweise zu ausrechenbar ist die aufziehende Bedrohung. Als sie dann endlich da ist, häufen sich die Krisenmomente zu sehr und zu stark. Dadurch erzielen diese keine echte Wirkung mehr und die redlichen Bemühungen des Casts verpuffen.
"Afraid": Das ist die Story
Werbemann Curtis Pike (John Cho) erhält von seinem Boss (Keith Carradine) die Aufgabe eine neue KI-Haushaltshilfe namens AIA zu vermarkten. Um besser zu wissen, was er da verkaufen soll, nimmt er den Prototypen mit nach Hause, damit er und seine Familie ihn testen können.
Im Gegensatz zu Curtis selbst sind seine Gattin Meredith (Katherine Waterston) samt der Kids Iris (Lukita Maxwell), Preston (Wyatt Lindner) und Cal (Isaac Bae) begeistert und wollen AIA in ihrem Alltag schnell nicht mehr missen. Ist sie zunächst noch ganz für die Familie da, beginnt die KI durch die Bindung zu den Pikes allerdings bald, eigene Bedürfnisse zu entwickeln…
Habt ihr „Black Phone 2“ schon im Kino gesehen? Im folgenden Artikel lest ihr ein Interview mit Scott Derrickson, dem Macher des global sehr erfolgreich gestarteten Schockers:
"Nightmare On Elm Street" trifft "Shining": Wir sprechen mit dem "Black Phone 2"-Regisseur über die Fortsetzung zu seinem Horror-Überraschungshit*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.