1959 kam mit „Der unsichtbare Dritte“ ein rasanter, extrem unterhaltsamer Spionage-Thriller in die Kinos, der zu den besten Filmen von Meisterregisseur Alfred Hitchcock gehört. Mehr noch: Seine Mischung aus Style, Humor und galant-forschen Flirts prägte nachhaltig die Erwartung ans Agentenkino – so kann man eine direkte Linie vom Hitchcock-Klassiker zur Formel der „James Bond“-Reihe ziehen.
Daher ist es ein interessantes Kuriosum, dass ein Star der 007-Saga noch vor seiner ersten Mission als Bond die Hauptrolle in einem losen Remake von „Der unsichtbare Dritte“ übernommen hat. Nun könnt ihr diesen Mix aus Scherzen, Verfolgungsjagden, Zweideutigkeiten und Verwirrspielen in völlig neuer Qualität bestaunen, denn „Tödlicher Salut“ mit Roger Moore hat diese Woche seine deutsche Blu-ray-Premiere gefeiert.
Darum geht es in "Tödlicher Salut"
London in den späten, stylischen Swinging Sixties: Der hippe und erfolgreiche Werbefachmann Gary Fenn (Roger Moore) tüftelt an einer neuen Kampagne mit Topmodel Marla Kungash (Claudie Lange). Die verdreht ihm den Kopf, was Fenn allerdings schnell in tödliche Angelegenheiten bringt. Denn Marla hat unbewusst Hinweise auf ein geplantes Attentat aufgeschnappt, die sie nun ungewollt an Gary weiterträgt.
Gary versucht verzweifelt, den Hintergründen auf die Spur zu kommen, gerät aber selbst unter Mordverdacht. Nun muss er wohl den ganzen Komplott aufdecken, um seine Unschuld zu beweisen und so der Polizei zu entkommen, die ihm mit den Verschwörern auf der Spur ist...
„Tödlicher Salut“ feierte vier Jahre vor Moores Debüt als James Bond Weltpremiere – und man kann in einigen Szenen dieses Spionage-Trubels bereits mimische Angewohnheiten aufblitzen sehen, die er später nutzen sollte, um seiner 007-Interpretation Profil zu verleihen. Das ist auch, gemeinsam mit den „Der unsichtbare Dritte“-Rückbezügen, der Hauptgrund, weshalb sich Fans des Agentenkinos heute noch mit „Tödlicher Salut“ beschäftigen.
Denn der von den USA nach Großbritannien verlegte Spionagestoff generierte eher maues Echo seitens Presse und Filmfans: Der Plot des Hitchcock-Klassikers ist bewusst unsinnig gehalten, um dem Meisterregisseur Raum zu geben, ordentlich zu klotzen (mehr dazu). Mit einem ähnlich wirren Mysterium im Mittelpunkt der Handlung und kleineren finanziellen Mitteln kann „Tödlicher Salut“ da unter Alvin Rakoffs Regie nur den Kürzeren ziehen.
Die unverblümten 60er-Jahre-Vibes und Moores unvergleichliche Mischung aus Ironie, Eleganz und Nonchalance werden Fans von 007 und britischem Eskapismus der Swinging Sixties aber über Wasser halten – und für eingefleischte Bond-Fans mit Neugier auf die Anfänge der 007-Stars ist dieser Roger-Moore-Probelauf sowieso ein heimliches Muss. Wenn auch weniger aus qualitativer, sondern mehr als aus filmhistorischer Sicht
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