Erstmals im TV: Heißes Prickeln zwischen "Wednesday"-Heldin Jenna Ortega und einem "Der Hobbit"-Star
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube mag Liebesfilme. Einzige Bedingung: es dürfen keine generischen Herzschmerz-Schmonzetten sein. Etwas Originalität ist Pflicht – siehe "(500) Days Of Summer", "Once", "Warm Bodies", "Alles eine Frage der Zeit" oder "Vergiss mein nicht".

Mitten in der Nacht feiert ein hochkarätig besetzter Thriller TV-Premiere, der speziell für Fans erotisch aufgeladener Dramen interessant sein könnte. Ob sich das lange Aufbleiben (oder sehr frühe Aufstehen!) lohnt, erfahrt ihr nach dem Trailer:

Jenna Ortega, der Titelstar des Netflix-Megahits „Wednesday“, und Martin Freeman aus unter anderem der TV-Serie „Sherlock“ und den „Der Hobbit“-Blockbustern standen für „Miller's Girl“ erstmals gemeinsam vor der Kamera. Wie sich das Duo bei dem Mix aus Erotik-Thriller und Charakterdrama geschlagen hat, erfahrt ihr etwas weiter unten in diesem Artikel. Oder ihr schaut einfach mal selbst rein.

Miller's Girl“ läuft in der heutigen Nacht vom 30. auf den 31. Januar 2026 um 1.55 Uhr im BR Fernsehen. Eine Wiederholung folgt am 1. Februar um 23.35 Uhr. Zudem steht der Film in der ARD Mediathek gratis zur Verfügung. Alternativ könnt ihr euch den FSK-16-Titel als Blu-ray oder DVD zulegen beziehungsweise ihn als kostenpflichtiges Video-on-Demand streamen:

Falls ihr Amazon-Prime-Kund*in sein solltet, könnt ihr „Miller's Girl“ ohne Aufpreis streamen*. Dazu müsst ihr euch lediglich für den siebentägigen Gratis-Test des AllStars-Channels anmelden. Sofern ihr nicht wieder stornieren wollt, werden nach dem Probezeitraum 3,99 Euro pro Monat fällig.

"Lolita" für den Bahnhofskiosk

„Miller's Girl“ wirkt wie die Verfilmung einer dieser Romane, die man sich vor dem Antritt einer Reise schnell noch am Bahnhofs- oder Flughafenkiosk kauft. Allerdings gibt es keine Literaturvorlage, denn Regiedebütantin Jade Bartlett (schrieb unter anderem an „Doctor Strange In The Multiverse Of Madness“ mit) hat hier ein von ihr selbst verfasstes Drehbuch inszeniert. Bereits 2016 landete dieses auf der sogenannten „Schwarzen Liste der besten unverfilmten Skripte in Hollywood“. Damals erwarben Starkomiker Seth Rogen und sein Partner Evan Goldberg die Rechte. Bei der Umsetzung fungierten sie dann als Produzenten.

Natürlich erinnert die auf sexuellen Spannungen zwischen einem Lehrer und seiner attraktiven Schülerin aufbauende Story an Wladimir Nabokovs Literaturklassiker „Lolita“. Eine solche Sogwirkung wie das Buch oder dessen Adaption von Stanley Kubrick kann „Miller's Girl“ allerdings nie entwickeln. Das liegt einerseits an der visuell an kitschige Werbeclips angelehnten Optik, andererseits daran, dass die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren so sehr in Klischees versinkt, dass es fast schon wehtut.

Miller's Girl
Miller's Girl
Starttermin 14. März 2024 | 1 Std. 34 Min.
Von Jade Bartlett
Mit Martin Freeman, Jenna Ortega, Bashir Salahuddin
User-Wertung
2,2
Filmstarts
1,0

Wie unsere nur 1 von 5 Sternen vergebende FILMSTARTS-Kritik darlegt, sind die schauspielerischen Leistungen von Martin Freeman und Jenna Ortega durchaus positiv zu bewerten. Allerdings hilft das nur im Ansatz, wenn die Charaktere wenig mehr als eindimensionale Archetypen sind. Da hätten wir das vom Schicksal getroffene, umwerfend attraktive Wunderkind (Ortegas Figur), ihre durchtriebene beste Freundin (verkörpert von Gideon Adlon aus „Euphoria“) und den herzensguten, schon etwas älteren Lehrer (Freeman), der in einer Ehe gefangen ist, in der seine karriereorientierte Frau (Dagmara Dominczyk aus „Black Rabbit“) ihm keine Aufmerksamkeit mehr schenkt. Und schließlich ist da noch der wohlmeinende Kollege (Bashir Salahuddin, „Nur noch ein kleiner Gefallen“) des Mannes, der versucht, ihn zu warnen, ihn gleichzeitig aber auch um die Nähe zu seiner sexy Schülerin beneidet.

Na, bekommt ihr bei der Aufzählung dieses Figurenensembles auch das Gefühl, dass euch die Verfilmung eines imaginären Groschenromans erwarten könnte? Dann liegt ihr leider nicht allzu weit daneben. Das Fazit unserer Rezensentin Helena Berg lautet: „‚Miller’s Girl‘ ist trotz zweier guter Stars ein unglaublich kitschiger Film geworden, der auch noch sehr problematische Lebensweisheiten und Botschaften transportiert.“ Wir können euch also nur empfehlen, anstelle dieses Machwerks lieber eine der lohnenswerteren Arbeiten von Freeman oder Ortega anzuschauen. Die gibt es ja zum Glück in mehr als ausreichender Zahl.

"Miller's Girl": Das ist die Story

Literaturstudentin Cairo Sweet (Jenna Ortega) ist eine talentierte Nachwuchsschriftstellerin. Als sie erstmals ihrem neuen Lehrer Jon Miller (Martin Freeman) begegnet, scheint es zwischen ihnen gleich intellektuell zu funken. Ist der Dozent von der jungen Frau doch nicht nur als begeisterte Leserin seiner liebsten Romanklassiker beeindruckt, sondern auch von ihrem schlagfertigen wie trockenen Humor. Zudem flirtet sie offenbar auch noch schamlos mit ihm.

Um Cairos Fähigkeiten auf den Prüfstand zu stellen, lässt Miller sie eine Kurzgeschichte verfassen. Die ist exzellent geschrieben, handelt allerdings von einer Studentin, die eine Affäre mit ihrem Professor beginnt. Miller ist entsetzt. Befürchtet er doch, dass der mit recht eindeutigen Referenzen an ihn und Cairo gespickte Text in die falschen Hände geraten könnte – etwa die seiner Ehefrau (Dagmara Domińczyk) oder die der strengen Schulleiterin (Christine Adams aus „Batman Begins“). Aus Angst um seine Existenz verlangt er, dass Cairo die Story auf der Stelle umschreiben möge. Doch die denkt gar nicht daran...

Habt ihr schon in Martin Freemans neue Netflix-Serie „Agatha Christie's Seven Dials“ reingeschaut? Im folgenden Artikel stellen wir sie euch näher vor:

Der nächste Netflix-Krimi-Hit nach "Knives Out"? Trailer zu "Agatha Christie's Seven Dials" – mit "Hobbit"-Star Martin Freeman

*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf oder beim Abschluss eines Abos über diese Links erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren