Jetzt alle Folgen bei Disney+ streamen: Ist das "die beste Marvel-Serie, die noch keiner gesehen hat"?
Julius Vietzen
Julius Vietzen
-Senior-Redakteur
Seit "Iron Man" ist Julius ein riesiger Fan, der nach "Avengers: Endgame" und dem Ende der Infinity-Saga nun auch die Multiversums-Saga im MCU in vollen Zügen genießt.

Mit „Wonder Man“ liefert Marvel die bisher untypischste MCU-Serie überhaupt ab: eine Mischung aus Hollywood-Satire und Meta-Comedy, in der der Superhelden-Aspekt nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Hier ist unsere Kritik zu allen acht Folgen.

Es ist vielleicht noch etwas früh, um von einem richtigen Trend zu sprechen, aber zumindest der Ansatz eines Trends lässt sich durchaus entdecken: Aktuell häufen sich die Serien, in denen das Filmgeschäft im Allgemeinen und Hollywood im Besonderen auf die Schippe genommen werden. „The Franchise“ zielte speziell auf Superheldenfilme ab, „The Studio“ (Platz 3 in der FILMSTARTS-Liste der besten Serien 2025!) nahm das Studiosystem in Hollywood aufs Korn und selbst der deutsche Ableger „Call My Agent: Berlin“ passt ins Muster. Nun legt ausgerechnet Marvel mit einer eigenen Hollywood-Satire nach: „Wonder Man“.

Die Meta-Comedy-Superhelden-Serie gibt es seit dem 28. Januar 2026 in voller Länge auf Disney+. Alle acht Episoden wurden um 3 Uhr morgens auf einen Schlag veröffentlicht. Ihr könnt „Wonder Man“ also ganz nach Belieben in eurem eigenen Tempo schauen – und es lohnt sich auf jeden Fall!

Wir haben bereits alle acht Folgen gesehen, in denen der talentierte, aber sich selbst im Weg stehende Schauspieler Simon Williams (Yahya Abdul-Mateen II) unbedingt die Hauptrolle im Remake seines Lieblings-Superheldenfilms ergattern möchte und dabei von Schauspiel-Kollege und Ex-Mandarin Trevor Slattery (Ben Kingsley) unterstützt wird. Und wir können „Wonder Man“ all denjenigen empfehlen, die sich für Comedy-Serien und das Film-Business begeistern können. Für Marvel-Fans gilt die Empfehlung allerdings nur mit Abstrichen.

Denn „Wonder Man“ ist vor allem eine ebenso liebevolle Hommage an Hollywood und die Filme, die die Traumfabrik hervorgebracht hat (von „Asphalt-Cowboy“ über „Pretty Woman“ bis „Die Eiskönigin), wie eine bissige Abrechnung mit den unschöneren Seiten des Filmgeschäfts.

Außerdem ist „Wonder Man“ witzig, clever und von den beiden Hauptdarstellern Yahya Abdul-Mateen II und Ben Kingsley hervorragend gespielt. Den beiden Stars dabei zuzusehen, wie sie in regelmäßig eingestreuten Schauspiel-Masterclass-Miniaturen wirklich alle Register ihres Könnens ziehen und scheinbar mühelos wundervolle kleine Momente aus dem Ärmel schütteln, ist eine wahre Freude.

Wonder Man
Wonder Man
Starttermin 2026-01-27
Serie: Wonder Man
Mit Yahya Abdul-Mateen II, Ben Kingsley, Arian Moayed
User-Wertung
3,1

Gleichzeitig nehmen sich die Serienmacher Destin Daniel Cretton („Shang-Chi And The Legend Of The Ten Rings“) und Andrew Guest („Hawkeye“) auch die Zeit, um die Schattenseiten der Traumfabrik zu beleuchten, von überlaufenen Castings und der Ausbeutung von aufstrebenden (Möchtegern-)Schauspielern bis hin zur allgegenwärtigen Franchise-isierung. Und in Folge 4 und 5 streuen sie sogar noch eine Schwarz-Weiß-Rückblenden-Episode und eine ziemlich für sich stehende Gangster-Farce ein.

Die un-marveligste Marvel-Serie aller Zeiten

„Wonder Man“ ist also bis an den Rand vollgestopft mit Ideen und tollen Momenten. Und wenn MCU-Produzent Brad Winderbaum die Serie als „die beste Serie, die noch keiner gesehen hat“ bezeichnet (worauf wir ja auch in der Überschrift dieses Artikels anspielen) und sagt, dass er sehr gespannt ist, wie das Publikum darauf reagiert, können wir das durchaus verstehen.

Denn neben all dem gerät ausgerechnet der Marvel-Aspekt der Serie ziemlich in den Hintergrund. Man kann ohne Übertreibung festhalten, dass „Wonder Man“ von allen MCU-Projekten bisher am wenigsten dem Superhelden-Genre zuzurechnen ist, was sicherlich nicht bei allen Fans gut ankommen wird. Erst ganz am Schluss biegen Cretton und Guest in Richtung typischer Marvel-Action ab, was sich aber eher wie ein Nachsatz anfühlt.

Die nächste MCU-Serie nach „Wonder Man“ wird dann aber wieder eine typischere Marvel-Produktion, nämlich „Daredevil: Born Again“ Staffel 2. Weitere Informationen und die ersten Bilder findet ihr hier:

Daredevil als neuer Nick Fury, Jessica Jones und eine "Scream"-Legende: Neue Vorschau auf die 2. Staffel "Daredevil: Born Again"

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