Wer erinnert sich noch? 2014 gab es einen riesigen Hype um Alejandro G. Iñárritus „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“. Das satirische Drama erhielt überschwängliche Kritiken und unzählige renommierte Filmpreise. Michael Keaton spielt darin einen gealterten Ex-Superhelden-Darsteller, der gegen das Vergessen ankämpft. Das mit vier Oscars prämierte Glanzstück nimmt gekonnt die Oberflächlichkeit der Schauspielwelt und selbstverliebte, egozentrische Künstler aufs Korn.
Im selben Jahr erschien mit „Die Wolken von Sils Maria“ ein Film, der sich mit ganz ähnlichen Themen befasst, medial jedoch deutlich weniger Aufmerksamkeit erhielt. Das hintersinnige Psycho-Drama von Olivier Assayas („Der Magier im Kreml“) handelt von Identitätsverlust sowie Vergänglichkeit und besticht durch seine kluge Meta-Ebene – also ganz im Stil von „Birdman“.
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Darum geht's in "Die Wolken von Sils Maria"
Schauspielerin Marie Enders (Juliette Binoche) erhält das Angebot, in einer Neuinszenierung jenes Stücks mitzuwirken, mit dem sie vor 20 Jahren berühmt wurde. Damals spielte sie Sigrid, eine verführerische junge Frau, die ihre ältere Chefin Helena in den Selbstmord trieb. Nun soll Maria jedoch die Rolle der mental instabilen Helena übernehmen. Zur Vorbereitung reist sie mit ihrer Assistentin Valentine (Kristen Stewart) ins malerische Sils Maria in der Schweiz. Dort begegnet sie dem Hollywood-Starlet Jo-Ann Ellis (Chloë Grace Moretz), die Sigrid spielen soll. Marie hadert immer mehr mit diesem Tausch.
Vor der betörenden, abgeschiedenen Kulisse der Schweizer Bergwelten verschwimmen die Grenzen zwischen (filmischer) Realität und Fiktion zunehmend. Der Zuschauer muss sich fragen: Sind Marie und Valentine, die für die Proben den Part von Sigrid übernimmt, gerade in ihren Rollen oder verhandeln sie ihre tatsächliche Beziehung zueinander? Was ist echt, was ist gespielt? Vieles bleibt unklar und vage in dieser mit über 20 internationalen Filmpreisen ausgezeichneten Arthouse-Perle. Doch genau das macht den Reiz des Films aus.
In der FILMSTARTS-Kritik kamen wir damals zu einem klaren Fazit: „,Die Wolken von Sils Maria‘ ist ein amüsanter Blick hinter die Kulissen des Kulturbetriebs, eine geistreiche Reflexion über Zeit und Wahrnehmung sowie vor allem grandioses Schauspielerinnenkino“. Mit 4,5 Sternen bekam der mit einem internationalen Star-Cast umgesetzte Film bei uns sogar fast die Höchstwertung.
Für ihre Leistung als nüchtern-pragmatische Assistentin gewann Stewart für „Die Wolken von Sils Maria“ als erste US-Schauspielerin überhaupt den französischen César. In eine gänzlich andere, völlig abgedrehte Rolle schlüpft die 36-Jährige derweil in der kommenden Stoner-Komödie „The Wrong Girls“. Fans dürfen sich auf ein Frauen-Duo auf Droge und sprechende (!) Katzen freuen. Hier sehr ihr den ersten Trailer:
Kristen Stewart, zwei sprechende Katzen (!) und jede Menge Stars: Der erste Trailer zu "The Wrong Girls" verspricht eine wilde Partynacht*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.