George Lucas hat seit 21 Jahren keinen Film mehr inszeniert, und seine Produktionsfirma Lucasfilm hat er bereits im Jahr 2012 für 4,05 Milliarden US-Dollar an Disney verkauft. Das heißt allerdings nicht, dass es dem „Star Wars“-Schöpfer leichtgefallen ist, sein Lebenswerk loszulassen: „Ich gehöre zu den Menschen, die alles selbst kontrollieren wollen. Das kann ich einfach nicht abstellen“, erklärte Lucas laut Paul Duncans Buch „Das Star Wars Archiv“ (via Adoro Cinema). „40 Jahre lang war ich ‚Star Wars‘ – das aufzugeben war sehr, sehr schmerzhaft. Aber es war die richtige Entscheidung.“
Lucas hatte allerdings nicht nur als Regisseur und Produzent großen Einfluss in Hollywood. In den 1980er-Jahren meldete er sich auch in kulturpolitischen Debatten zu Wort. 1988 wurde er sogar vor den US-Kongress geladen, um zur Kolorierung alter Schwarz-Weiß-Filme Stellung zu beziehen – einer Praxis, die durch den Heimkino-Boom immer verbreiteter wurde und zugleich Gegenstand kontroverser Diskussionen war.
Viele Befürworter*innen argumentierten damals, dass kolorierte Fassungen ein neues Publikum erreichen könnten. Besonders der Medienunternehmer Ted Turner sorgte für Empörung, als er ankündigte, sogar Orson Welles' Klassiker „Citizen Kane“ nachträglich einfärben zu wollen. Für Lucas dagegen stand von Anfang an der Schutz des filmischen Erbes im Vordergrund. Vor den Abgeordneten erklärte er:
„Es geht zwar vordergründig um die Kolorierung, aber der eigentliche Grund, warum ich mich engagiere, geht weit darüber hinaus. Wenn den Menschen bewusst wird, dass unser gesamtes künstlerisches Erbe auf dem Spiel steht, verstehen sie vielleicht, dass wir handeln müssen. Was ich auf keinen Fall erleben möchte, ist ein ‚Star Wars‘ mit einem Rock-Soundtrack und einer nackten Prinzessin Leia.“
Ironischerweise scheute sich Lucas später selbst nicht davor, seine berühmteste Schöpfung grundlegend zu überarbeiten. Für die 1997 veröffentlichten Special Editions der ursprünglichen „Star Wars“-Trilogie ergänzte er zahlreiche digitale Effekte und änderte mehrere Szenen. Obwohl Lucas' Eingriffe bei vielen Fans äußerst umstritten waren, sind bis heute nahezu ausschließlich diese neuen Fassungen offiziell erhältlich.
Übrigens: Für den „definitiven Science-Fiction-Film“ hält George Lucas ein ganz anderes Meisterwerk – mehr dazu lest ihr hier:
"Viel besser als Star Wars": Das ist laut George Lucas der definitive Science-Fiction-FilmEin ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer brasilianischen Schwesternseite AdoroCinema erschienen.
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