The Good Advice Cupcake ist – wie der Name schon sagt – eine niedliche, rosafarbene Cupcake-Dame namens „Cuppy“, die gute Ratschläge verteilt. Erschaffen wurde die Cartoon-Figur von der Medienplattform BuzzFeed – um Leser*innen bei Themen wie mentale Gesundheit, Selbstfürsorge, Beziehungen oder dem Umgang mit Stress zu helfen. Das Besondere daran: Cuppy sieht zwar zuckersüß aus, nutzt aber oft eine sehr direkte, manchmal sogar aggressiv-liebevolle Sprache – kein Wunder also, dass es schnell die ersten viralen Erfolge gab.
Inzwischen ist Cuppy deshalb zu einer echten Marke herangewachsen – mit eigenen Büchern, Comics und jeder Menge Merchandise von Plüschtieren zu Stickern. Eine eigene Serie ist da nur der nächste logische Schritt. Nicht ganz so logisch ist hingegen die Entscheidung von BuzzFeed und Amazon, die Serie als Teil der ersten Welle von Amazons GenAI Creators Fund umzusetzen. In diesem Programm bekommen Filmemacher*innen Zugang zu Amazons KI-Tools, um „qualitativ hochwertige, filmische Unterhaltung“ zu produzieren.
Aber selbst wenn inzwischen viele ihren Chatbot als Therapieersatz verwenden: KI und mentale Gesundheit – das scheint sich angesichts der aktuellen Gesellschaftslage eher auszuschließen, statt zu befruchten …
Die Schöpferin selbst ist gar nicht happy
Loryn Brantz hat Cuppy in ihrer Zeit bei BuzzFeed entworfen. Zur Serien-Ankündigung zeigte sie sich auf Instagram allerdings gar nicht erfreut:
„Ich bin entsetzt und angewidert darüber, dass BuzzFeed meinen Charakter ‚The Good Advice Cupcake‘ genommen und an eine KI-Plattform übergeben hat. Meine Zeit bei BuzzFeed war davon geprägt, dass ich ständig ausgenutzt und belogen wurde. Sie haben mir immer wieder in gutem Glauben versichert, dass sie niemals etwas mit Cuppy ohne meine Mitwirkung tun würden, boten mir jedoch keine rechtlichen Optionen an und bestanden darauf, dass ich diese niemals brauchen würde. Die Nachricht, dass dieser Charakter – der auf meiner eigenen Persönlichkeit basiert und den ich als Sprachrohr geschaffen habe, um Liebe und Positivität zu verbreiten – genommen und in eine seelenlose KI-Marionette verwandelt wurde, fühlt sich an, als würde man mir die Eingeweide aus dem Leib reißen.
Jemand hat mir die Nachricht frühzeitig zugespielt, dass entsprechende Gespräche stattfanden, und ich habe den CEO Jonah Peretti direkt angefleht, es nicht zu tun. Stattdessen versuchte er, mich zur Unterzeichnung einer Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) zu überreden. Offensichtlich habe ich das nicht getan.
Dies ist ein Angriff auf Künstler überall. Ich fordere euch auf, BuzzFeed und alle durch KI produzierten oder KI-nahen Animationen zu boykottieren.“
Das sagt BuzzFeed dazu
Das Branchenmagazin The Hollywood Reporter hat zu dem Thema sowohl BuzzFeed als auch Amazon angefragt – und zumindest BuzzFeed-Präsident Jonah Peretti hat sich inzwischen ebenfalls zu Wort gemeldet:
„Wir hätten uns sehr gewünscht, dass Loryn als eine der Personen einbezogen wird, die während ihrer Vollzeitbeschäftigung bei BuzzFeed daran gearbeitet haben, Cuppy zum Leben zu erwecken. Wir haben ihr gegenüber betont, dass die menschliche Kreativität das Herzstück dieses Projekts bleiben würde – wobei das Schreiben, das Storytelling und die Animation von Menschen entwickelt und KI lediglich als Werkzeug eingesetzt wird, um diesen Prozess zu unterstützen.
Wir haben erklärt, dass dies vergleichbar damit sei, wie Walt Disney damals die Xerox-Technologie nutzte, um das Erstellen von Zwischenphasenbildern zu erleichtern – und dass unsere Partner bei den Amazon MGM Studios unsere Philosophie teilen und sich ebenfalls dafür einsetzen, dass die menschliche Kreativität im Mittelpunkt von allem steht, was sie produzieren. Sie machte jedoch unmissverständlich klar, dass sie den Einsatz von KI in all seinen Formen kategorisch ablehnt, und wir haben respektiert, dass sie sich folglich nicht beteiligen wollte.
Das ist absolut ihr gutes Recht. Aber ihre persönliche Ablehnung von KI kann nicht darüber bestimmen, wie BuzzFeed geistiges Eigentum weiterentwickelt, das dem Unternehmen gehört, oder den vielen anderen talentierten Schöpfern, die an diesem Projekt beteiligt sind, die Möglichkeit verwehren, ihre Arbeit zu tun.“
Apropos KI und Kino:
Ich habe den ersten komplett KI-generierten Actionfilm gesehen: Müssen wir uns wirklich Sorgen um die Zukunft des Kinos machen?Unsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.