Mit „Der Herr der Ringe“ hat J. R. R. Tolkien ein Fantasy-Epos für die Ewigkeit geschaffen. Aufgrund der gigantischen und komplexen Welt, der Fülle an Figuren und Schauplätzen sowie mehr als 15 eigens konstruierten Sprachen und Schriftsystemen galten die Bücher über viele Jahre hinweg als unverfilmbar. Peter Jackson sollte jedoch allen Zweiflern das Gegenteil beweisen: Seine „Der Herr der Ringe“-Trilogie schrieb Filmgeschichte und wird heute nahezu einhellig als Meisterwerk des Fantasy-Kinos gefeiert.
Allerdings war Peter Jackson nicht der erste Filmemacher, der sich an den Stoff wagte. Bereits 1978 kam mit „Der Herr der Ringe“ eine animierte Adaption von Ralph Bakshi in die Kinos. Zwar erreicht der Zeichentrickfilm nicht die epische Wucht und emotionale Strahlkraft von Jacksons Verfilmungen, dennoch entstand hier ein faszinierendes und absolut sehenswertes Kuriosum der Fantasy-Geschichte.
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Das ist "Der Herr der Ringe" (1978)
Peter Jackson gelang mit seinen „Der Herr der Ringe“-Filmen etwas, das im modernen Blockbuster-Kino nur selten funktioniert: Er vereinte monumentale Größe mit echter emotionaler Tiefe. Jackson bewies nicht nur ein Höchstmaß an handwerklicher Präzision und Liebe zum Detail, sondern nahm auch seine Figuren und ihre Konflikte ernst. Genau dadurch wurde seine Fantasy-Saga nicht bloß zu einem bildgewaltigen Spektakel, sondern zugleich zu einem zutiefst bewegenden Kinoerlebnis.
Ralph Bakshi konnte seine Version von „Der Herr der Ringe“ natürlich nicht in vergleichbaren Dimensionen realisieren, doch gerade deshalb ist es bemerkenswert, was der israelisch-amerikanische Filmemacher hier auf die Beine gestellt hat. Man muss sich dabei vor Augen führen, dass Bakshi ausschließlich auf Tolkiens Romane zurückgreifen konnte. Das bedeutet auch, dass das gesamte visuelle Konzept des Films gemeinsam mit seinem Team praktisch eigenständig entwickelt werden musste.
Das Ergebnis sind atmosphärische und oft beeindruckende Bilder – vom saftig grünen Auenland über die düsteren Minen von Moria bis hin zur Schlacht um Helms Klamm. Auch Bakshis „Der Herr der Ringe“ zeichnet sich durch eine spürbare Liebe zur Vorlage und einen ausgeprägten Sinn für Details aus, wodurch diese Welt lebendig wirkt. Besonders eindrucksvoll geriet die Szene, in der sich die Hobbits in einem ausgehöhlten Baumstamm vor einem Nazgûl verstecken. Peter Jackson übernahm diesen Moment später beinahe 1:1 für seine eigene Trilogie.
Doch auch wenn „Der Herr der Ringe“ insgesamt ein gelungenes Fantasy-Abenteuer geworden ist, das sich Genre-Fans definitiv anschauen sollten, bleibt der Film nicht frei von Problemen. Vor allem die Erzählung wirkt häufig zu gehetzt, da Bakshi sowohl „Die Gefährten“ als auch große Teile von „Die zwei Türme“ in einem einzigen Film unterbringen wollte. Dadurch entstehen immer wieder erzählerische Sprünge und spürbare Leerstellen, die der Kohärenz der Geschichte schaden.
Hinzu kommt das Rotoskopie-Verfahren, das im Film zum Einsatz kommt und nicht immer überzeugend funktioniert. Während die Orks durch die Technik tatsächlich bedrohlicher und fast albtraumhaft wirken, sorgt der Balrog aus heutiger Sicht eher für unfreiwillige Komik. Doch gerade diese Eigenheiten verleihen dem Film rückblickend auch einen ganz eigenen Charme.
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