Auf Disney+ trifft "American Horror Story" auf "American Psycho": Hier jagt ein Serienmörder die Kinder eines Hollywood-Traumpaares

In Ryan Murphys neuer Serie "The Shards" geht es den Teenagern der Reichen und Schönen an den (im Stil der 80er-Jahre hochgeklappten) Kragen. Ein besonderer Casting-Schachzug verleiht der Bret-Easton-Ellis-Adaption einen zusätzlichen Meta-Kniff.

Mit „The Shards” startet diesen Donnerstag eine neue Serie auf Disney+, die den schillernd-schäbigen Zeitgeist klassischer Erotik-Thriller auf eine Coming-of-Age Geschichte überträgt, in der es allerdings nicht beim metaphorischen Tod der Kindheit bleibt. Denn die Sprösslinge von Kaliforniens Elite kämpfen 1981 nicht nur mit den typischen Herausforderungen des Erwachsenwerdens, wie der Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft oder sexueller Selbstfindung.

Eine satanische Sekte scheint Taten der Manson-Familie nachzuahmen und hinterlässt in luxuriösen Villen eine Spur der Zerstörung, während es ein Serienmörder gezielt auf Mitglieder der Privatschulgemeinschaft unserer Protagonist*innen abgesehen hat. Nur der angehende Schriftsteller Bret (Igby Rigney, „Midnight Mass") sieht eine Verbindung zu den Verbrechen und dem mysteriösen neuen Schüler Robert Mallory (Homer Gere).

Die Vorlage stammt von "American Psycho"-Regisseur

Bei der Serie handelt es sich um eine Adaption des gleichnamigen autofiktiven Romans von Bret Easton Ellis, der den meisten als Autor von „American Psycho” ein Begriff sein dürfte. Die Erlebnisse seiner Jugend beeinflussten bereits seinen ersten Roman „Unter Null”, samt gleichnamigen Film mit Robert Downey Jr. Während der Pandemie widmete sich Ellis erneut dieser prägenden Zeit – inklusive einer stilisierten Entstehungsgeschichte seines Debütwerks als Subplot.

Ursprünglich war das in Podcastform erstveröffentlichte Projekt als HBO-Serie unter der Regie von Luca Guadagnino geplant, danach sollte dann auch „Das Drama”-Regisseur Kristoffer Borgli übernehmen. Im Frühjahr 2025 wechselte das Projekt schließlich zu FX und in die Hände des TV-Moguls Ryan Murphy („Glee”, Netflix' „Monster”-Reihe).

Sein Name liefert bereits das Stichwort dafür, worauf man sich in „The Shards” einstellen kann: Eine Mischung aus stilisierter Ästhetik, melodramatischer Überhöhung und Provokation. Wie seine ungewöhnlichen Casting-Entscheidungen à la Kim Kardashian („American Horror Story: Delicate”, „All's Fair”) zeigen, bezieht Murphy gerne Metaebenen in die Besetzung mit ein und richtet sich dabei nicht allein nach schauspielerischem Talent. Besonders deutlich wird diese Strategie an einer ungewöhnlichen Konstellation in „The Shards”:

Kaia Gerber und Homer Gere in FX
Kaia Gerber und Homer Gere in "The Shards"

In den 90er-Jahren galten Schauspielikone Richard Gere („Zwielicht”, „Pretty Woman”) und Topmodell Cindy Crawford mit ihrem vereinten Glamour als eines der Traumpaare ihrer Zeit. Knapp 30 Jahre nach ihrer Scheidung stehen nun sein Sohn, Homer Gere (der erst vor Kurzem sein Schauspieldebüt in der 3. Staffel „Euphoria” gab), und ihre Tochter, Kaia Gerber („Bottoms”) gemeinsam vor der Kamera. Murphy weiß genau, welchen Reiz diese Besetzung ausübt: viele Zuschauer*innen wollen sehen, ob Hollywood-Chemie vererbbar ist.

Während das Internet noch über diese Nepo-Babies diskutiert, steht für Ryan Murphy bereits die 13. Staffel „American Horror Story” in den Startlöchern. Die angekündigte Rückkehr soll sämtliche bisherigen Staffeln der Anthologie-Reihe miteinander verbinden – doch ausgerechnet dieser Fan-Liebling ist nicht dabei:

Doch kein Horror-Comeback: Superstar steigt überraschend aus "American Horror Story" aus

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Selina Sondermann
Selina Sondermann
-Freie Autorin
Als Fan von Widersprüchen und Extremen fühlt sich Selina Sondermann vor allem im Horrorgenre und in Romantic Comedies zuhause. Am liebsten besucht sie Filmfestivals von Cannes bis Toronto, wo sie versucht, so viele Filme wie möglich an einem Tag zu sehen.
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