Viele Deutsche sehen unser Land und die darin lebende Gesellschaft gern als weltoffen und im besten Sinne „farbenblind“. In bestimmten Kreisen und Szenen mag das ja vielleicht durchaus stimmen. Allein ein Blick auf die Wahlergebnisse der letzten Jahr(zehnt)e zeigt aber, dass wir von diesem sicher hehren Ziel noch sehr (sehr!) weit entfernt sind. Und das bezieht sich nicht nur auf das gemeine Volk, sondern auch und gerade auf die Behörden und anderen offiziellen Institutionen der Republik. Denn unter den über 20 Prozent, die etwa bei der Bundestagswahl 2025 einer rechtspopulistischen Partei ihre Stimme gaben, müssen sich schon rein statistisch eine beängstigende Menge Polizist*innen, Staatsanwält*innen, Richter*innen etc. befinden. Von all den anderen Menschen, in denen Rassismus und ähnliche Einstellungen oder Ideologien vielleicht sogar nur unterbewusst schwelen mal ganz zu schweigen.
Mit seinem neuen Spielfilm „Staatsschutz“ beleuchtet der Kölner Regisseur Faraz Shariat („Schwarze Früchte“) institutionellen Rassismus mit Hilfe eines fiktiven Szenarios. Das Drehbuch stammt von Claudia Schaefer („Ellbogen“) sowie den Debütantinnen Jee-Un Kim und Sun-Ju Choi. Ihre Arbeit basiert laut des Pressehefts des Verleihs auf keinem konkreten Fall, sei aber von wahren Ereignissen inspiriert und in der Realität verwurzelt.
„Staatsschutz“ startet bundesweit am 27. August 2026 in den deutschen Kinos.
Die Hauptrolle spielt Chen Emilie Yan in ihrer ersten Kinorolle. Shariats Film ist nach der arte-Dokudrama-Serie „Die Spaltung der Welt“ erst der zweite Auftritt der in Shanghai geborenen und bei Düsseldorf aufgewachsenen Schauspielerin vor professionellen Kameras.
In weiteren wichtigen Parts erleben wir Julia Jentsch („Sophie Scholl - Die letzten Tage“), die unter anderem schon mit dem deutschen und dem europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde, Arnd Klawitter („Die Affäre Cum-Ex“), Sebastian Urzendowsky aus „Der Tiger“, Kathrin Angerer („Danke für Nichts“), Max Krause („Stella. Ein Leben.“), Mercy Dorcas Otieno („Der Buchspazierer“) und Benjamin Radjaipour („Was man von hier aus sehen kann“).
Wir haben „Staatsschutz“ bereits im Februar 2026 bei seiner Weltpremiere im Rahmen der diesjährigen Berlinale sehen und für euch rezensieren können. Die offizielle FILMSTARTS-Kritik findet ihr HIER.
"Staatsschutz": Das ist die Story
Seyo Kim (Chen Emilie Yan) arbeitet seit kurzem als Staatsanwältin. Sie glaubt fest an den Rechtsstaat. Auch in Fällen gegen Rechtsextreme geht sie streng nach Beweislage vor – mal plädiert sie für einen Freispruch, mal für eine Gefängnisstrafe. Trotz ihrer neutralen und auf Gerechtigkeit ausgerichteten Haltung hat sie sich allerdings Feinde im rechten Lager gemacht. So wird sie eines Tages auf dem Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit von der Straße abgedrängt und mit einem Molotowcocktail beworfen.
Die äußerlichen Verletzungen verheilen zum Glück recht schnell, doch die inneren wirken auch weiterhin auf Seyo ein. Denn ihrer Ansicht nach nimmt ihre eigene Behörde die Ermittlungen viel zu zögerlich auf. Für die junge Frau steht der Täter schnell fest: ein stadtbekannter Rechtsextremist, der nicht zum ersten Mal Mitbürger*innen mit Migrationshintergrund beziehungsweise Asylbewerber*innen tätlich angegriffen hat. So beginnt Seyo, auf eigene Faust zu ermitteln. In den Aktenarchiven des Gerichts stößt sie dabei auf zahlreiche Fälle, in denen die Untersuchungen verdächtig schnell eingestellt wurden …
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Eine Woche vor „Staatsschutz“ startet eine andere, sehr vielversprechend ausschauende deutsche Produktion in den Kinos. Alles, was ihr vorab wissen müsst, lest ihr im folgenden Artikel, in dem es natürlich auch den Trailer zu sehen gibt:
Einer der populärsten deutschen Stars im Trailer zur Romanverfilmung "Spaziergang nach Syrakus"