Dieser Horrorthriller ist einer der besten Filme aller Zeiten – jetzt ENDLICH erscheint er erstmals auf Blu-ray
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Die FILMSTARTS-Redaktion hat gewählt: Für sie gehört „Die Teuflischen“ zu den 100 besten Filmen überhaupt. Bald erscheint der Mix aus Horror und Rache-, Eifersuchts- und Psychothriller endlich auf Blu-ray!

Der französische Meisterregisseur Henri-Georges Clouzot schnappte Alfred Hitchcock die von ihm begehrten Adaptionsrechte am Roman „Die Teuflischen“ vor der Nase weg. Während Hitchcock daraufhin stattdessen „Psycho“ drehte, bannte Clouzot eine bittere Rache- und Wahngeschichte auf Zelluloid: Der Horror-Psychothriller „Die Teuflischen“ wurde 1955 in Frankreich zu einem stattlichen Kassenschlager und daraufhin Schritt für Schritt zum internationalen Klassiker des subtilen, Gänsehaut erzeugenden und überraschenden Schauerkinos.

Selten gelang es einem Regisseur, einen Film zu kreieren, der sich so intensiv und so gut nach Hitchcocks Stil anfühlt – und bei FILMSTARTS befindet er sich nicht nur in der offiziellen Redaktionsliste der besten Horror-Filme aller Zeiten, sondern auch in der Redaktionsauswahl der 100 besten Filme der Geschichte. Diese Woche erhält er ein lang verdientes Heimkino-Upgrade: „Die Teuflischen“ erscheint am 26. Februar 2026 erstmals in Deutschland auf Blu-ray!

Darum geht es in "Die Teuflischen"

An einer Privatschule in der französischen Provinz lebt der tyrannische Lehrer Michel Delasalle (Paul Meurisse) seine sadistische Ader aus – gegenüber seinem Kollegium, gegenüber seinen Schützlingen und auch im Umgang mit den beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben. Doch eines Tages geht er zu weit, woraufhin Michels Ehefrau Christine (Véra Clouzot) und die Lehrerin Nicole Horner (Simone Signoret), Michels Geliebte, den Entschluss fassen, ihren Peiniger zu ermorden. Bald darauf verstricken sich die Frauen in ein Spinnennetz aus Paranoia, Schuldgefühlen und nackter Panik...

Ein beklemmendes Netz aus Zweifeln, Kalkül, Wahn und Schuld

Genauso wie Hitchcock verstand es Clouzot, die Grenzen dessen, was die gesellschaftliche Moral und der Jugendschutz als auf der Leinwand angemessen erachteten, in eine Stärke zu verwandeln: Statt die Erzählung verwässernde Kompromisse einzugehen oder hölzern um die drastischen Entwicklungen herum zu schneiden, lotet er erst die Grenzen des damals Vorzeigbaren aus. Nach einigen für ihre Zeit drastischen Szenen, die durch die Diskrepanz zwischen den beiden Hauptfiguren – eine kalt-berechnend, die andere aufgekratzt und angeekelt – an Wirkung gewinnen, schlägt der Regisseur ins andere Extrem um.

Dann setzt Clouzot auf geschürte Zweifel, eine schleichend-erschütterte Erzählweise und ständige Implikationen, die schwer über der Handlung liegen. Somit lässt Clouzot die schlimmsten Dinge in unserer Vorstellung geschehen und zwingt uns gewissermaßen in eine Komplizenschaft: Nicht nur, dass das, was wir uns angespornt von seiner kontrollierten Hand ausmalen, weitaus schlimmer ist als das, was der Filmemacher 1955 hätte zeigen können – weil wir das lückenhafte Geschehen mit unserer Fantasie vervollständigen, werden auch wir zu Leid verursachenden Schlüsselfiguren.

Intensiviert wird diese beunruhigende Stimmung durch die oftmals voyeuristisch durch den Raum gleitende Kamera von Armand Thirard, die stets den nächsten Schicksalsschlag oder die nächste raue Enthüllung herbeizusehnen scheint. Späte, dringend nötige Auflockerung gibt es derweil in Form des zerstreut anmutenden, doch erstaunlich aufmerksamen und analytisch vorgehenden Schnüfflers Fichet:

Seine kurzweilige Darbietung durch Charles Vanel diente als Inspiration für das Krimi-Phänomen „Columbo“ – und ist bei aller Spaßigkeit auch eine wirksame Spannungs-Triebfeder, da er mit seinen beiläufigen Fragen die unmoralischen Heldinnen des Films aus der Reserve zu locken droht.

Neben „Die Teuflischen“ nähert sich übrigens ein weiterer Meisterstreich Clouzots seiner überfälligen Heimkino-Aufwertung: Ein Action-Thriller der Sonderklasse erscheint schon bald in 4K! Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel...

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren