Die "beste Marvel-Serie, die noch keiner gesehen hat" war eigentlich nur als Scherz gedacht – das steckt dahinter
Tobias Kirchner
Tobias Kirchner
-Freier Autor
Tobias liebt das Kino, weil es ihn für ein paar Stunden in andere Welten entführt.

Die Film- und Serienwelt ist um einen weiteren Fun-Fact reicher. Was das mit der Umsetzung der Marvel-Serie „Wonder Man“ und einem ominösen Poster zu tun hat, verraten wir euch hier.

Erst kürzlich bestätigte Disney eine zweite Staffel der Serie „Wonder Man“. Das war der krönende Abschluss einer unverhofften Erfolgsgeschichte. Denn die ungewöhnliche Superheldenserie mit Yahya Abdul-Mateen II („Aquaman“, „Watchmen“) und Oscar-Preisträger Ben Kingsley („Gandhi“, „Iron Man 3“) in den Hauptrollen hätte fast nie das Licht der Welt erblickt. Ohne einen spontanen Scherz wäre das Projekt, das Marvel vor Start als „die beste Serie, die noch keiner gesehen hat“ bezeichnete, wohl nicht entstanden.

Wie Serienschöpfer, Regisseur und Produzent Destin Daniel Cretton („Shang-Chi“) jetzt bei einem Deadline Contenders TV-Panel verriet, begann die achtteilige Marvel-Serie mit einer scheinbar harmlosen Bemerkung auf dem Set des ebenfalls von ihm inszenierten MCU-Films „Shang-Chi And The Legend Of The Ten Rings“.

"Wonder Man": Ein Poster, ein Cabrio und die Geburt einer Serie

„Der Ursprung der Idee entstand tatsächlich, als wir ‚Shang-Chi‘ drehten“, erzählte Cretton. „Ich mochte es, mit Sir Ben (Kingsley, als Trevor Slattery) zu arbeiten, und ich mochte diese Figur sehr”, so Cretton weiter. „Ich habe wirklich das Gefühl, dass Trevor Slattery ein absolutes Highlight in jedem Film war, aber gleichzeitig nicht ausreichend genutzt wurde.”

Diese hohe Meinung von Trevor Slattery und von der Darstellung Kingsleys motivierte Cretton dazu, seinem Produzenten Jonathan Schwartz scherzhaft vorzuschlagen: „Lasst uns ‚Trevor Goes To Hollywood‘ machen!“ Doch was als Scherz startete, nahm unerwartet Fahrt auf: Produzent Schwartz ließ kurzerhand ein Poster entwerfen, das Slattery in einem 80er-Jahre-Cabrio und mit dem Titel „Trevor Goes To Hollywood“ zeigte.

Der Entwurf, der nur als Spaß gedacht war, sorgte schließlich dafür, dass die Produktion ins Rollen kam: „Und ich dachte: Diese Serie müssen wir wirklich machen!”, berichtete Cretton. Tatsächlich war allerdings bereits ein ähnliches Projekt in Entwicklung, nämlich eine in Hollywood angesiedelte „Wonder Man“-Serie. Aus der Kollision der beiden Projekte entstand dann die Serie, die es nun auf Disney+ zu sehen gibt:

Superhelden-Drama in Marvels Version von Hollywood

In „Wonder Man“ geht es nämlich um den aufstrebenden Schauspieler Simon Williams (Abdul-Mateen II), der durch eine zufällige Begegnung mit Trevor Slattery (Kingsley) plötzlich die Chance auf seine Traumrolle in einem Remake des fiktiven Superheldenfilms „Wonder Man“ erhält. Doch es gibt einen Haken: Aufgrund der fiktiven „Doorman Clause“ – einer Hollywood-Regel, die Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten von Film- und TV-Produktionen ausschließt – muss er seine Superkräfte geheim halten.

Die reale Produktion von Wonder Man hatte ebenfalls mit Problemen zu kämpfen, wie Serienschöpfer, Autor und Produzent Andrew Guest bei Deadline verriet. So waren die Dreharbeiten bereits zur Hälfte abgeschlossen, als 2023 die Streiks in Hollywood starteten. „Aus kreativer Sicht war die Serie ein Risiko für Marvel und ich glaube, dass während der Streiks das Projekt auf dem Prüfstand landete”, so Guest.

Wie wir heute wissen, überlebte „Wonder Man“ die turbulente Zeit. Und darüber können wir froh sein, wie auch die Meinung unseres Marvel-Experten Julius Vietzen belegt, der durchaus angetan ist und in seiner Kritik schreibt: „Wir können ‚Wonder Man‘ all denjenigen empfehlen, die sich für Comedy-Serien und das Film-Business begeistern können. Für Marvel-Fans gilt die Empfehlung allerdings nur mit Abstrichen.” Die ganze Kritik findet ihr hier:

Jetzt alle Folgen bei Disney+ streamen: Ist das "die beste Marvel-Serie, die noch keiner gesehen hat"?

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