„Ein letztes großes Ding drehe ich noch, dann gehe ich in den Gauner-Ruhestand!“ Sehr viele Krimis und Thriller fangen so an. Und natürlich verläuft dieser finale Fischzug für die Möchtegernrentner*innen nie so, wie geplant. Immer kommt etwas oder irgendwer dazwischen. So natürlich auch bei „Heist - Der letzte Coup“. Aber wenn solche Schauspielkoryphäen wie Danny DeVito („Schnappt Shorty“) sowie die beiden Oscargewinner Gene Hackman („Erbarmungslos“) und Sam Rockwell („Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“) dabei vor der Kamera standen, kann man sich derlei doch immer wieder anschauen, oder?
„Heist - Der letzte Coup“ läuft am heutigen 26. Februar 2026 um 20.15 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt noch in derselben Nacht um 2.40 Uhr. Alternativ könnt ihr euch den FSK-12-Titel als Blu-ray oder DVD zulegen:
Ein klassischer Gangsterfilm
Der Erfolg eines Kinofilms wird in der Regel an der Höhe seines Einspielergebnisses am Box-Office gemessen. Insofern müsste der im November 2001 in den USA und im Januar des Folgejahres bei uns in Deutschland auf die Leinwände gekommene „Heist - Der letzte Coup“ als glatter Flop verbucht werden. Denn den 28 Millionen Dollar Herstellungskosten stehen nur 500.000 Dollar mehr an Einnahmen an den globalen Kinokassen entgegen. Zieht man die Abgaben an die Betreiber der Lichtspielhäuser, die Kosten für die Werbung und die Steuern ab, bleibt von diesen nicht mehr viel übrig und der Streifen müsste als fettes Minusgeschäft verbucht werden.
Und doch haben Regisseur/Drehbuchautor David Mamet („State And Main“) und seine Produzenten richtig gut an „Heist - Der letzte Coup“ verdient. Denn einerseits hatten sie die Verwertungsrechte für In- und Ausland schon vor dem Dreh so gewinnbringend verkaufen können, dass sie trotz der üppigen Saläre ihrer Stars Gene Hackman und Danny DeVito weit mehr als die Produktionskosten auf dem Konto hatten. Andererseits räumte der Film dann bei seiner Veröffentlichung auf VHS und DVD erst richtig ab. Mehr als 72 Millionen Dollar wurden Berichten zufolge allein in den USA durch den Verleih von haptischen Bildträgern erwirtschaftet. Und da sind all die in den Läden verkauften Discs und Tapes noch nicht einmal eingerechnet.
Der Hauptgrund für diesen enormen Erfolg im Heimkino dürfte darin begründet sein, dass „Heist - Der letzte Coup“ kein moderner Action-Blockbuster mit viel Spezialeffekt-Spektakel, sondern ein klassischer, eher etwas ruhigerer, dafür immens clever aufgezogener Gangsterfilm ist. Die meist deutlich älteren, gesetzteren Fans solcher Filme stürmten eben schon um die Jahrtausendwende nicht mehr unbedingt am ersten Wochenende in die Kinosäle, sondern warteten darauf, einen sie interessierenden Streifen entspannt auf dem heimischen Sofa zu schauen.
Und genau von dort aus lässt sich der leider und zu Unrecht ein wenig in Vergessenheit geratene Film mit seinen pointierten Dialogen und jeder Menge Wendungen auch heute noch am besten genießen. Lehnt euch einfach zurück und erfreut euch an einem grandiosen Cast (vor allem Hackman war selten besser!) in einer auch ohne viel Ballerei oder Explosionen effektiven, weil klug konstruierten Story.
"Heist": Das ist die Story
Bei einem ansonsten äußerst sorgfältig geplanten Raub macht der als absoluter Profi bekannte Bostoner Meisterdieb Joe Moore (Gene Hackman) einen folgenschweren Fehler: Er lässt sich von einer Überwachungskamera filmen, von deren Existenz er nichts wusste. Innerhalb kürzester Zeit ist sein Image der Unfehlbarkeit ruiniert und er gerät von allen Seiten unter Druck. So nutzt etwa sein Stammhehler Mickey Bergman (Danny DeVito) die Gelegenheit, um die Geldschulden, die er noch bei Moore hat, drastisch zu reduzieren. Plötzlich sind der Gauner und seine Partner Bobby Blane (Delroy Lindo aus „Gottes Werk und Teufels Beitrag“) und Pinky Pincus (Ricky Jay, „Magnolia“) völlig pleite.
Moore, der eigentlich nach diesem Job seine Karriere beenden und den Ruhestand mit seiner schönen, deutlich jüngeren Frau (Rebecca Pidgeon, „Edmond“) genießen wollte, ist nun gezwungen, noch einmal einen letzten großen Coup zu landen. Aber wem kann er noch vertrauen? Stehen zum Beispiel Bobby und Pinky wirklich noch komplett hinter ihm? Und auch bei seiner Gattin muss er vorsichtig sein. Sieht es doch sehr danach aus, dass sie ihn mit Bergmans vorlauten Junior-Partner (Sam Rockwell) hintergeht…
Einen ganz anderen, aber ebenfalls sehr sehenswerten Film mit Gene Hackman gibt es jetzt neu im Programm von Netflix. FILMSTARTS-Autor Sidney Schering stellt ihn euch im folgenden Artikel vor:
Neu auf Netflix: Einer der besten Filme des 21. Jahrhunderts – stylisch, urkomisch und extrem rührend*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.