Neu auf Netflix: Ein Action-Kracher mit dreifachem Oscar-Gewinner - vom "96 Hours"-Regisseur
Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

Nachdem Pierre Morel mit „96 Hours“ einen Genre-Kracher ablieferte, wollte der Franzose das Erfolgskonzept bei „The Gunman“ noch einmal aufgreifen. Ihr habt den Actionfilm mit Sean Penn noch nicht gesehen? Bei Netflix steht er nun zum Abruf bereit.

96 Hours“ von Pierre Morel gilt längst als moderner Klassiker des Actionkinos – und hat einen Trend begründet, der bis heute nachwirkt. Denn der adrenalingeladene Rache-Thriller setzte in der Hauptrolle nicht auf einen etablierten Muskelprotz, sondern auf Liam Neeson, einen schon damals renommierten Charakterdarsteller, der hier seine kompromisslos harte Seite zeigen durfte. Das Ergebnis war etwas Besonderes: Nicht nur die packend inszenierten Kampfchoreografien sorgten für Aufsehen, auch schauspielerisch brachte der Film eine bemerkenswerte Klasse und Präsenz mit.

Dieses Erfolgsrezept wurde anschließend unzählige Male kopiert – unter anderem von Regisseur Pierre Morel selbst. 2015 kam mit „The Gunman“ ein Action-Thriller in die Kinos, der nicht nur mit handfester Action aufwartete, sondern erneut einen Schauspieler in den Mittelpunkt stellte, den man nicht unbedingt mit explosivem Genre-Kino verbindet: den (inzwischen) dreifachen Oscar-Preisträger Sean Penn.

Wer „The Gunman“ bislang verpasst hat, kann das nun nachholen: Der Film ist ab sofort im Netflix-Abo verfügbar.

Darum geht's in "The Gunman"

Jim Terrier (Sean Penn), ein ehemaliger Angehöriger der Special Forces, arbeitet im Jahr 2006 für eine Söldnertruppe, die auf geheime und besonders heikle Einsätze spezialisiert ist. Während eines Auftrags in der Demokratischen Republik Kongo beteiligt sich die Einheit an der Ermordung eines Bergbauministers, um ausländischen Unternehmen den Zugang zu den wertvollen Rohstoffvorkommen des Landes zu erleichtern. Nach dem Attentat muss Jim überstürzt fliehen und lässt dabei seine Freundin Annie (Jasmine Trinca), eine engagierte Ärztin, im Kongo zurück. Die Ereignisse prägen ihn nachhaltig, sodass er dem Söldnerleben den Rücken kehrt.

Acht Jahre später kehrt Jim im Auftrag einer Hilfsorganisation in den Kongo zurück und setzt sich nun für den Bau von Brunnen sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort ein. Sein neues Leben gerät jedoch aus den Fugen, als er Opfer eines Anschlags wird und nur knapp entkommen kann. Schnell erkennt er, dass jemand gezielt ehemalige Mitglieder seiner früheren Söldnergruppe verfolgt und ausschaltet. Auf der Suche nach den Hintergründen nimmt Jim Kontakt zu seinen ehemaligen Kameraden auf und trifft dabei auch erneut auf Annie...

Lohnt sich "The Gunman"?

Dass Sean Penn die Hauptrolle in „The Gunman“ übernahm, dürfte nicht allein an der Möglichkeit gelegen haben, eine beeindruckende körperliche Transformation zur Schau zu stellen. Vielmehr bot ihm der Film auch die Möglichkeit, auf die verheerenden Missstände im vom Bürgerkrieg und Völkermord gezeichneten Kongo aufmerksam zu machen. Gerade in diesen Momenten entfaltet der Thriller durchaus seine Wirkung und überzeugt mit beklemmenden Szenen. Auch die Action weiß zu gefallen: Verfolgungsjagden, Schusswechsel und intensive Nahkämpfe entwickeln durch ihre physische Wucht eine spürbare Intensität.

Über die gesamte Laufzeit hinweg gelingt es „The Gunman“ allerdings nicht, dieses Niveau konstant zu halten. Einige dramaturgische Entscheidungen wirken zu vorhersehbar oder ziehen die Handlung unnötig in die Länge, sodass die Spannung zwischendurch merklich abfällt. In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik reichte es daher für solide 3 von 5 möglichen Sternen. Das Fazit lautet: „Regisseur Pierre Morel kann die Hochspannung der brisanten Ausgangslage nicht über die ganze Strecke halten und so ist ‚The Gunman‘ insgesamt ein solider Action-Thriller mit einem körperlich beeindruckend auftretenden Sean Penn.“

Nachfolgend könnt ihr euch den Trailer in der englischsprachigen Originalversion anschauen, die natürlich ebenfalls bei Netflix zum Abruf bereitsteht:

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