Man muss fairerweise einräumen, dass der deutsche Titel „Kids – In den Straßen New Yorks“ nicht nur generisch daherkommt, sondern auch ein enormes Verwechslungspotenzial mit sich bringt. Schließlich existiert mit Larry Clarks „Kids“ bereits ein ikonischer Film aus den 1990er-Jahren, der sich tief ins kollektive Filmgedächtnis eingebrannt hat: das kompromisslose Porträt einer Gruppe Jugendlicher, die ihren ziellosen Alltag in der Stadt, die niemals schläft, verbringt.
Auch „Kids – In den Straßen New Yorks“ (im Original übrigens „A Guide To Recognizing Your Saints“) widmet sich einer Clique junger Menschen, die sich im Queens der 1980er-Jahre durchs Leben schlagen müssen – geprägt von Gewalt, ersten Liebeserfahrungen und all dem Chaos, das das Erwachsenwerden nun einmal mit sich bringt. Regisseur Dito Montiel („Fighting“), der hier seine eigene autobiografische Romanvorlage adaptiert, stellt sich jedoch deutlich in den Dienst eines eher klassischen Erzählkinos.
Ihr habt „Kids – In den Straßen New Yorks“ bislang noch nicht gesehen, euer Interesse ist aber geweckt? Dann gibt es gute Nachrichten: Das von wahren Ereignissen inspirierte Drama lässt sich aktuell ganz bequem im Abo von Amazon Prime Video nachholen:
Darum geht’s in "Kids – In den Straßen New Yorks"
Der Schriftsteller Dito (Robert Downey Jr.) ist in den 1980er-Jahren im New Yorker Stadtteil Astoria aufgewachsen. Fast 20 Jahre später kehrt er nun dorthin zurück, denn seine Mutter (Dianne Wiest) bittet ihn, noch einmal seinen schwer kranken Vater (Chazz Palminteri) zu besuchen. Ein Mann, der seinem Sohn bis heute nicht verziehen hat, dass dieser New York und sein altes Leben hinter sich gelassen hat.
Der Aufenthalt in der Heimat wird für Dito schnell zu einer Reise in die Vergangenheit. Er trifft alte Freunde wieder, konfrontiert sich mit Erinnerungen, die er lange verdrängt hat, und wird erneut mit einem Vorfall konfrontiert, der ihn bis heute nicht loslässt. Die Rückkehr soll ihm dabei helfen, nicht nur das Vergangene noch einmal zu durchleben, sondern endlich Frieden mit diesen prägenden Jahren zu schließen.
Ein toller Cast!
Man könnte „Kids – In den Straßen New Yorks“ durchaus vorwerfen, eine Geschichte zu erzählen, die in ähnlicher Form bereits unzählige Male im Kino und im Fernsehen aufgegriffen wurde. Doch dieser Umstand erweist sich keineswegs als Schwäche. Im Gegenteil: Er steht der Authentizität des Seherlebnisses in keiner Weise im Weg. Denn genau hier liegt die größte Stärke von Dito Montiels Drama – seine Figuren fühlen sich echt an.
Verantwortlich dafür ist nicht nur Montiels persönlicher Bezug zu den geschilderten Ereignissen, sondern vor allem die durchweg starken Schauspielleistungen. Gerade Shia LaBeouf, der den jungen Dito verkörpert, und Channing Tatum als dessen Freund Antonio erwecken ihre Figuren mit einem greifbaren Naturalismus zum Leben. Sie fangen die raue, oft brutale, zugleich aber von tiefer Loyalität geprägte Lebensrealität dieser Jugendlichen mit einer Intensität ein, die lange nachwirkt.
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