Streaming-Tipp: Einer der größten Kultfilme der 1980er-Jahre – auch nach 40 Jahren noch ein absoluter Genuss!
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

In den USA ist „Der kleine Horrorladen“ absoluter Kult. In Deutschland hingegen hätte das Horror-Musical deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient, denn es ist fantastisch. Ihr habt den Film bislang noch nicht gesehen? Heute Abend könnt ihr ihn streamen.

Welchen Einfluss Frank Oz auf die Popkultur hatte, ist bemerkenswert. Er ist nicht nur eine der prägenden Ikonen der „Die Muppet Show“ und lieh unter anderem Miss Piggy oder Fozzie Bär seine Stimme, sondern war auch der Sprecher von Yoda in allen „Star Wars“-Kinoabenteuern. Zudem war er vor der Kamera in Klassikern wie „Blues Brothers“, „American Werewolf“ und „Die Glücksritter“ zu sehen.

Damit aber noch nicht genug, denn als Regisseur lieferte Oz mit Filmen wie „Der dunkle Kristall“, „Zwei hinreißend verdorbene Schurken“, „Was ist mit Bob?“ oder „Housesitter“ eine ganze Reihe von Publikumshits ab. Seinen größten Kultfilm aber realisierte Oz wohl 1986 mit „Der kleine Horrorladen“. Die Leinwandadaption des gleichnamigen Musicals gilt gerade in den USA als Meilenstein – und das völlig zu Recht. Ihr habt den Film noch nicht gesehen? Bei Amazon Prime Video könnt ihr ihn gegen einen Aufpreis kaufen oder leihen.

Darum geht's in "Der kleine Horrorladen"

Seymour Krelborn (Rick Moranis) ist ein schüchterner Blumenladen-Angestellter im heruntergekommenen Viertel Skid Row. Er träumt von einem besseren Leben und himmelt heimlich seine Kollegin Audrey (Ellen Greene) an. Als er eines Tages eine exotische Pflanze entdeckt, die er auf den Namen „Audrey II“ (gesprochen von Levi Stubbs) tauft, scheint sich sein Dasein endlich zum Guten zu wenden: Die Kundschaft strömt scharenweise in den Laden und Seymour erfährt zum ersten Mal in seinem Leben so etwas wie Anerkennung.

Als Seymour jedoch feststellt, dass „Audrey II“ nur mit menschlichem Blut wächst, gerät der junge Mann in eine gefährliche Abhängigkeitsspirale. Die stetig wachsende Pflanze verlangt immer mehr und treibt ihn Schritt für Schritt in ein moralisches Dilemma. Schon bald muss Seymour erkennen, dass die vermeintliche Glücksbringerin in Wahrheit eine ernsthafte Bedrohung für alle darstellt.

Ein Camp-Fest zum Dahinschmelzen

Die besondere Faszination von „Der kleine Horrorladen“ entsteht aus seiner bewusst inszenierten Dissonanz: Neben verspielten, vom ersten Ton an mitreißenden Musical-Einlagen stehen düstere Themen wie Co-Abhängigkeit, moralischer Kontrollverlust, Minderwertigkeitskomplexe und die Verführung durch Macht. Frank Oz inszeniert seinen Kultfilm dabei wie ein Camp-Poem, dessen Liebe zur Künstlichkeit in nahezu jeder Szene spürbar wird und das Werk auf eigentümliche Weise ungemein einnehmend macht.

Gemeint sind dabei nicht nur die Sets, die sich durch eine überstilisierte, bewusst kulissenhafte Ästhetik auszeichnen und den grandiosen Songs von Alan Menken den idealen Raum geben, um sich voll zu entfalten. Auch die Performances tragen maßgeblich zum Reiz bei: Rick Moranis war vermutlich nie besser, Steve Martin liefert als sadistischer Zahnarzt ein wahres Comedy-Feuerwerk ab, und dass Ellen Greene nach dieser Darbietung nie in einem Film von John Waters zu sehen war, erscheint fast unglaublich. Hinzu kommt Audrey II, die nicht nur durch die unverwechselbare Stimme von Levi Stubbs zum Leben erweckt wird, sondern – entgegen der weit verbreiteten Annahme, es handle sich ausschließlich um Animatronics – tatsächlich von über 40 Puppenspielern gleichzeitig gesteuert wurde.

Gleichzeitig bleibt sich „Der kleine Horrorladen“ stets seiner Wurzeln bewusst. Gemeint ist damit nicht nur das Bühnen-Musical, sondern auch „Kleiner Laden voller Schrecken“ von B-Movie-Legende Roger Corman. Immer wieder lässt Oz das Geschehen zu seinen Genre-Ursprüngen zurückkehren und inszeniert klassische Grusel- und Spannungsszenen, die den makabren Kern dieser ungewöhnlichen toxischen Beziehung an die Oberfläche holen. Im Director's Cut – der in Deutschland auf Blu-ray* erhältlich ist – kulminiert dies in einem Monsterfinale im besten Godzilla-Stil, während die Kinofassung dem Camp-Gedanken treu bleibt und den Schrecken im Bonbonbunten gedeihen lässt.

Auf der Suche nach einem weiteren Streaming-Highlight? Dann haben wir den richtigen Tipp für euch:

Streaming-Tipp: Markerschütterndes Kriegsfilm-Meisterwerk von einem der größten Regisseure aller Zeiten – heute wichtiger denn je!

FILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.

*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren