Es gibt Regisseur*innen, mit denen Stars immer wieder zusammenarbeiten – und solche, bei denen schon ein gemeinsamer Film genügt. Bruce Willis („Stirb Langsam“) hat in seiner jahrzehntelangen Karriere beides erlebt. Der Schauspieler stand für einige der größten Hollywood-Hits vor der Kamera, arbeitete mit Oscarpreisträger*innen ebenso wie mit Blockbuster-Spezialist*innen und galt lange als einer der verlässlichsten Actionstars der Traumfabrik. Doch ein Regisseur hinterließ einen derart schlechten Eindruck, dass Willis jede weitere Zusammenarbeit kategorisch ausschloss.
Dabei ging es ausgerechnet um einen Film, der sich zu einem weltweiten Kassenschlager entwickelte. „Armageddon“ (1998) spielte Hunderte Millionen Dollar ein, begeisterte das Publikum mit spektakulären Effekten und machte Michael Bay („Bad Boys - Harte Jungs“) endgültig zu einem der prägenden Action-Regisseure seiner Generation. Hinter den Kulissen sah die Stimmung allerdings offenbar deutlich weniger spektakulär aus.
Jahre später sprach der Hollywood-Star offen über seine Erinnerungen an die Dreharbeiten und zeichnete dabei ein Bild, das so gar nicht zum gigantischen Kinoerfolg passen will, der mit einem glänzend besetzten Ensemble aufwartete. Neben Bruce Willis, Billy Bob Thornton („Landsman“), Steve Buscemi („Reservoir Dogs“), Michael Clarke Duncan („The Green Mile“) und Owen Wilson („Zoolander“) gehörte auch Liv Tyler („Der Herr der Ringe“) zum Cast. Tyler spielte Willis' Filmtochter. Was sie mittlerweile so macht? Hier bekommt ihr die Antwort:
Durch "Armageddon" und "Herr der Ringe" wurde sie weitweit berühmt: Was macht Liv Tyler eigentlich heute?Großartige Crew, furchtbarer Regisseur
Michael Bay genießt den Ruf, am Set kompromisslos zu arbeiten. Seine Filme sind häufig auf maximale Größe ausgelegt, die Dreharbeiten gelten als aufwendig und körperlich fordernd. Genau diese Arbeitsweise scheint Bruce Willis jedoch nachhaltig abgeschreckt zu haben.
Rückblickend betonte der Schauspieler im Interview mit Ain't It Cool (via Fandomwire) zunächst, dass er mit der Crew ausgesprochen zufrieden gewesen sei. Sein Problem sei nicht das Team, sondern die Art gewesen, wie der Regisseur mit den Menschen am Set umging. Wörtlich erklärte Willis: „Es war eine großartige Crew, aber ein schreiender Regisseur sorgt nicht für eine angenehme Erfahrung am Set. Aber wir waren alle erwachsene Männer und haben es geschafft.“
Vor allem Bays lautstarker Führungsstil sei für ihn schwierig gewesen. Wenn Szenen nicht wie geplant funktionierten oder Probleme auftraten, habe der Regisseur häufig geschrien und sehr harsch reagiert. Für Willis entstand dadurch eine Arbeitsatmosphäre, die er weder angenehm noch besonders produktiv empfand. Trotz des immensen Erfolgs von „Armageddon“ blieb ihm deshalb vor allem die Stimmung hinter den Kulissen in Erinnerung.
Bruce Willis zog einen endgültigen Schlussstrich
Mit etwas Abstand blickte Willis noch deutlicher auf die gemeinsame Produktion zurück. Der Hollywood-Star machte unmissverständlich klar, dass „Armageddon“ nicht der Auftakt einer längeren Zusammenarbeit gewesen sei, sondern gleichzeitig deren Ende. Seine Aussage ließ dabei keinen Interpretationsspielraum zu: „Nur wenige Leute arbeiten noch mit ihm, und ich weiß, dass ich niemals wieder mit ihm arbeiten werde.“
Deutlicher hätte Willis seine Haltung kaum formulieren können. Für ihn war die Erfahrung am Set offenbar so negativ, dass selbst der enorme kommerzielle Erfolg des Films daran nichts änderte. Während Michael Bay in den folgenden Jahren weitere milliardenschwere Blockbuster inszenierte, war eine erneute Zusammenarbeit mit dem „Stirb langsam“-Star kein Thema mehr.
Dass Bay wegen seines Umgangstons immer wieder in der Kritik stand, ist in Hollywood seit Jahren bekannt. Mehrfach berichteten Schauspieler*innen und Crewmitglieder davon, dass der Regisseur am Set äußerst laut und fordernd auftreten könne. Willis gehört zu den prominentesten Stars, die diese Erfahrungen öffentlich bestätigten.
Ein Kinohit – aber keine Wunschpartnerschaft
Nicht jede erfolgreiche Produktion führt automatisch zu einer eingespielten kreativen Partnerschaft. Gerade in Hollywood entscheidet oft nicht nur das Ergebnis auf der Leinwand, sondern auch die Atmosphäre während der Dreharbeiten darüber, ob Schauspielerinnen und Regisseurinnen erneut gemeinsame Projekte angehen.
Im Fall von Bruce Willis und Michael Bay war diese Entscheidung offenbar schnell gefallen. Bemerkenswert ist dabei, dass Willis den Film selbst oder die Arbeit der Crew nie schlechtredete. Seine Kritik richtete sich ausschließlich gegen den Führungsstil des Regisseurs. Für ihn machte genau dieser den Unterschied zwischen einer anstrengenden Produktion und einer Erfahrung, die er kein zweites Mal erleben wollte.
Dass „Armageddon“ trotzdem bis heute als einer der bekanntesten Katastrophenfilme der 1990er-Jahre gilt, zeigt, dass ein großer Kinoerfolg und harmonische Dreharbeiten keineswegs immer Hand in Hand gehen. Hinter den Kulissen können selbst die größten Blockbuster Spannungen hervorrufen, die den Beteiligten noch viele Jahre später in Erinnerung bleiben.
Natürlich gab es im Laufe von Willis' Karriere auch Regisseure, mit denen er sehr gerne zusammengearbeitet hat. Einer davon ist bekannt für eine beliebte Whodunit-Trilogie, drehte mit Willis aber eher einen Sci-Fi-Thriller, den der Hollywood-Star für einen seiner besten Kinofilme hält. Mehr dazu in folgendem FILMSTARTS-Artikel.
"Besser als alles, was ich je gemacht habe": Diesen Sci-Fi-Thriller hält Bruce Willis für den Höhepunkt seiner Karriere*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.