Vier Jahre, bevor Ian Fleming den verführerischen, britischen Geheimagenten James Bond erschuf, erfand der französische Schriftsteller Jean Bruce einen weltmännischen Frauenschwarm namens Hubert Bonisseur de La Bath. Der ist in Bruces Büchern zunächst für den Nachrichtendienst des US-Kriegsministeriums tätig, doch später landete die Figur beim CIA und NSC.
Sowohl literarisch als auch filmisch ist 007 an OSS 117 vorbeigezogen: Mehr Ruhm, mehr Erfolg, mehr popkulturelles Echo. Das heißt aber nicht, dass Bruces Schöpfung es verdient hat, vergessen zu werden – und nun könnt ihr euch ganz leicht einen Eindruck davon verschaffen, was der Spion, der Bond zuvorkam, drauf hat. Denn diese Woche sind fünf Agentenfilme als „OSS 117 Collection“ auf Blu-ray erschienen!
Bei den fünf Filmen in der „OSS 117“-Box handelt es sich um „OSS 117 greift ein“ aus dem Jahr 1963, den im Folgejahr veröffentlichten „OSS 117 - Heiße Hölle Bangkok“, das ein Jahr später vollendete Agentenabenteuer „OSS 117 - Pulverfass Bahia“ sowie um „OSS 117 - Teufelstanz in Tokio“ von 1966 und „Keine Rosen für OSS 117“ aus dem Jahr 1968.
Info am Rande: Die deutsche Synchronfassung zu „OSS 117 greift ein“ gilt als verschollen, weshalb zum Auftakt der Saga bloß Untertitel angeboten werden. Beim Rest könnt ihr dagegen deutschen Ton auswählen. Und wenn euch diese fünf geradlinigen Agenten-Actioner aus Frankreich nicht genug sind: 2006, 2009 und 2021 sind kreative, durchgeknallte Parodien auf das Agentenkino erschienen, in denen Jean Dujardin eine humorvolle Interpretation von OSS 117 verkörpert.
Diese Filme, die eine kongeniale Synchro mit Oliver Kalkofe erhalten haben, sind ebenfalls als Blu-ray-Komplettset zu erwerben:
Die Parodien kommen mit diversem Bonusmaterial daher, etwa mit Audiokommentaren und Interviews. Die neue „OSS 117 Collection“ zu den Originalfilmen begnügt sich unterdessen mit Trailern und Bildergalerien als Extras.
Das sind die "OSS 117"-Filme aus den 1960ern
Der US-Amerikaner Hubert Bonisseur de La Bath stammt aus Louisana, ist französischer Abstammung, und stets im Auftrag der Vereinigten Staaten unterwegs. Denn unter der Kennziffer OSS 117 muss er auf Korsika einen U-Boot-Detektor ausschalten. In Bangkok gilt es derweil, einen feindlichen Geheimbund zu bändigen, bevor dieser einen Pestvirus freisetzt. In Brasilien muss OSS 117 wiederum eine Terrororganisation aufhalten, danach gilt es, das Pentagon vor japanischen Erpressern zu beschützen. Und schlussendlich muss OSS 117 einer mafiösen Organisation, die Profikiller vermittelt, den Riegel vorschieben.
Hauptverantwortlich für die fünf Teile aus der „OSS 117“-Box ist der Filmemacher André Hunebelle, der auch die populären „Fantômas“-Filme mit Louis de Funès stemmte. Hunebelle inszenierte Teil 1 bis 3 allein und Teil 5 gemeinsam mit Jean-Pierre Desagnat („Frühstück mit dem Killer“), zudem beteiligte sich Hunebelle am Drehbuch von Teil 1 und 3.
„OSS 117 - Teufelstanz in Tokio“ wurde wiederum von „Das Idol“-Regisseur Michel Boisrond inszeniert und unter anderem von Terence Young verfasst, dem Macher der drei Bond-Filme „007 jagt Dr. No“, „Liebesgrüße aus Moskau“ und „Feuerball“! Und wenn ihr einen Bond-Darsteller in einer actionreichen Spionagemission außerhalb des 007-Kosmos sehen möchtet, dann solltet ihr diesen Titel in Betracht ziehen:
Ein Muss für "James Bond"-Fans: Dieser Thriller mit Roger Moore basiert auf einem der besten Agentenfilme aller Zeiten*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.